0,00 €
Zum Warenkorb
  • Quintessence Publishing Deutschland
Filter
394 Aufrufe

Kurznachrichten und Informationen aus der (dentalen) Welt – August 2022

(c) Quintessence News

FDI-Weltzahnärztekongress 2023 in Sidney

Erstmals nach vier Jahren wird der Weltzahnärztekongress der Weltzahnärzteorganisation FDI wieder in Präsenz stattfinden, nachdem der für 2022 geplante Kongress in Mumbai abgesagt werden musste. Tagungsort wird vom 24. bis 27. September 2023 die australische Metropole Sydney sein.
„Wir freuen uns, diesen Kongress gemeinsam mit unserem Mitglied, der Australian Dental Association, zu veranstalten und Sie in der Küstenmetropole Sydney - der größten Stadt Australiens - begrüßen zu dürfen“, so die FDI in der Ankündigung.

Der Weltzahnärztekongress sei eine der wichtigsten Fortbildungsveranstaltungen der FDI und eine einmalige Gelegenheit für uns, die Beziehungen und die Zusammenarbeit innerhalb der globalen Mundgesundheitsgemeinschaft zu stärken. Zur Einladung gibt es auch ein kleines Video auf dem Youtube-Kanal der FDI.

Nach der Absage des Kongresses in Mumbai werden in diesem Jahr alle Sitzungen des Weltzahnärzteparlaments einschließlich aller Geschäftstreffen, vom 19. bis 24. September 2022 in Präsenz in Genf, Schweiz, stattfinden. Das Programm steht bereits auf der FDI-Internetseite zur Verfügung. (Quelle: FDI)


Prof. Dianne Rekow ist am 11. August 2022 unerwartet gestorben

Prof. Dr. Dianne Rekow (✝︎)
Prof. Dr. Dianne Rekow (✝︎)
Quelle: QTV
Zahnmedizinerin und Kieferorthopädin, Ingenieurin mit Schwerpunkt Biomedical Engineering, Physikerin und Mathematikerin – Prof. Dr. Dianne Rekow war vielseitig interessiert und begabt, was sich auch in zahlreichen Patenten niederschlug. Am 11. August 2022 ist die Grande Dame der digitalen Zahnmedizin unerwartet gestorben.

Ihr Name ist verbunden mit den Grundlagen und der Umsetzung der CAD/CAM-Technologie in Zahnmedizin und Zahntechnik. Auch dem Quintessenz-Verlag war Dianne Rekow als Autorin verbunden – als Mitautorin von Fachbeiträgen in internationalen Fachzeitschriften und vor allem als Herausgeberin und Autorin des 2018 erschienen umfangreichen Buchs „Digital Dentistry“. Der Quintessenz-Verlag trauert mit Angehörigen und Freunden um eine ganz besondere Persönlichkeit der Zahnmedizin, deren Arbeit weit über ihre Zeit hinausreichen wird. (Einen Nachruf lesen Sie hier.)(Quelle: QN)


Digitalisierung im Praxisalltag: Lunch-break-Events für MFA und ZFA

Die Gematik bietet in Kooperation mit dem Verband medizinischer Fachberufe e.V. im August und September 2022 wieder verschiedene Termine im Online-Format an: Bei „gematik trifft MFA/ZFA – lunch break“ geht es um die Vermittlung grundlegender Informationen zum digitalen Praxisalltag für Medizinische und Zahnmedizinische Fachangestellte. Expertinnen und Experten der Gematik beantworten die Fragen der Teilnehmerinnen/Teilnehmer.

Termine:

Hannelore König, Präsidentin des Verbandes medizinischer Fachberufe e.V., sagt: „Die Digitalisierung kommt immer mehr ganz konkret in den Praxen an und damit in der täglichen Arbeit der Medizinischen und Zahnmedizinischen Fachangestellten. Sie werden auch von den Patientinnen und Patienten nach den Anwendungen gefragt und müssen diesen Wissensbedarf managen. Je besser sie selbst informiert sind und routiniert mit den digitalen Anwendungen umgehen können, umso qualifizierter und nachvollziehbarer können sie dieses Wissen weitergeben.“

