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50. Internationaler Kongress und 3. Zukunftskongress für die zahnärztliche Implantologie der DGZI im Oktober in Köln

(c)DGZI/Bach

„Es war alles bestens vorbereitet, aber ein kleines Virus kam uns in die Quere“ mit diesem Eingangsstatement eröffnete der Kongresspräsident und Fortbildungsreferent der Deutschen Gesellschaft für zahnärztliche Implantologie (DGZI) den 50. Internationalen Jahreskongress der DGZI, der dieses Jahr in Köln stattfand. Und in der Tat fiel der Jubiläumskongress zum 50. Geburtstag der DGZI, der in der Gründungsstadt Bremen geplant war, dem Coronavirus zum Opfer. Doch kann man aus der Not ja auch eine Tugend machen und so feierte die DGZI ihren 50. Geburtstag eben im 51. Jahr ihres Bestehens nach und dies richtig!

Mit 50 Referenten und gut 250 Teilnehmerinnen und Teilnehmern – mehr ließen die Corona bedingten Konzepte nicht zu –, mit 75 Table Clinics und Übertragungen von zwei Live-OPs/-Behandlungen via Livestream, sowie eine vielbeachtete digitale Poster Präsentation standen am ersten Kongresstag im Fokus, der Samstag stand im Namen der Wissenschaft: Das „Who is Who der deutschen Implantologie“ präsentierte herausragende wissenschaftliche Vorträge, abgerundet mit Kursen für das Praxispersonal und einer großen begleitenden aktiven Dentalausstellung mit 25 quasi „handverlesenen“ Industriepartnern.

Das Zukunftspodium

Ein erster Höhepunkt erfolgte gleich zu Kongressbeginn: Drei Vorträge mit – zumindest in Papierform – unterschiedlichen Ausrichtungen, die aber in ihrer Gesamtheit betrachtet ein klares Bild von den Zukunftsoptionen des Fachbereichs und der gesamten Zahnheilkunde zeichneten.

Autor und DGZI-Präsident Dr. Georg Bach (Freiburg) sprach über „Triumphe und Tragödien in der Implantologie“. Gegründet vor 51 Jahren in Bremen, sah die frischgebackene DGZI als Aufgaben die Wissensvermittlung und Förderung der Implantologie. Ebenfalls im Fokus der DGZI 1970 stand die Zusammenarbeit mit anderen Fachgesellschaften und der Schulterschluss mit der Zahntechnik. Diverse Patientenfälle zeigten eindrucksvoll, dass es gelingt, mit Implantaten nachhaltige Ergebnisse über Jahrzehnte hinweg zu erzielen und dass in den vergangen fünf Jahrzehnten große Fortschritte erzielt werden konnten. Die heutigen Ideale und Ziele der DGZI indes bleiben die gleichen wie die des Jahres 1970, hier hat sich keine Veränderung ergeben. Um für die nächsten fünf Jahren DGZI gewappnet zu sein, setzt die DGZI konsequent auf Fortbildung und Wissensvermittlung mit klarem Fokus auf die junge Kolleginnen- und Kollegengeneration und auf die Zahntechniker. Aber auch die kollegiale und konstruktive Zusammenarbeit mit anderen implantologischen Fachgesellschaften und Gremien ist ein weiteres Ziel der DGZI für die kommenden Jahre.

Prof. Dr. Dr. Dr. Sharam Ghaanatis Vortrag über den Einsatz von Blutkonzentraten startete mit einem überraschenden Statement: „Vergessen Sie alle Einteilung von biologischen Materialien bezüglich Herkunft etc. – entscheidend ist immer die individuelle Immunantwort!“ Sechs Studien präsentierte Ghanaathi und ordnete ihre Relevanz für die tägliche implantologische Praxis ein. Anhand ausgezeichnet dokumentierter Fallbeispiele konnte der Frankfurter Kieferchirurg zeigen, wie wertvoll der Einsatz von PRF-Membranen gerade bei der Socket-Preservation sein und wie ein schnellerer und biologischer Wundverschluss und so eine verbesserte Wundheilung erzielt werden kann. Ghanaati empfiehlt ein konsequentes Überstopfen der Alveole. Hybridmaterialien sieht er als erfolgversprechende Option für die Zukunft. Seine Empfelung für die Zahnärzteschaft: „Ihr müsst lernen, schnell und schonend Blut abzunehmen!“

Klinische Diagnostik kann nicht digital ersetzt werden

Prof. Dr. Katja Nelson ist in der Abteilung für translationale Implantologie der Freiburger Universitätsklinik tätig und hat sich hier in den vergangenen zwei Jahrzehnten vor allem in Sachen digitale Optionen ein einzigartiges Expertenwissen angeeignet. Vor diesem Hintergrund überraschte ihre erste Take-Home-Message: „Es reicht nicht, den Patienten mit Implantatwunsch direkt zur Anfertigung eines DVTs zu schicken, nach wie vor unersetzlich ist eine gründliche klinische Untersuchung!“ Die Definition klarer Regeln und deren Einhaltung sieht die Referentin als Grundvoraussetzung für eine erfolgreiche Implantologie. Vor diesem Hintergrund erfolgte der Übergang in die digitale Welt fließend, besonderes Augenmerk legte Nelson auf die Datenerhebung als Grundlage für die Ermöglichung von Zahnersatz mit höchster Passgenauigkeit. „Mit DVT und einem digitalen Scan können Sie schon vieles machen!“, so Nelson. Im anschließenden Referententalk betonten alle drei Redner, dass eine sichere Anwendung der von ihnen präferierten Verfahren eine intensive und aufwändige Einarbeitungsphase bedingt.

