0,00 €
Zum Warenkorb
  • Quintessence Publishing Deutschland
Filter
1328 Aufrufe

Seit mehr als zehn Jahren steht die elektronische Patientenakte im Gesetzbuch. In der nächsten Legislatur soll sie endlich Gestalt annehmen.


Elektronische Akte statt Papierberge: Das soll künftig verstärkt für die Verwaltung von Patientendaten genutzt werden, sagt die KBV. (Foto: Deutsche Telekom AG / Norbert Ittermann)

Laut Informationen der Ärzte-Zeitung will das Bundesministerium für Gesundheit das Projekt "elektronische Patientenakte" (ePA) weiter vorantreiben. Bis Ende 2021 soll danach jeder gesetzlich Versicherte über eine einrichtungsübergreifende elektronische Patientenakte (ePA) verfügen. Dieses Datum nannte der Leiter der Grundsatzabteilung des Ministeriums, Oliver Schenk, am Anfang Oktober 2017 bei einer Veranstaltung der Kassenärztlichen Bundesvereinigung (KBV).

Die Akte solle sich rechnen, Ziel müssten hochwertige medizinische Anwendungen sein, so Schenk laut Ärzte-Zeitung. Im Blick hab die Politik dabei vor allem die Vermeidung von Doppeluntersuchungen und – als "Königsdisziplin" – die bruchfreie sektorübergreifende Versorgung, ein "Kernanliegen der Gesundheitspolitik für die kommende Legislatur".

Die Selbstverwaltung im Gesundheitswesen und die Industrie müssen danach bis 2018 die Voraussetzungen für die Akte und das geplante Patientenfach schaffen. Auf dieser Grundlage könnten Anbieter dann elektronische Patientenakten entwickeln. Diese sollen, so Schenk, im ersten Schritt die Basisdaten bereitstellen sowie die Voraussetzungen für die Speicherung von elektronischen Arztbriefen und die Verwaltung des Medikationsplans bieten. In weiteren Ausbauschritten könnten dann weitere Informationen wie Impf- und Mutterpass aufgenommen werden.

Vonseiten des Bundesgesundheitsministeriums wurde zudem ein Fortschreiben des E-Health-Gesetzes angekündigt, hier sollen unter anderem Ansprüche der Versicherten an die Karte sowie die Finanzierung von Bereitstellung, Pflege und technische Vorhaltung geklärt werden.

Die Kassenärztliche Bundesvereinigung hat vorsorglich ihre Positionen zur ePA deutlich gemacht. Der Gesetzgeber solle das Zwei-Schlüssel-Prinzip streichen, um den Patienten, aber auch den Ärzten und MFA den Zugang zur Akte zu erleichtern. Zudem solle der Gesetzgeber die Industrie verpflichten, die Praxisverwaltungssysteme (PVS) und die Akten kompatibel zu gestalten. Aus forensischen Gründen sollten die dem Arzt vom Patienten freigegebenen Daten im PVS dokumentiert werden können, so die KBV.

Bei den gesetzlichen Krankenkassen will man offensichtlich aber nicht so lange warten und plant eigene Systeme für elektronische Patientenakten. So haben die Allgemeinen Ortskrankenkassen am 10. Oktober ein eigenes Projekt dafür vorgestellt.

Quelle: ÄrzteZeitung, Anno Fricke Telematikinfrastruktur Politik

Adblocker aktiv! Bitte nehmen Sie sich einen Moment ...

Unser System meldet, dass Sie eine aktive AdBlocker-Software verwenden, die verhindert dass alle Seiteninhalte geladen werden können.

Fair geht vor: Unsere Partner aus der Industrie tragen durch ihre Anzeigen einen maßgeblichen Teil zum Betreiben dieser Newsseite bei. Diese finden Sie in überschaubarer Anzahl auf der Startseite sowie den einzelnen Artikelseiten.

Bitte setzen Sie www.quintessence-publishing.com auf Ihre „AdBlocker Whitelist“ oder deaktivieren Ihre AdBlocker Software. Danke.

Weitere Nachrichten

  
01.09.2022

E-Rezept soll auch mit eGK eingelöst werden können

Spezifikationen sollen Anfang September bereitstehen – Zahnärzte in Westfalen-Lippe starten Anwendung
31.08.2022

FVDZ: Augen auf beim Hardwaretausch

Praxen sollten Ablauftermine der Konnektoren schnell prüfen – Gematik-Gesellschafter halten auch Alternativen zum Austausch für möglich
26.08.2022

Schutz vor Angriffen auf das Praxisnetzwerk und die Daten von Patienten

Alles aus einer Hand und richtlinienkonform: Die IT Security Produkte CGM PROTECT
25.08.2022

„Ein Tokenausdruck auf Papier ist kein Fortschritt des E-Rezepts“

KZV Schleswig-Holstein übt Kritik am Rollout – ABDA sieht 10.000 Apotheken für das E-Rezept vorbereitet
24.08.2022

E-Rezept-Rollout: KV Schleswig-Holstein steigt aus, Westfalen-Lippe und Zahnärzte bleiben dabei

Zahnärzte und Ärzte fordern digitale Lösungen – Datenschutzbedenken im Norden
08.08.2022

Anträge jetzt digital bei den Krankenkassen stellen

Elektronisches Beantragungs- und Genehmigungsverfahren – Kassen für Bearbeitung bereit, ab 2023 Pflicht
08.08.2022

VDDS Herbstmesse 2022 findet rein digital statt

Informationen rund um moderne PVS, neue Anwendungen, Sicherheit und Telematikinfrastruktur am 28. und 30. September 2022
04.08.2022

„Gematik darf sich nicht hinter Gesellschaftern verstecken!“

Diskussion um Alternativen zum Konnektortausch – KZBV positioniert sich nach der Gesellschafterversammlung am 2. August