Lars Gottwald, Leiter Business Teams in der Gematik, betont: „Die Medizinischen und Zahnmedizinischen Fachangestellten arbeiten jetzt beziehungsweise künftig tagtäglich mit den digitalen Anwendungen. Es ist deshalb ganz wichtig, diese Berufsangehörigen unmittelbar in den Prozess der Digitalisierung einzubeziehen. Schritt für Schritt werden alle Klassiker im Praxisalltag – so wie das Rezept - in ihrer Form und in den Abläufen digital – für alle Beteiligten. Das geht nur gemeinsam mit allen, die darin arbeiten.“ (Quelle: VmF)


„Barmer Gesundheitsreport“: Gendermedizin im Fokus

Quelle: bifg
Die Versorgung von Patientinnen und Patienten in Deutschland zeichnet sich durch Hochleistungsmedizin und immer individuellere Behandlungsmethoden aus. Gleichwohl orientiert sich die Medizin immer noch nicht genug an den geschlechtsspezifischen Besonderheiten bei bestimmten Erkrankungen. Diese erfordern eine Therapie und Medikation, die gezielt auf Frauen oder Männer zugeschnitten ist. Gendermedizin hat das Potenzial, die Gesundheitsversorgung für alle Menschen zu verbessern. Für die Barmer ist dies Grund genug, das Schwerpunktkapitel des diesjährigen Gesundheitsreports dem Thema „Gender“ zu widmen. Analysiert wird die Situation in drei Altersgruppen, um ihre spezifischen Belastungen und Krankheitsfolgen zu erkennen.

An welchen Erkrankungen leiden Männer und Frauen besonders häufig? Welche Unterschiede bei den Arbeitsunfähigkeitsbescheinigungen gibt es? Der vollständige Report und Infografiken stehen auf der Internetseite des Barmer Instituts für Gesundheitssystemforschung zum Herunterladen zur Verfügung. (Quelle: bifg)

 

Zahnärzte als Praxispartner – Seminar am 27. August 2022 in Düsseldorf

Das war für die Teilnehmer der ersten Seminare wohl eine der wichtigsten Erkenntnisse: Es gibt viele Möglichkeiten für Zahnärzte, als Partner in der Praxis zusammenarbeiten, aber es muss doch viel beachtet und geregelt werden, was man vorher so gar nicht auf dem Schirm hatte. „Es hat viele unserer Seminarteilnehmerinnen und Seminarteilnehmer doch überrascht, was alles geklärt werden muss, bevor man als Praxisinhaber einen Partner aufnimmt beziehungsweise als Partner in eine bestehende Praxis einsteigt“, so Thomas Kirches, DentBeratung, der gemeinsam mit Experten diese Seminare organisiert (mehr dazu auch im Interview mit Thomas Kirches).

Am Samstag, 27. August 2022, gibt es in Düsseldorf wieder ein ganztägiges Seminar für alle, die einen Partner/eine Partnerin in die eigene Praxis aufnehmen wollen oder in eine Praxis einsteigen möchten. Für die Teilnahme gibt es 5 Fortbildungspunkte. Es sind noch einige wenige Plätze frei. Mehr Informationen im Flyer, Anmeldung mit dem Formular (Quelle: DentBeratung)
 

Verbot von Titandioxid in Lebensmitteln: Ablauf der Übergangsfrist

Bei der jüngsten Risikobewertung des Stoffs Titandioxid konnte eine erbgutschädigende Wirkung nicht ausgeschlossen werden. Titandioxid wurde daraufhin die Zulassung als Lebensmittelzusatzstoff E 171 EU-weit entzogen. Ab dem 8. August 2022 dürfen Lebensmittel, die E 171 enthalten, nicht mehr in den Verkehr gebracht werden. Das teilte das Bundesamt für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit (BVL) in Berlin mit.

