0,00 €
Zum Warenkorb
  • Quintessence Publishing Deutschland
Filter
1086 Aufrufe

Verfahren gilt auch für Praxisinhaber – Personalbuchhaltung braucht zugelassene Software

Ab 1. Januar 2023 Geschichte. Dann müssen Arbeitgeber die AU elektronisch bei der Krankenkasse der Beschäftigten abrufen.

(c) nitpicker/Shutterstock.com

Arbeitgeber sind ab Januar 2023 verpflichtet, die Arbeitsunfähigkeitsdaten ihrer gesetzlich versicherten Beschäftigten elektronisch bei den Krankenkassen abzurufen. Arbeitnehmer müssen sich dann lediglich noch „krankmelden“, die Pflicht zur Vorlage der Bescheinigung ist gesetzlich nicht mehr vorgesehen. Dies gilt auch für Inhaberinnen und Inhaber von Arzt- und Zahnarztpraxen.

Die Kassenärztliche Bundesvereinigung (KBV) hat rund um die sogenannte eAU – die elektronische Arbeitsunfähigkeitsbescheinigung – Informationen für die Praxen zusammengestellt. Mit der Umstellung des Verfahrens müssen Arztpraxen nicht mehr in jedem Fall ihren Patientinnen und Patienten eine ausgedruckte Arbeitsunfähigkeitsbescheinigung (AU-Bescheinigung) für den Arbeitgeber aushändigen. Dies ist nur noch in Ausnahmefällen, zum Beispiel für Arbeitslose, oder auf Wunsch des Patienten erforderlich. Die Kassenzahnärztliche Bundesvereinigung hat alle Informationen für Zahnarztpraxen zum Ausstellen einer eAU in einer kostenlosen Broschüre zusammengefasst.

Papierausdrucke könnten vorerst weiterhin nötig sein

„Wir befürchten allerdings, dass nicht alle Arbeitgeber ab Januar technisch und organisatorisch in der Lage sein werden, die AU digital abzurufen und weiterhin Papierausdrucke von ihren Arbeitnehmern fordern werden“, sagte KBV-Vorstandsmitglied Dr. Thomas Kriedel den PraxisNachrichten. Möglich wäre der Abruf, denn mittlerweile nutzten fast alle Arztpraxen die eAU.
Mehr als 80 Prozent der AU-Bescheinigungen werden Kriedel zufolge aktuell elektronisch an die Kassen übermittelt. Bei technischen Problemen mit der digitalen Übermittlung wendeten Praxen das papiergebundene Ersatzverfahren an. In diesem Fall könnten die Daten durch einen aufgedruckten Barcode von den Krankenkassen ohne großen Aufwand digitalisiert und den Arbeitgebern bereitgestellt werden.

Viele noch nicht gut informiert

Nachfragen von Patienten in den Praxen sowie von Arbeitgebern bei der KBV ließen darauf schließen, dass viele über die Umstellung des Verfahrens gar nicht oder nur unzureichend informiert seien, fuhr Kriedel fort. Die KBV habe deshalb bereits mehrfach eine bessere Aufklärung gefordert und sich diesbezüglich auch an das Bundesarbeitsministerium und die Arbeitgebervertretung BDA gewandt.

Arztpraxen sollten daher selbst entscheiden, ob sie ab Januar vorerst weiterhin die AU-Bescheinigung für den Arbeitgeber ausdrucken, um nachträgliche Anfragen der Patienten nach einer Papierbescheinigung zu vermeiden, rät Kriedel.

Arbeitgeber rufen AU-Daten digital ab

Das Verfahren zur elektronischen AU-Bescheinigung sieht vor, dass Ärzte die Daten der Krankschreibung digital an die Krankenkassen senden. Diese wiederum übermitteln die Daten an die Arbeitgeber. Ein Papierausdruck ist somit weder für die Kassen noch für den Arbeitgeber erforderlich, wenn die Übermittlung reibungslos funktioniert.

Arbeitnehmer müssen Arbeitgeber weiter informieren

Arbeitnehmer sind ab Januar weiterhin verpflichtet, ihren Arbeitgeber, zum Beispiel per Telefon oder E-Mail, unverzüglich darüber zu informieren, dass sie krankheitsbedingt ausfallen. Liegt eine AU-Bescheinigung vor, kann der Arbeitgeber die AU-Daten bei der Krankenkasse des Beschäftigten elektronisch abrufen. Dies gilt auch für Folgebescheinigungen.

Was Ärzte als Arbeitgeber wissen sollten

Die Regelungen für Arbeitgeber betreffen auch Vertrags(zahn)ärzte und Vertragspsychotherapeuten, die Personal beschäftigen. Auch sie müssen ab Januar die AU-Daten bei der Krankenkasse abrufen, bei denen ihre Mitarbeiterin/ihr Mitarbeiter versichert ist, sofern sie als Arzt oder Ärztin nicht selbst die AU-Bescheinigung für ihre Mitarbeitenden ausgestellt haben.

