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Dr. Milan Stoilov gibt im Interview Auskunft darüber, was die Ausbildung angehender Zahnmediziner über die künftige Arbeit in der Praxis aussagt

(c)Planmeca

Die Zahnmediziner von morgen sollten bereits in ihrer Ausbildung erleben, wie die Zukunft der Zahnmedizin aussieht. Die Digitalisierung gehört dabei heute zum Standard. Wie macht sich das in der Ausbildung von Zahnmedizinern bemerkbar? Wie wirkt es sich auf den Alltag in der Zahnarztpraxis aus, wenn „Digital Natives“ die Zukunft der Zahnmedizin sind? Und wie sollten Praxen sich zukunftsfähig aufstellen?

Dr. Milan Stoilov, Funktionsoberarzt an der Uniklinik Bonn und stellvertretender Kursleiter der Vorklinik im Zentrum für Zahn-, Mund- und Kieferheilkunde
Dr. Milan Stoilov, Funktionsoberarzt an der Uniklinik Bonn und stellvertretender Kursleiter der Vorklinik im Zentrum für Zahn-, Mund- und Kieferheilkunde
Foto: Dr. Milan Stoilov
Dr. Milan Stoilov ist Funktionsoberarzt an der Uniklinik Bonn und stellvertretender Kursleiter der Vorklinik im Zentrum für Zahn-, Mund- und Kieferheilkunde. Im Interview für Quintessence News gibt er Einblicke in die zahnmedizinische Ausbildung von heute sowie Ausblicke auf den künftigen Praxisalltag. Zur praktischen Ausbildung von Studierenden im Studiengang Zahnmedizin bietet die Uniklinik Bonn ein zukunftsweisendes Umfeld: Seit April 2020 finden die vorklinischen Kurse in einer Lernumgebung statt, die komplett mit digital vernetzten Lösungen ausgestattet ist. Digitalität ist damit bereits fester Bestandteil der Lehre.


Herr Dr. Stoilov, auf welche Aspekte haben Sie und Ihre Kollegen bei der Ausstattung der Vorklinik besonderen Wert gelegt?

Dr. Milan Stoilov: Die besondere Herausforderung bestand darin, geeignete Behandlungseinheiten zu finden. Die Arbeitsplätze sollten robust und langlebig sein, um der hohen Auslastung mit ständig wechselnden Studierenden über eine lange Zeit standzuhalten. Auf der Suche danach wurden wir auf den finnischen Dentalgerätehersteller Planmeca aufmerksam. Es folgten eine Werksbesichtigung in Helsinki sowie ein Besuch in dem hochmodernen zahnmedizinischen Ausbildungszentrum der Universität von Oulu im Norden Finnlands, das ebenfalls mit Planmeca-Geräten ausgestattet ist.

Besonders beeindruckt waren wir von der Kombination aus klarem, zeitlosem Design und zukunftsweisender Digitalität: Sämtliche Planmeca-Produkte sind aus hochwertigen Materialien gearbeitet und dadurch äußerst robust. Zudem zeichnen sie sich durch außergewöhnlich glatte Oberflächen und kaum Nischen aus, was den Studierenden die Reinigung der Geräte signifikant erleichtert. Gepaart mit den digitalen Möglichkeiten, die das offene All-in-One-System bietet, haben wir eine zukunftsweisende Kombination gefunden, die praktische und visionäre Anforderungen zugleich erfüllt.


Was ist das Besondere an dem Ausbildungsumfeld der Vorklinik der Uni Bonn?

Stoilov: Die Studierenden lernen an knapp 50 Simulationseinheiten vom Typ Compact i Touch Simulation, die sich von Original-Behandlungseinheiten lediglich in der nicht vorhandenen Motorisierung des Patientenstuhls unterscheiden. Der spätere Umstieg auf die realen Einheiten und die klinische Arbeit am Patienten wird somit ein fließender sein.

Die gesamte Umgebungsstruktur ist sehr realitätsnah – an die Simulationseinheiten angebunden sind Intraoralscanner vom Typ Emerald S sowie Behandlungsleuchten Solanna Vision mit integriertem 4K-Kamerasystem. Dadurch ist die Dokumentation der Arbeit in hochauflösenden Bildern möglich, die dem anschließenden Austausch mit Kollegen oder Patienten und natürlich der Qualitätssicherung dient.

