Grußbotschaft von KZBV, BZÄK und DGZMK an die Zahnärzteschaft

(c)BZÄK/Tobias Koch

Dank an die Zahnärztinnen und Zahnärzte und ihre Praxisteams, ein Rückblick auf ein in vieler Hinsicht besonderes und herausforderndes Jahr und ein Ausblick auf die Aufgaben des kommenden Jahres – mit einer gemeinsamen Grußbotschaft zu Weihnachten wenden sich der Vorstandsvorsitzende der Kassenzahnärztliche Bundesvereinigung (KZBV) Dr. Wolfgang Eßer, der Präsident der Bundeszahnärztekammer (BZÄK), Dr. Peter Engel, und der Präsident der Deutschen Gesellschaft für Zahn-, Mund- und Kieferheilkunde (DGZMK), Prof. Dr. Roland Frankenberger an die Zahnärzteschaft. Das Schreiben im Wortlaut.

 

Sehr geehrte Damen und Herren,
liebe Kolleginnen und Kollegen,

das Jahr 2020 neigt sich dem Ende zu und es hat uns allen ohne Zweifel sehr viel abverlangt. Durch die Corona-Pandemie wurden viele alte Gewissheiten grundlegend in Frage gestellt, insbesondere auch für Zahnarztpraxen und deren Teams in ganz Deutschland, aber auch für Kassenzahnärztliche Vereinigungen, (Landes-)Zahnärztekammern sowie für zahnmedizinische Fachgesellschaften.

Dank für den Dienst am Mitmenschen

Dennoch waren die Zahnärztinnen und Zahnärzte immer für die Patientinnen und Patienten da und sind es auch weiterhin – trotz vieler Widrigkeiten und Probleme, trotz erschwerter Bedingungen in den Praxen. Für Ihren unermüdlichen Einsatz, Ihren Dienst an Ihren Mitmenschen und Ihre persönliche Hingabe bedanken wir uns bei Ihnen und Ihren Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern sehr herzlich!
Nun steht die Weihnachtszeit bevor, und auch die Feiertage werden sich in diesem Jahr – so viel lässt sich bereits jetzt sicher sagen – aufgrund hoher Infektionszahlen und andauernder Kontaktbeschränkungen völlig anders als gewohnt gestalten.

Menschen können sich auf die Zahnärzte verlassen

Lassen Sie uns aber zunächst kurz innehalten und auf die vergangenen Monate zurückblicken: Die Pandemie hat vor allem auch unser Gesundheitswesen hart getroffen und die Versorgung der Menschen vor bislang nicht gekannte, immer neue Herausforderungen gestellt. So sind auch wir Zahnärztinnen und Zahnärzte seit Februar mit der Bewältigung der tiefgreifenden Krise befasst und mobilisieren alle verfügbaren Kräfte, um unsere Patienten, Praxen und Mitarbeiter gut durch die Pandemie zu bringen. Dabei haben wir vielfach und eindrucksvoll unter Beweis gestellt, dass sich die Menschen in unserem Land auf ihre Zahnärzteschaft und auf das zahnärztliche Versorgungssystem verlassen können – auch und besonders in Krisenzeiten.

Patienten zum Zahnarztbesuch ermutigen

Patientinnen und Patienten sind bei ihren Zahnärzten sicher und brauchen aufgrund der hohen und in der Pandemie noch einmal erhöhten Hygienemaßnahmen keine Angst vor Infektionen im Rahmen von Behandlungen zu haben. Es gibt keine nennenswerten Infektionszahlen im Umfeld zahnärztlicher Praxen und Kliniken. Deshalb ermutigen wir die Patienten, im Interesse ihrer Mundgesundheit und auch ihrer Allgemeingesundheit Behandlungen und Prophylaxetermine wie gewohnt wahrzunehmen.
Auch jetzt, da uns die zweite Welle der Pandemie mit voller Wucht getroffen hat, leisten die Praxen überall im Land sowie auch die zahnärztlichen Organisationen unter größtem Einsatz und Anstrengungen einen entscheidenden Beitrag zur Pandemiebewältigung. Zahnmedizin ist essentielle Heilbehandlung und elementarer Bestandteil der Medizin. Deshalb bieten wir auch unsere Unterstützung bei den anstehenden Test- und Impfmaßnahmen der Bevölkerung an.

Praxen zum Teil in ihrer Existenz bedroht

Trotz dieser positiven Impulse aus der Mitte der Zahnärzteschaft muss aber auch konstatiert werden, dass viele Praxen die pandemiebedingten wirtschaftlichen Folgen inzwischen alleine nicht mehr schultern können und zum Teil in ihrer Existenz bedroht sind. Für uns als Berufsstand ist es daher wichtiger denn je, den politischen Dialog zu suchen und auf allen Ebenen intensiv zu führen, die Auswirkungen von Corona sachlich und klar in der Argumentation zu belegen und zielgerichtet Unterstützung für Praxen zu organisieren, die von der Pandemie besonders hart getroffen sind.

