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Dr. Markus Heibach, Geschäftsführer des VDDI, zur Situation der Dentalindustrie und zu den Erwartungen an die Jubiläums-IDS 2023

Alles von analog bis digital, alle Produktbereiche von A bis Z: Nirgendwo sonst lässt sich so viel Zahnheilkunde auf dem Stand der Technik in Augenschein nehmen wie auf der IDS in Köln.

(c) Koelnmesse/IDS Cologne/Thomas Klerx

Die 40. Internationale Dental-Schau (IDS) 2023 wird in mehrfacher Hinsicht eine ganz besondere Veranstaltung werden. Im Interview mit Quintessenzce News erläutert Dr. Markus Heibach, Geschäftsführer des Verbands der Deutschen Dental-Industrie (VDDI), warum das so ist und worauf sich die Besucher besonders freuen können.
 

Herr Dr. Heibach, angesichts der Konzentrationsprozesse der vergangenen Jahre wäre zu erwarten, dass die Zahl der VDDI-Mitgliedsunternehmen sinkt oder stagniert. Wie ist der Trend? Wie viele Unternehmen vertritt der VDDI aktuell?

Dr. Markus Heibach, Geschäftsführer des VDDI und der GFDI
Dr. Markus Heibach, Geschäftsführer des VDDI und der GFDI
Foto: Marie Heibach
Dr. Markus Heibach: Die Anzahl der Mitgliedsunternehmen des VDDI liegt seit vielen Jahren stabil bei zirka 200. Aktuell zählt der Verband 204. Es ist richtig, dass in den vergangenen Jahren die Merger- und Acquisition-Abteilungen einiger Unternehmen recht aktiv waren und es zu Übernahmen und Fusionen gekommen ist. Auf die Mitgliederzahl des VDDI hat sich dies aber nicht ausgewirkt.
 

Sie repräsentieren den VDDI auch im Ausland, nicht zuletzt auf den Messen, auf denen die VDDI-Mitglieder aktiv sind oder sich mit Gemeinschaftsständen präsentieren. Die Koelnmesse, Partner des VDDI und der GFDI bei der IDS, organisiert die IDEM in Singapur, die alle zwei Jahre in den Nicht-IDS-Jahren stattfindet – die letzte gerade im Oktober 2022. Wie erleben Sie die Stimmung in der internationalen Dentalwelt?

Heibach: Das stimmt alles: Mit unseren Gemeinschaftsständen auf internationalen Messen betreiben wir eine effektive Exportförderung. Dadurch erschließen unsere Mitgliedsunternehmen neue Wachstumsmärkte. Die Schwerpunkte lagen in den vergangenen Jahren in Asien und Südamerika.

Ich bin in dem Zusammenhang persönlich oft in diesen Ländern unterwegs und nehme in der Dentalwelt allerorten eine rege Forschung und Entwicklung sowie ein hohes Interesse an bewährten und innovativen Konzepten und Produkten Made in Germany wahr.

Umso unverständlicher erscheinen mir die massiven Kürzungen der Außenwirtschaftsförderung im Bundeshaushalt. Das Auslandsmesseprogramm wird nach dem derzeitigen Stand um 17 Prozent von rund 43,7 auf 36,4 Millionen Euro für das Jahr 2023 heruntergefahren. Die deutsche Dentalindustrie wird jedoch nach Kräften daran arbeiten, die in den vergangenen Jahren erzielten Erfolge zu sichern und nach Möglichkeit auszubauen – insbesondere durch einen fairen internationalen Wettbewerb auf der bedeutendsten Branchenmesse, der IDS.

Nationaler und internationaler Fachhandel mit großer Bedeutung

Welche Erwartungen haben die Unternehmen für die IDS im kommenden März schon geäußert? Wie ist der Zuspruch aus dem Ausland?

Quelle: IDS
Heibach: Wir stehen für die 40. IDS 2023 jetzt bei mehr als 1.600 Ausstellern aus 60 Ländern, darunter 14 Gruppenbeteiligungen aus zwölf Ländern, und es werden noch mehr. Denn wer möchte, kann sich jetzt noch anmelden. Den Anteil der ausländischen Aussteller schätze ich auf rund 75 Prozent.

Alle Aussteller setzen den persönlichen Austausch mit Zahnärzten, Zahntechnikern, dem Dentalfachhandel und ihren Teams an die erste Stelle. Dies erwartet man sich zuallererst, zumal es aus den bekannten Gründen in den vergangenen zwei bis drei Jahren nur eingeschränkt möglich war.