Titandioxid wurde bislang unter anderem als weißes Farbpigment und als Trägerstoff für andere Farbpigmente eingesetzt. So wurde es zum Beispiel in Süßwaren, Überzügen und Dragees verwendet. Im Mai 2021 kam die Europäische Behörde für Lebensmittelsicherheit (EFSA) bei der Neubewertung von Titandioxid als Lebensmittelzusatzstoff E 171 jedoch zu dem Ergebnis, dass die Verwendung als Lebensmittelzusatzstoff nicht mehr länger als sicher angesehen werden könne. Eine erbgutschädigende Wirkung (Genotoxizität) konnte nicht ausgeschlossen werden. Die Europäische Kommission hat daraufhin die Zulassung der Verwendung von E 171 in Lebensmitteln mit einstimmiger Billigung der EU-Mitgliedstaaten aufgehoben.

Mit Inkrafttreten der Verordnung (EU) 2022/63 zum 7. Februar 2022 ist Titandioxid als Lebensmittelzusatzstoff E 171 somit nicht mehr zugelassen. Bis zum 7. August 2022 durften Lebensmittel, die gemäß den vor dem 7. Februar 2022 geltenden Vorschriften hergestellt wurden, noch in den Verkehr gebracht werden. Nach diesem Zeitpunkt dürfen sie bis zu ihrem Mindesthaltbarkeits- oder Verbrauchsdatum auf dem Markt bleiben. (Quelle. BVL)
 

Reinhardt: Kassen verfolgen Strategie der kalten Strukturbereinigung

Nach Einschätzung des Vorsitzenden des Hartmannbunds, Dr. Klaus Reinhardt, verfolgt die Honorarpolitik der gesetzlichen Krankenkassen mit Blick auf die ambulante Versorgung eine „Strategie der kalten Strukturbereinigung“. Anders seien Veranstaltungen wie der Auftakt der Verhandlungen zur Weiterentwicklung des Orientierungswerts am 5. August 2022 nicht mehr zu interpretieren. „Wer angesichts der offenkundigen finanziellen Herausforderungen für die Kolleginnen und Kollegen in ihren Praxen mit einer Nullnummer in die Honorargespräche startet, dem mangelt es nicht nur an Respekt, sondern der setzt auch ganz bewusst klare Signale“, sagte Reinhardt.

Eine der Kernbotschaften eines solchen Auftretens: Man hält die vorhandenen Strukturen der ambulanten Versorgung für überdimensioniert und nimmt ein Abschmelzen durch finanzielles Ausbluten gezielt in Kauf. Dass ein solcher Prozess irreversibel sei, beeindrucke die Kassen offensichtlich nicht. „Auf Knopfdruck lässt sich diese Versorgungsebene nicht wieder aktivieren. Da die Attraktivität der Niederlassung auch für potenzielle Nachfolger – analog zu den immer schwierigeren wirtschaftlichen Verhältnissen – immer mehr sinkt, schaffen die Kassen mit ihrer Politik eine ganz spezielle Form der Nachhaltigkeit – nämlich die der nachhaltigen Zerstörung von unverzichtbaren Versorgungsstrukturen“, sagte Reinhardt. (Quelle: Hartmannbund)
 

GKV-Finanzstabilisierungsgesetz: KZV BW-Vorstand schickt rund 1.500 Protestschreiben an Lauterbach

Der Entwurf für das GKV-Finanzstabilisierungsgesetz stößt bei der Zahnärzteschaft auf erheblichen Widerstand. Nach einem Aufruf der Kassenzahnärztlichen Vereinigung Baden-Württemberg (KZV BW) haben rund 1.500 Zahnärztinnen und Zahnärzte ein Protestschreiben an den Bundesgesundheitsminister unterzeichnet. Die Briefe wurden dem Ministerium in dieser Woche durch den Vorstand der KZV BW mit einem Begleitschreiben zugestellt.

Darin heißt es: „Die geplante Wiedereinführung einer harten Budgetierung wird die Zahnarztpraxen vor erhebliche wirtschaftliche Probleme stellen. Infolgedessen wird insbesondere in strukturschwächeren Gebieten die Niederlassungsbereitschaft des zahnärztlichen Nachwuchses sinken, viele Praxisstandorte werden dadurch in den nächsten Jahren verloren gehen. Zudem wird eine harte Budgetierung die Durchführung wichtiger neuer Leistungen, wie zum Beispiel im Bereich der Parodontitistherapie, ausbremsen. Im Ergebnis kommt es zu dem, was Sie wiederholt ausgeschlossen haben: zu einer massiven Reduktion des Leistungsangebotes, die eine erhebliche Verschlechterung der Mundgesundheit vieler Menschen zur Folge hätte.“