Gemeinsam für die Praxen kämpfen

Dass ein solcher standespolitischer Ansatz erfolgversprechend ist, hat sich kürzlich bei der Verabschiedung des Gesetzes zur Verbesserung der Gesundheitsversorgung und Pflege (GPVG) gezeigt: So erhalten Kassenzahnärztliche Vereinigungen (KZVen) etwa die Möglichkeit, gerade junge Praxen, die durch die Folgen der Pandemie existenziell bedroht sind, unter angemessener Beteiligung der Kassen finanziell zu unterstützen, auch wenn wir uns gewünscht hätten, dass diese Unterstützung für alle in Not geratenen Praxen ermöglicht worden wäre. Zudem wird die Zahlungsfähigkeit der KZVen durch eine rückzuzahlende Liquiditätshilfe auch in 2021 gesichert. Auch der Wegfall der Vergütungsobergrenzen bei den Gesamtverträgen für 2021 und 2022 dürfte weitere positive Effekte mit sich bringen. Denn die Leistungsmenge ist in diesem Zeitraum nicht gedeckelt und ermöglicht in der Versorgung somit potenzielle Nachholeffekte.

Mit diesen Regelungen werden wesentliche Voraussetzungen dafür geschaffen, um auch in der zweiten Welle und darüber hinaus die Versorgung der Bevölkerung wohnortnah, flächendeckend und qualitätsgesichert unter Einhaltung höchster Infektionsschutzmaßnahmen sicherstellen zu können – ein wichtiger Etappenerfolg für uns alle, der gemeinsam erkämpft wurde.

Jenseits des GPVG konnte durch Interventionen der Standespolitik bei den Bundesministerien für Gesundheit sowie für Arbeit und auch direkt bei der Bundesagentur für Arbeit (BA) vor Monaten erreicht werden, dass Zahnarztpraxen grundsätzlich Anspruch auf Kurzarbeit erhalten. Nach ersten Zahlen der BA wurde diese Regelung zehntausendfach in Anspruch genommen. Viele Arbeitsplätze in Praxen wurden so gesichert.

Vereint und abgestimmt handeln und nicht entmutigen lassen

Wir wollen aber auch nach vorne schauen, alle noch vor uns liegenden Herausforderungen gemeinsam angehen und die zahnmedizinische Versorgung der Menschen in diesem Land weiterhin erfolgreich gestalten. Wir werden zeigen, dass wir vereint und abgestimmt handeln und uns nicht entmutigen oder auseinanderdividieren lassen, auch nicht in diesen schwierigen Zeiten. Die Kommunikationsoffensive „Gesund ab Mund“ (gesund-ab-mund.de) der BZÄK ist dabei ein neues Mittel, um das vielfältig positive Handeln und Wirken der Zahnmedizin verstärkt in den Fokus von Öffentlichkeit und Politik zu rücken.

In hoffentlich nicht ferner Zukunft wird der Tag kommen, an dem wir auf die gegenwärtig noch andauernde Pandemie als historisches Ereignis zurückblicken. Der Tag wird kommen, an dem wir sagen: Wir haben gemeinsam unser Bestes gegeben. In der Gewissheit, dass wir für unsere Patientinnen und Patienten in dieser Krise ohne Beispiel da waren, aufeinander Acht gegeben haben – auch wenn wir uns für eine Zeit lang nicht wie gewohnt die Hand reichen konnten.
Wir wünschen Ihnen und Ihren Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern eine friedvolle Adventszeit, ein schönes Weihnachtsfest und insbesondere Gesundheit für das neue Jahr 2021.

Berlin, 9. Dezember 2020

Prof. Dr. Roland Frankenberger, Präsident der DGZMK
Dr. Wolfgang Eßer, Vorsitzender des Vorstands der KZBV
Dr. Peter Engel Präsident der BZÄK

Titelbild: Dr. Peter Engel, Präsident der Bundeszahnärztekammer, Prof. Dr. Roland Frankenberger, Präsident der Deutschen Gesellschaft für Zahn-, Mund- und Kieferheilkunde (damals noch Präsident elect), und Dr. Wolfgang Eßer, Vorsitzender des Vorstandes der Kassenzahnärztlichen Bundesvereinigung, auf der Pressekonferenz des Deutschen Zahnärztetages am 09. November 2018 in Frankfurt am Main (Foto: BZÄK/Tobias Koch)
Quelle: DGZMK/KZBV/BZÄK Politik Nachrichten med.dent.magazin Team

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