Das Besondere ist die Fokussierung auf ein komplett digital vernetztes Konzept: Alle Geräte sind über die Planmeca-Software Romexis miteinander verbunden, was das praktische Lernen digital und die Ergebnisse vergleichbar macht.

Somit ist auch die Qualität der studentischen Arbeiten messbar und vergleichbar geworden. Ein Beispiel: Präparationen werden bei uns eingescannt und virtuell gespeichert. Mithilfe des Evaluierungstools Romexis Compare wird die Arbeit der Studierenden mit einem Referenzobjekt verglichen. Abweichungen vom Optimum werden dann eindrucksvoll über Farbcodierungen angezeigt. Durch diese optische Kontrolle in der Software bekommen die Studierenden ein direktes und objektives Feedback zu ihrer Arbeit – und können selbstständig daran weiterarbeiten und sich verbessern.


Haben Sie ein weiteres Beispiel dafür, wie sich die Ausbildung durch die Digitalisierung verändert?

Stoilov: Früher haben die Teilnehmerinnen und Teilnehmer im Erstsemesterkurs mühsam mit Alginat hantiert – es war ein langer Weg, bis die ersten brauchbaren Abformungen entstanden sind. Heute erstellen wir die Abformung per Intraoralscanner: Die Handhabung scheint nahezu intuitiv zu sein und die ersten guten Ergebnisse liegen sehr schnell vor. Das ist nicht nur sehr zeitsparend, sondern führt auch viel schneller zu Erfolgserlebnissen.

Die Daten aus den Intraoralscans werden in unserer Romexis-Software gespeichert: Jeder, der Zugriff darauf hat, kann von überall und mit jedem mobilen Endgerät die Ergebnisse betrachten und bearbeiten.
 

Welches Feedback auf den hohen Digitalisierungsgrad in der Ausbildung erhalten Sie von den Studierenden?

Stoilov: Durchweg positives! Die Studierenden, die jetzt anfangen oder sich in der Ausbildung befinden, zeichnen sich ohnehin durch eine hohe Digitalaffinität aus, wodurch der Umgang mit digitalen Lösungen für sie ganz natürlich und selbstverständlich ist. Somit fällt ihnen der Einstieg in eine rundum digitale Zahnmedizin viel leichter als vorherigen Generationen. Sie zeigen keine Berührungsängste, im Gegenteil: Tools wie die Romexis-Software sind für diese Generation glücklicherweise intuitiv bedienbar. Die Neuanfänger bemühen sich sogar aktiv darum, möglichst viel digital vorzugehen. Da die Entwicklung weiter in die Richtung gehen wird, ist das von großem Vorteil. Daran lässt sich ein deutlicher Paradigmenwechsel in der Zahnmedizin ablesen.
 

Wie wird sich diese Entwicklung Ihrer Ansicht nach auf Zahnarztpraxen auswirken?

Stoilov: Patienten sind heute schon technisch gut aufgeklärt und wünschen sich einen zunehmend stärkeren Einbezug. Zur Visualisierung der Behandlung eignet sich zum Beispiel die Leuchte Solanna Vision mit integrierter Kamera, um dem Patienten Sachverhalte im Mund aufzuzeigen.

Zudem ist die Nachfrage nach digitaler Abformung und nach Chairside-Lösungen stark gestiegen. Ob ein Intraoralscanner genutzt wird, kann demnach aus Patientensicht bereits zum Entscheidungskriterium werden, welchem Zahnarzt er die Implantation anvertraut.

Die digitale Entwicklung in der Praxis schreitet in großen Schritten voran. Die Zahnärzte von morgen sind darauf vorbereitet – und Patienten sind den Neuerungen gegenüber offen. Die ohnehin schon sehr hohe technische Ausstattung in Zahnarztpraxen wird weiter steigen. Dafür sollten auch bestehende Praxen offen sein.

Um den Aufwand trotz hoher Zahl digitaler Geräte und Anwendungen gering zu halten, braucht man ein System, in dem alles miteinander funktioniert und keine Datenkonvertierung nötig ist. Mit den offenen Schnittstellen fungiert Romexis bei uns als zentrale Achse, an die sich andere Systeme flexibel andocken lassen – und für uns als Anwender bleibt es einfach und übersichtlich.

Es wird nicht weniger in Zukunft. Deshalb lautet mein Rat, es möglichst einfach zu halten!

 

med.dent.magazin Praxisführung Digitale Zahnmedizin Praxis

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