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Führungsspitze der Bundeszahnärztekammer trifft sich mit Industrie und Handel zum Austausch

(c)Africa Studio/Shutterstock.com

Anlässlich der Internationalen Dental-Schau (IDS) in Köln vom 22. bis 25.September 2021 trafen sich am 22. September 2021 der Geschäftsführende Vorstand der Bundeszahnärztekammer (BZÄK) zu einem Austausch zum Thema Nachhaltigkeit mit den Spitzen aus Dentalindustrie und Handel. Das Thema ist als gesamtgesellschaftlicher Trend, aber unter anderem auch durch die Initiative der Weltzahnärzteorganisation FDI „Sustainability in Dentistry“ verstärkt in den Fokus der Zahnärzteschaft gerückt.

Am Gespräch nahmen BZÄK-Präsident Prof. Dr. Christoph Benz, Vizepräsident Konstantin von Laffert und Vizepräsidentin Dr. Romy Ermler, der Vorsitzende des Verbands der Deutschen Dental-Industrie (VDDI), Mark Stephen Pace, und VDDI-Geschäftsführer Dr. Markus Heibach sowie Lutz Müller, Präsident, und Barbara Kienle, Geschäftsführerin des Bundesverbands Dentalhandel e. V. (BVD) teil.

Die Teilnehmer des Treffens waren sich einig, dass man die zahlreichen Initiativen zur Verringerung des CO2-Abdrucks in der Zahnmedizin sowohl seitens der Dentalindustrie als auch seitens der Praxen unterstützen und verstärken möchte.

BZÄK-Präsident Prof. Christoph Benz erklärte: „Wir begrüßen die zahlreichen Ideen der Zahnärzteschaft zur Ressourcenschonung. Gerade, weil die Pandemie zunächst zu noch mehr Einmalinstrumenten in den Praxen geführt hat, koordiniert die BZÄK die Ansätze von (Landes-)Zahnärztekammern und engagierten Praxen für mehr Nachhaltigkeit.“

Mehr als nur Papp- statt Plastikbecher

Benz weiter: „Die Veränderungen gehen weit über ‚Papp- statt Plastikbecher‘ hinaus. Ob Solarpanel oder kleines Windrad auf dem Praxisdach, weniger Plastikmüll, die Begrünung von Außen- und Innenwänden – es gibt viele Möglichkeiten, die Praxis umweltgerechter zu gestalten. Eine irische Studie zeigte interessanterweise, dass nicht der Praxismüll, sondern die Anreise von Praxisteam und Patientenstamm die CO2-Bilanz der Praxis maßgeblich bestimmt.“

Viele Hersteller schon mit Umweltmanagement

Der Vorsitzende des VDDI, Mark Stephen Pace, berichtete: „Viele Hersteller in Deutschland unterhalten bereits seit Jahren ein Umweltmanagementsystem, das fortlaufend um neue Maßnahmen erweitert wird, damit das Unternehmen energiesparender und nachhaltiger wird. Dies wird in jährlichen Audits durch externe Umweltgutachter überprüft.“

Die Maßnahmen könnten in viele Richtungen gehen, zum Beispiel die Optimierung von Verpackungen, die Einführung von mehrfach verwendbaren Instrumenten und Produkten, die Einführung von effizienteren Produktionsprozessen bis hin zu Abwassermanagement oder der Einsatz von erneuerbaren Energien.
„Viele Unternehmen sind nach EMAS III zertifiziert, dennoch werden wir definitiv mehr und transparenter über unser hohes Niveau in puncto Nachhaltigkeit künftig kommunizieren. Das alles kostet Geld. Aber diesen Einsatz erbringen wir gerne, weil wir der Meinung sind, dass wirtschaftlicher Erfolg ohne Rücksicht auf die Umwelt nicht nachhaltig ist“, so Pace.

Fachhandel will Verpackungsmenge reduzieren

BVD-Präsident Lutz Müller informierte über die Anstrengungen des Fachhandels, die Verpackungsmenge zu reduzieren. So habe man schon vor Jahren Mehrwegverpackungen bei Lieferungen eingeführt. Der Versuch sei damals aber daran gescheitert, dass die Mehrwegverpackungen so attraktiv waren, dass Kunden sie gerne behielten. Müller wies in dem Zusammenhang auch darauf hin, dass die Verpackungen so gestaltet werden müssen, dass sie von den Versicherungen anerkannt werden.

Bestellungen pro Tag bündeln

Die einfachste und schnell umsetzbare Lösung sehe er in der Verringerung der Anzahl der Bestellungen pro Tag. Manche Praxen erhielten zum Teil acht Pakete und Päckchen am Tag. Davon könne ein Teil ganz sicher gebündelt werden. Mittelfristig werde der Fachhandel durch kontinuierliche Maßnahmen, ähnlich wie bei den Herstellern, eine Verbesserung der Nachhaltigkeit erreichen.

„BZÄK, VDDI und BVD waren sich einig, die Gespräche fortzuführen und die Initiativen der Praxen und Betriebe zu fördern und zu koordinieren“, heißt es in der gemeinsamen Pressemitteilung zum Treffen.

 

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