Weiterhin wird darauf verwiesen, dass der Anteil der Ausgaben der Krankenkassen für zahnärztliche Leistungen seit dem Jahr 2000 von ca. 9 Prozent auf mittlerweile nur noch 6,25 Prozent gesunken sei. „Dies zeigt, dass die Zahnärzteschaft seit Jahren einen Beitrag zur Stabilisierung der Krankenkassenfinanzen leistet“, so der Vorstand der KZV BW. (Quelle: KZV BW)
 

BDDH präsentiert neuen Partner Philips

Quelle: Philips
Der Berufsverband Deutscher Dentalhygienikerinnen (BDDH) sondierte potenzielle Premiumpartner und überzeugte Philips. „Qualifizierte Aus- und Fortbildung zu stärken, ist eines der großen BDDH-Ziele. Nun haben wir mit Philips einen Partner gewonnen, der unsere Erwartungen erfüllt und uns in diversen Projekten unterstützt“, so Aydan Sachs, Präsidentin des BDDH.

Dialog, Information, und Qualifizierung sind Hauptanliegen des Verbands. Durch Fachveranstaltungen, Informationsmaterialien für Patienten und strategischen Allianzen sorgt der BDDH für die Anerkennung des Berufsstands. Von der Partnerschaft mit Philips sollen alle Qualifikationsniveaus in den Praxen profitieren, heißt es.

Dabei werde der Fokus nicht nur auf der bekannten Philips-Fähigkeit liegen, mittels Schalltechnologie das Ergebnis präventiver Maßnahmen bis zum nächsten Praxistermin maximal zu erhalten. Auch ein regelmäßiger Dialog mit den BDDH-Expertinnen und -Experten in den Praxen soll zum Beispiel bei der Entwicklung neuer Produkte helfen. Ferner werden Workshops und neue Informations-Formate etabliert, so die Ankündigung. Mehr Informationen zum BDDH auf der Website des Verbands. (Quelle: BDDH/Philips)
 

BZÄK stellt Informationen zu Affenpocken bereit

Die Bundeszahnärztekammer hat auf ihrer Website Informationen zum Thema Affenpocken veröffentlicht, unter anderem eine Einschätzung zur Hygiene, Übertragung, Symptomen, Maßnahmen, Impfung und weitere Informationen. (Quelle: BZÄK)
 

Krankschreibung bei leichten Atemwegsinfekten wieder per Telefon möglich

Vertragsärzte können Patienten mit leichten Erkrankungen der oberen Atemwege ab sofort wieder telefonisch krankschreiben. Das hat der Gemeinsame Bundesausschuss am 4. August 2022 angesichts der Corona-Infektionszahlen beschlossen. Die Sonderregelung ist befristet bis zum 30. November 2022. Vertragsärztinnen und -ärzte haben somit erneut die Möglichkeit, ihren Patientinnen und Patienten nach telefonischer Anamnese eine Arbeitsunfähigkeit (AU) für bis zu sieben Kalendertage zu bescheinigen. Bei fortdauernder Erkrankung ist telefonisch eine einmalige Verlängerung der AU-Bescheinigung um weitere sieben Kalendertage möglich, informiert die Kassenärztliche Bundesvereinigung (KBV).

Angesichts von häufig milden oder auch symptomlosen Verläufen bei Infektionen mit einer Omikron-Variante – anders als in vorherigen Coronawellen mit häufig schwereren Verlaufsformen – sind zudem Patienten ohne Symptome in aller Regel nicht arbeitsunfähig. Eine häusliche Isolation wird in diesen Fällen allein infektionsrechtlich begründet. Diese Patientinnen und Patienten sollten sich deshalb an die zuständigen Gesundheitsämter wenden, so die KBV.