Darüber hinaus sprechen die Aussteller auch untereinander, intensivieren auf der IDS ihre Beziehungen zu bestehenden Partnern und finden neue. Dabei spielt nicht zuletzt der nationale und internationale Dentalfachhandel eine wichtige Rolle. Zum Beispiel wird ein Importeur aus Südamerika seine Chancen im Vertrieb von Produkten Made in Germany erkennen und auf der IDS näher eruieren. Gleichzeitig verhandelt er hier auch mit seinen Partnern aus Asien. Damit stellt die IDS den umfassendsten Marktplatz für Interessenten aus aller Welt dar.

Begleitung durch digitale Angebote intensivieren

Als Geschäftsführer der GFDI sind Sie ja unmittelbar mit dem Messegeschäft befasst. Welche neuen Herausforderungen sind gerade für die Jubiläums-IDS im kommenden Jahr zu meistern?

Heibach: So ist es, die GFDI betreibt als Wirtschaftsgesellschaft des VDDI das Messegeschäft, und die IDS feiert im nächsten Jahr ihren 100. Geburtstag. Das ist ein einzigartiges Event, dennoch darf ich betonen: Der rote Teppich wird nicht in erster Linie für die IDS als solche ausgerollt, sondern für die Praxen, Labore, den Dentalhandel und ihre Teams. Sie finden sich in den Kölner Messehallen in einer komfortablen Position, weil um sie herum ein intensiver Wettbewerb stattfindet. Jeder Aussteller möchte sie für seine Problemlösungen und Produkte begeistern. Die Präsenzmesse, wie sie in Köln stattfindet, ist dafür die stärkste Plattform.

Eine Herausforderung besteht in ihrer Begleitung durch digitale Angebote. Dazu haben wir mit dem Format IDSconnect bereits in den vergangenen Jahren neue Maßstäbe gesetzt. Das ist aber sozusagen noch nicht 100-prozentig „gelernt“. Ich rechne damit, dass die Besucher den Mehrwert von IDSconnect in Zukunft noch stärker zu schätzen wissen werden.


Es gab in den IDS-Jahren vor der Zäsur durch die Corona-Pandemie auch durchaus Kritik an der IDS – immer nur größer und lauter, immer mehr Show, aber weniger Inhalt und Qualität. Die IDS 2021 hat mit den Corona-Beschränkungen gezeigt, dass es auch anders geht. Wie nehmen Sie das vor der Jubiläums-IDS wahr? Und was wünschen Sie sich vonseiten der Veranstalter für eine IDS 2023?

Heibach: Immer mehr Show? Spaß beiseite – die Corona-Beschränkungen auf der IDS 2021 waren nötig, anstrengend, und trotzdem haben wir viele Innovationen erlebt, und unsere ganze Branche ist vorangekommen. Von der IDS 2023 wünsche ich mir, dass sie uns endgültig wieder in die Normalität zurückführt. Die Chancen stehen gut. Uns als Veranstalter zeigen die aktuellen Ausstellerzahlen, dass wir mit unseren Konzepten richtig liegen.
 

Welchen Stellenwert hat Nachhaltigkeit für die IDS 2023? Stellen sich die Aussteller hier anders auf als zum Beispiel noch 2019?

Heibach: Die Bedeutung von Nachhaltigkeit steigt. Praxis- und Laborteams legen verstärkt Wert darauf, und die Dentalindustrie hat hier schon vorausgedacht. Ein Beispiel stellen bedarfsgesteuerte dentale Versorgungseinrichtungen dar, sprich: Beispielsweise verfügt der Kompressor über eine intelligente Steuerung, verbraucht im Teillastbereich entsprechend weniger Energie und senkt seinen CO2-Footprint.

Wir befinden uns hier in einem laufenden Prozess, und so erwarte ich auf der IDS 2023 eine Reihe neuer Ideen, wie sich der Betrieb von Praxen und Labors noch nachhaltiger gestalten lässt.

Das Jubiläum „100 Jahre IDS“ gibt zusätzlichen Schwung

Und auf was freuen Sie sich bei der Jubiläums-IDS am meisten?

Heibach: Am meisten freue ich mich auf das typische IDS-Feeling, die Aufbruchstimmung durch ein Feuerwerk an Innovationen. Der Impuls dürfte nach dem Corona-Tal umso größer ausfallen. Das Jubiläum „100 Jahre IDS“ gibt zusätzlichen Schwung und wird uns auf neue Höhen führen.

Allen, die dabei mitmachen, sage ich jetzt schon: Herzlich willkommen vom 14. bis zum 18. März 2023 in Köln!

 

Quelle: Quintessence News IDS Wirtschaft Nachrichten

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