Zum Abruf der Daten benötigen Firmen, Behörden oder Arztpraxen eine zugelassene und datenschutzkonforme Software. Praxen, die einen externen Dienstleister mit dem Personalmanagement beauftragt haben, sollten prüfen, ob der digitale Abruf der AU-Daten dort erfolgt. Informationen zur elektronischen Übermittlung von AU-Daten an den Arbeitgeber stellt unter anderem die Bundesvereinigung der Deutschen Arbeitgeberverbände auf einer Themenseite mit Schaubild und vielen Links bereit. Auch die Krankenkassen informieren über das Verfahren, zum Beispiel die Techniker Krankenkasse mit Fragen und Antworten für Arbeitgeber.

Nur der „gelbe Schein“ wird digital

Die Umstellung auf das elektronische Verfahren betrifft nur die AU-Bescheinigung, die in der Vergangenheit auf dem „gelben Schein“ (Muster 1) ausgestellt wurde. Bei privat Versicherten, AU-Bescheinigungen aus dem Ausland oder der Ausstellung von Bescheinigungen bei Krankheit eines Kindes (Muster 21) bleibt es auch nach dem 1. Januar 2023 beim bisherigen Verfahren und bei der Vorlagepflicht der Beschäftigten.

Mit Material der KBV, der KZBV, des BDA und der TK.

 

Quelle: Quintessence News Praxis Team Praxisführung Dokumentation Telematikinfrastruktur

Adblocker aktiv! Bitte nehmen Sie sich einen Moment ...

Unser System meldet, dass Sie eine aktive AdBlocker-Software verwenden, die verhindert dass alle Seiteninhalte geladen werden können.

Fair geht vor: Unsere Partner aus der Industrie tragen durch ihre Anzeigen einen maßgeblichen Teil zum Betreiben dieser Newsseite bei. Diese finden Sie in überschaubarer Anzahl auf der Startseite sowie den einzelnen Artikelseiten.

Bitte setzen Sie www.quintessence-publishing.com auf Ihre „AdBlocker Whitelist“ oder deaktivieren Ihre AdBlocker Software. Danke.

Weitere Nachrichten

  
27.01.2023

Kurz und knapp

Kurznachrichten und Informationen aus der (dentalen) Welt – Januar 2023
24.01.2023

Blog zur IDS 2023 – Wegweiser, Menschen, Trends

„100 Jahre IDS“: die internationale Dentalbranche trifft sich vom 14. bis 18. März 2023 zur Jubiläumsmesse in Köln
23.01.2023

Standortanalyse für Arzt- und Zahnarztpraxen erweitert

ApoBank bietet potenziellen Gründerinnen und Gründern und Niedergelassenen Umfeldanalyse an
20.01.2023

Keine geringere Stundenvergütung für geringfügig Beschäftigte

Bei gleicher Qualifikation für die identische Tätigkeit – Bundesarbeitsgericht bestätigt Entscheidung des Landesarbeitsgerichts München
20.01.2023

IDS 2023: digital first

Initiative ProDente arbeitet live on stage und feiert 25. Geburtstag
19.01.2023

Mit denen sprechen, die es entwickelt haben

3M auf der IDS 2023: Neue Produkte, Hands-on-Bereiche und digitale Ausblicke auf dem Messestand
18.01.2023

Zahnärztekammer Niedersachsen ist neuer Tarifpartner für ZFA

Delegierte der Kammerversammlung haben Beitritt zu AAZ beschlossen – Verband medizinischer Fachkräfte freut sich
17.01.2023

Planmeca präsentiert vollständig digitale Workflows auf der IDS 2023

Seite an Seite mit KaVo Dental in neuer IDS-Halle – viele Aktionen, Produkte und Gespräche

Verwandte Bücher

  
Aynur Durali

Meine Zahnarztpraxis läuft

Tipps und Tricks zur Gewinnsteigerung
Christian Henrici / Bernd Halbe (Hrsg.)

Mein Beruf – meine Zukunft

Kriterien einer Entscheidungsfindung – angestellt oder selbstständig?
Peter Fischer

10 Rücken-Fit-Basics für das zahnärztliche Team

10 einfache Schritte für Ihre dauerhafte Rückengesundheit
Andreas Filippi / Tuomas Waltimo (Hrsg.)

Speichel

Ein Nachschlagewerk für Zahnärzte, Hausärzte, Kinderärzte, Hals-Nasen-Ohren-Ärzte, Dentalhygienikerinnen, Zahnmedizinische Prophylaxe- und Fachhelferinnen, Logopäden sowie Studierende der Medizin und Zahnmedizin