Auch die Ausstellung einer „Ärztlichen Bescheinigung für den Bezug von Krankengeld bei der Erkrankung eines Kindes“ (Muster 21) soll wieder telefonisch möglich sein. Die zwischen KBV und dem GKV-Spitzenverband hierzu getroffene Vereinbarung soll wiederaufgenommen werden. Mehr Informationen bei der KBV. (Quelle: KBV)
 

KBV beginnt Verhandlungen zum Orientierungswert 2023

Die Vertragsärzte beginnen am Freitag, 5. August 2022, die Verhandlungen zur Weiterentwicklung des Orientierungswerts zwischen KBV und GKV-Spitzenverband. Dabei geht es vor allem um die gestiegenen Investitions- und Betriebskosten, die die Praxen stark belasten, so die KBV. Nach den gesetzlichen Vorgaben müssen diese für Praxen relevanten Investitions- und Betriebskosten bei der Anpassung des Orientierungswerts und damit der Preise für ärztliche und psychotherapeutische Leistungen berücksichtigt werden.

Der Vorstand der KBV rechnet für dieses Jahr mit sehr schwierigen Verhandlungen. „Der Bundesgesundheitsminister will die Neupatientenregelung kippen und die Krankenkassen wollen Nullrunden ansetzen. Gleichzeitig haben die Praxen mit enormen Kostensteigerungen zu kämpfen, wie die jüngste Erhebung des Zentralinstituts für die kassenärztliche Versorgung aufzeigt“, erklärte der KBV-Vorstandsvorsitzende Dr. Andreas Gassen am 4. August 2022.

Doch immer mehr Leistung für weniger Geld funktioniere nicht, stellte Gassen klar. „Den Kolleginnen und Kollegen würde ja vor diesem Hintergrund gar nichts anderes übrigbleiben als Leistungen herunterzufahren.“

Der stellvertretende Vorstandsvorsitzende Dr. Stephan Hofmeister wies auf die stark steigenden Kosten unter anderem für Energie sowie einer enorm angezogenen Inflation hin. Damit würden sich die Praxen genau wie andere Betriebe und Unternehmen konfrontiert sehen. Noch nicht berücksichtigt im aktuellen Orientierungswert seien zudem die deutlich gestiegenen Personalaufwendungen durch den bereits einige Jahre zurückliegenden Tarifabschluss. (Quelle: KBV)
 

Renteneintritt der Babyboomer: Folgen für Arbeitsmarkt und Sozialversicherung

Der bevorstehende Ruhestand der Babyboomer hat danach weitreichende Folgen für den Arbeitsmarkt und die Sozialversicherungen, so der PKV-Verband.
12,9 Millionen Erwerbspersonen in Deutschland werden in den nächsten 15 Jahren das Renteneintrittsalter erreichen – fast ein Drittel der gesamten Erwerbsbevölkerung. Diese Entwicklung ist auf den Renteneintritt der Babyboomer zurückzuführen, jenen zahlenmäßig stärksten Jahrgängen, die zwischen 1957 und 1969 zur Welt kamen. Ihnen folgten seit den 1970er Jahren deutlich niedrigere Geburtenraten. Das zeigen die Zahlen aus dem neuen Mikrozensus 2021 des Statistischen Bundesamts.

Der demografische Wandel erreicht damit auch den Arbeitsmarkt. Die jüngere Altersgruppe kann die ältere zahlenmäßig nicht ersetzen. Das bedeutet: Unter dem Strich werden der deutschen Wirtschaft bis 2035 bis zu sechs Millionen Erwerbspersonen verloren gehen.

Die Alterung der Gesellschaft wirkt sich aber nicht nur auf den Arbeitsmarkt, sondern auch auf die Sozialversicherungen aus. Denn im Umlageverfahren der Gesetzlichen Krankenversicherung (GKV) und der Sozialen Pflegeversicherung tragen die Erwerbstätigen die Ausgaben der Ruheständler mit, weil die Beiträge auf Renteneinkünfte und sonstige Ruhegelder nicht kostendeckend sind. Die immer höheren Lasten verteilen sich somit auf immer weniger Schultern.
Welche zusätzlichen Belastungen der demografische Wandel für die Beitragszahler bedeutet, zeigen aktuelle Prognosen. Demnach müssten die GKV-Beiträge allein bis 2030 um bis zu 35 Prozent steigen, um die höheren Kosten des medizinisch-technischen Fortschritts, des demografischen Wandels und des Fachkräftemangels zu finanzieren.

Die Private Krankenversicherung sieht sich mit ihren kapitalgedeckten Altersrückstellungen dagegen gut auf den demografischen Wandel vorbereitet. Im Jahr 2021 betrugen die Alterungsrückstellungen aller Versicherten insgesamt über 300 Milliarden Euro. (Quelle: PKV-Verband)
 

ZFA-Ausbildung mit Update bei Digitalisierung, Medizinprodukten und Kommunikation

Zum 1. August 2022, dem offiziellen Beginn des neuen Ausbildungsjahrs, ist auch die neue Ausbildungsordnung für Zahnmedizinische Fachangestellte (ZFA) in Kraft getreten.  „Ich freue mich, die neue AO in die Praxis umzusetzen“, sagt Sylvia Gabel, Referatsleiterin ZFA im Verband medizinischer Fachberufe e.V. und Sachverständige im Neuordnungsverfahren. „Alle Beteiligten haben in den vergangenen beiden Jahren sehr viel Arbeit hineingesteckt, um das Update für die Praxis zu gestalten. Überholtes wurde ausgemistet, dafür viele andere Schwerpunkte vertieft.“

So sind erstmals Digitalisierung und Nachhaltigkeit eigene Berufsbildpositionen. Intensiver sollen die Betreuung der Patientinnen und Patienten, aber auch Kommunikation und Kooperation vermittelt werden. Aufgewertet wurde zudem das Aufbereiten von Medizinprodukten, das jetzt in einer eigenständigen Berufsbildposition detailliert geregelt ist. Weitere Modernisierungen betreffen die bildgebenden Verfahren unter Beachtung von Strahlenschutzmaßnahmen.

Neu und ganz entscheidend für die Ausbildungspraxis ist die gestreckte Abschlussprüfung (GAP), so Sylvia Gabel: „Die bisherige Zwischenprüfung entfällt. Dafür gibt es den ersten Teil der GAP im vierten Ausbildungshalbjahr, der mit 35 Prozent in die Gesamtabschlussnote einfließt. Das heißt, die betreffenden Lerninhalte müssen bis zu diesem Zeitpunkt vermittelt worden sein.“

Das setze alle Beteiligte schon etwas unter Druck, bemerkt Sylvia Gabel: „Aber es führt hoffentlich auch dazu, dass die Ausbildung strukturierter durchgeführt wird.“ Sie wünscht sich gleichzeitig, dass Berufsbild und Ausbildung mit den aktualisierten Inhalten auch attraktiver werden. „Wir müssen neue Gedanken umsetzen und dürfen den Spaß an der Ausbildung nicht vergessen.“ Gute Unterstützung und Hilfestellung gibt ihrer Ansicht nach die Umsetzungshilfe, die vom Bundesinstitut für Berufsbildung (BIBB) herausgegeben wurde. Der Verband hat umfangreiche Links auf seiner Internetseite zusammengestellt. (Quelle: VmF)
 

CompuGroup Medical (CGM) senkt Preise für Konnektorentausch bei Ärzten

Die CompuGroup Medical (CGM) senkt die Preise für den anstehenden Austausch der Konrektoren für die Telematikinfrastruktur. Das hat das Unternehmen mit Sitz in Koblenz am 1. August 2022 angekündigt. Ziel sei es, den nötigen Konnektorenaustausch so abzuwickeln, dass der Fahrplan für die Einführung der TI eingehalten werden könne. Die CGM habe aus diesem Grund beschlossen, sich an den anfallenden Kosten für den Konnektorentausch zu beteiligen.

Das Unternehmen hat nach eigenen Angaben den Preis für den Konnektorentausch auf die Höhe des Erstattungsbetrags für die Vertragsärzte gemäß Schiedsgerichtsspruch abgesenkt. Für Ärztinnen und Ärzte fallen somit 2.3000 Euro (inklusive der gesetzlichen Mehrwertsteuer) an. „Diese Preisanpassung gilt auch für alle Kundinnen und Kunden, die den Konnektorentausch bereits bei der CGM beauftragt haben“, heißt es weiter

Die Höhe der Erstattung für den Konnektorentausch in den Vertragszahnarztpraxen steht noch nicht fest, die Kassenzahnärztliche Bundesvereinigung verhandelte laut Auskunft vom 25. Juli 2022 noch mit dem GKV-Spitzenverband in dieser Sache. (Quelle: CGM/QN)
 

GKV-Ausgaben: Nur 6,25 Prozent für zahnärztliche Versorgung

Die vergangenen Jahre haben gezeigt, dass von der vertragszahnärztlichen Versorgung keine Gefahr für die Stabilität der Finanzen der Gesetzlichen Krankenversicherung (GKV) ausgeht, obwohl der Gesetzgeber mit dem GKV-Versorgungsstrukturgesetz bereits 2012 die strikte Budgetierung aufgehoben hat. Vielmehr ist der Anteil der zahnärztlichen Ausgaben an den GKV-Gesamtausgaben kontinuierlich von 8,92 Prozent im Jahr 2000 auf mittlerweile 6,25 Prozent gesunken. Darauf weist die Kassenzahnärztliche Bundesvereinigung (KZBV) hin.

Gleichzeitig wurde der vertragszahnärztliche Leistungskatalog präventionsorientiert ausgebaut und auf die Bedürfnisse vulnerabler Gruppen hin ausgerichtet. Das ist das Ergebnis einer von der Zahnärzteschaft verfolgten langjährigen, erfolgreichen, präventionsorientierten Ausrichtung der Versorgung. Die KZBV fordert vor diesem Hintergrund den Bundesgesundheitsminister mit Nachdruck auf, unter allen Umständen auf die Wiedereinführung einer strikten Budgetierung im Verbund mit Honorarkürzung zu verzichten, wie sie aktuell im GKV-Finanzstabilisierungsgesetz geplant sind. (Quelle: KZBV)
 

Masernimpfpflicht seit 1. August 2022 verbindlich

Zum 1. März 2020 ist das Masernschutzgesetz in Kraft getreten. Es sieht vor, dass alle Personen, die in einer Zahnarztpraxis tätig sind und nach dem 31. Dezember 1970 geboren sind, einen vollständigen Impfschutz oder eine Immunität gegen Masern nachweisen müssen. Die Frist zum Nachweis einer Masern-Schutzimpfung endete am 31. Juli 2022. Wer keinen Nachweis erbringen kann/will, gegen den kann das Gesundheitsamt ein Tätigkeitsverbot aussprechen. Alle Informationen rund um die Masernimpfpflicht für Beschäftigte hat das Bundesgesundheitsministerium zusammengestellt. (Quelle: QN)
 

E-Learning-Plattform „mund-pflege.net“ gestartet

Am 1. Juli 2022 ist die Plattform „mund-pflege.net“ online gegangen. Die Plattform richtet sich an professionell Pflegende und möchte einen niedrigschwelligen, digitalen Zugang zu allen relevanten Fragen der Mundgesundheit bieten. Das E-Learning-Angebot orientiert sich am Expertenstandard zur Förderung der Mundgesundheit in der Pflege und wurde im Rahmen eines Forschungsprojektes an der Hochschule Neu-Ulm. Entwickelt. (Quelle: LZKBW)
 

Quälende Diskussion um Konnektoren-Austausch nur eine Fußnote fundamentalen Versagens

Der Hartmannbund hat dem Bundesgesundheitsministerium und der Gematik massives Versagen bei der Etablierung der Digitalisierung im deutschen Gesundheitswesen vorgeworfen. Die quälende aktuelle Diskussion um den (Nicht-)Austausch von Konnektoren sei – bei aller Bedeutung des Themas für die Betroffenen – leider nur eine Fußnote auf einem inzwischen ganz und gar verbrannten Boden.

„Die in den vergangenen Jahren erlebte Mischung aus Zwangsmaßnahmen, wenig überzeugender technischer Performance und finanzieller Unterdeckung in den Praxen ist eine Geschichte nachhaltigen Versagens“, sagte der Vorsitzende des Hartmannbundes, Dr. Klaus Reinhardt. Es sei den Gesellschaftern der Gematik – allen voran dem Mehrheitsgesellschafter Bund – nicht gelungen, aus einem im Kern gemeinsamen Interesse ein gemeinsames Projekt zu machen. „Man kann es nicht oft genug sagen, dass auch die Ärztinnen und Ärzte in ihren Praxen ein elementares Interesse an einer für sie und ihre Patientinnen und Patienten sinnvollen Implementierung von digitalen Prozessen haben“, betonte Reinhardt. Dazu müsse aber der Mehrwert mindestens in einem angemessenen Verhältnis zum erbrachten Aufwand stehen – egal ob finanziell oder auch mit Blick auf die „human resources“. Das mühsame Feilschen um kostendeckende Erstattungen und fehlendes Vertrauen seien jedenfalls kein guter Nährboden für blühende digitale Landschaften.

Reinhardt appellierte vor diesem Hintergrund mit Blick auf die am 2. August 2022 stattfindende Gesellschafterversammlung der Gematik eindringlich an alle Beteiligten, endlich Klarheit über die bisher abgelaufenen Prozesse und über den aktuellen Stand der Dinge zu schaffen. „Wenn wir Vertrauen bei den Kolleginnen und Kollegen an der Basis schaffen wollen, dann brauchen wir einen einvernehmlichen Beschluss auf Grundlage von unbestreitbaren Fakten.“ Zu diesen Fakten gehöre im Übrigen auch, dass die Finanzierung eines möglichen Konnektoraustausches auf Basis des bestehenden Beschlusses nicht machbar sei. Hier müsse sich der Bund als Mehrheitsgesellschafter auf jeden Fall noch bewegen. (Quelle: Hartmannbund)
 

Quelle: Quintessence News Politik Wirtschaft Nachrichten Praxis Team Menschen Aus dem Verlag

Adblocker aktiv! Bitte nehmen Sie sich einen Moment ...

Unser System meldet, dass Sie eine aktive AdBlocker-Software verwenden, die verhindert dass alle Seiteninhalte geladen werden können.

Fair geht vor: Unsere Partner aus der Industrie tragen durch ihre Anzeigen einen maßgeblichen Teil zum Betreiben dieser Newsseite bei. Diese finden Sie in überschaubarer Anzahl auf der Startseite sowie den einzelnen Artikelseiten.

Bitte setzen Sie www.quintessence-publishing.com auf Ihre „AdBlocker Whitelist“ oder deaktivieren Ihre AdBlocker Software. Danke.

Weitere Nachrichten

  
15.08.2022

KZV-Wahlen und der Sack Reis

Im politischen und Honorargeschäft kommt es auf das Gewicht in der Interessenwaagschale an – die Kolumne von Dr. Uwe Axel Richter
11.08.2022

Sachsen-Anhalt: 644 Protestschreiben der Zahnärzteschaft an Lauterbach

Vertragszahnärztliche Versorgung unter Druck – schon 300 Praxissitze verlorengegangen
09.08.2022

1.362 Einwohner je Zahnarzt – zahnmedizinische Versorgung stabil und engmaschig

Zahnärzte sehen Konkurrenz durch große investorengeführte MVZ – aktueller Versorgungsbericht 2022 der KZV Baden-Württemberg
09.08.2022

10 Jahre Forum Zahn- und Mundgesundheit

Politik verspricht Unterstützung bei Zahn- und Mundgesundheit als 9. Ziel im neuen Präventionsgesetz
08.08.2022

Anträge jetzt digital bei den Krankenkassen stellen

Elektronisches Beantragungs- und Genehmigungsverfahren – Kassen für Bearbeitung bereit, ab 2023 Pflicht
04.08.2022

„Gematik darf sich nicht hinter Gesellschaftern verstecken!“

Diskussion um Alternativen zum Konnektortausch – KZBV positioniert sich nach der Gesellschafterversammlung am 2. August
03.08.2022

„Es kommt auf die persönliche Ansprache an“

Dr. Holger Seib, Vorstandsvorsitzender der Kassenzahnärztlichen Vereinigung Westfalen-Lippe, über sein Engagement und seine Erfahrungen in der Nachwuchsgewinnung für die Standespolitik und die Beteiligung von Frauen
02.08.2022

KBV will Konnektortausch erneut auf Gematik-Agenda setzen

Gesellschafterversammlung am 2. August 2022 – KBV hält an Forderung nach Neubewertung fest, DGMKG fordert TI-Moratorium