Live-Operationen in HD-Qualität

Die Live-Operationen sind bereits eine kleine Tradition bei DGZI-Kongressen und ihre Übertragung mit Hilfe der Multi-Channel-Streaming-Technik ermöglichte es den Kongressteilnehmern und DGZI-Mitgliedern, einen einmaligen Einblick in die Arbeit renommierter Kollegen zu erleben – in HD-Qualität. Der Hamburger Fachzahnarzt Dr. Jan Klenke steuerte als Beitrag eine aufwendige Rezessionsdeckelung mit einer azellulären dermalen Matrix unter Verwendung der Tunneltechnik bei. Aufgrund der zweifachen (Spender- und Empfänger-)Morbidität werden parodontale Rezessionsdeckungen wesentlich seltener durchgeführt, als Indikationen für sie bestehen. Mit der Insertion einer azellulären dermalen Matrix wird laut Klenke die postoperative Morbidität wesentlich minimiert, da die Entnahme eines autologen Bindegewebstransplantats entfällt.

In einem zweiten Live-Stream zeigte der in Trier tätige DGOI-Präsident, Prof. Dr. Daniel Grubeanu seine Ideen, sein Vorgehen und Erfahrungen für und mit Sofortversorgungskonzepten. Er wählte hierfür einen sehr anspruchsvollen Patientenfall: Ein nicht erhaltungswürdiger Zahn 23 wurde entfernt und mit einer Sofortimplantation mit Sofortbelastung versorgt, die Grubeanu Schritt für Schritt vorstellte. Hierfür wurde der entfernte Zahn gekürzt und ausgehöhlt und dann zur weichteilstabilisierenden Krone umgebaut. Eindrücklich: Die Weichteile wurden derart gestützt (auch unter Verwendung einer PRF-Membran), dass keinerlei posttraumatischer Verlust zu verzeichnen war. Ohne Frage sehr techniksensitiv und aufwändig, aber mit eindrucksvollem Ergebnis.

Table Clinics und DPP

Für manche immer noch ein ungewohnter Anblick – statt der üblichen auf die Bühne ausgerichteten parlamentarischen Bestuhlung nun runde Tische – doch an diesen fanden in drei Staffeln Tischdemonstrationen zu unterschiedlichen Spezialthemen der Implantologie statt. Jede ausstellende Firma bekam einen Tisch zur Verfügung gestellt und Referenten verpflichtet, die die Demonstrationen durchführten – die Demonstrationen und anschließenden Diskussionen und Austausche brachten Erkenntnisse für alle Beteiligten. Ein neues Format, das erneut auf hohe Akzeptanz der Kongressteilnehmer und Dentalaussteller stieß.

Die DPP fand an beiden Kongresstagen mit Poster-Presentern in der DPP Lounge im Ausstellungsbereich direkt vor dem Tagungssaal statt. Alle Poster konnten auch online über mobile Geräte abgerufen werden. Die DPP ist internetbasiert und interaktiv. Aus den eingereichten Postern wurden die Preisträger durch die DGZI-Vizepräsidentin Dr. Arzu Tuna gekürt, die ersten drei Preise wurden am Samstagvormittag verliehen. Der erste Preis ging an den Heidelberger Privatdozenten Tim Hilgenfeld, den zweiten Preis nahm die Arbeitsgruppe um Prof. Christoph Bourauel, Prof. Dörsam und Dr. Keilig entgegen und der dritte Platz ging an die Hamburger Forschungsgruppe um Prof. Ralf Smeets und Dr. Sogand Schäfer.

Der zweite Kongresstag – der „Wissenschaftstag“

Am zweiten Kongresstag standen speziell die wissenschaftlichen Aspekte im Mittelpunkt. Ausgehend von einer Bestandsaufnahme zu aktuellen Trends ging es auch hier verstärkt um die Frage, wie die Implantologie der Zukunft aussehen wird. Und hier kamen die geladenen Geburtstagsgäste zum Zug – Präsidenten und Vorstandsmitglieder befreundeter implantologischer und anderer Fachgesellschaften referierten und stellten neueste Trends und Visionen und deren Relevanz für die Praxis vor.

Das Samstagsprogramm des 50. Internationalen Jahreskongresses der DGZI bot somit wissenschaftliche Überblicksvorträge zu allen relevanten Bereichen der oralen Implantologie, wie digitale Implantologie/Prothetik, Knochen und Gewebe und Materialien und Design. Die DGZI-Kongressmacher verfolgten hier erneut das Ziel, darzustellen, was sein wird – statt Case-Reports oder der Vorstellung einzelner Studien eher Entwicklungsrichtungen und Visionen zu zeigen. Drei Themenblöcke zogen das Auditorium in den Bann:

Session 1 Knochen und Hartgewebe

DGI-Präsident Prof. Dr. Dr. Knut Grötz sprach über Knochenaugmentation bei lokaler und systemischer Kompromittierung. In einem furiosen Ritt durch die Geschichte der Augmentationschirurgie stellte Grötz vor, wie sich „alle Paradigmen überholt haben!“. Zwar gibt es weiterhin vereinzelt Bedarf an Beckenkammtransplantaten, doch deren Zahl nimmt immer mehr zugunsten lokoregionärer Augmentate ab. Dies wird vor allem durch osteosynthetische Verfahren und Hilfsmittel möglich. Letztendlich entscheidend ist eine systematische Einteilung der Patienten mit einer systemischen und übergeordneten Kompromittierung, welche, so Grötz, 95 bis 97 Prozent aller Patienten mit kompromittiertem Knochenangebot betrifft. Mit diesem Entscheidungslogarithmus kann dann auch die Wahl auf Vermeidung einer Augmentation zugunsten durchmesserreduzierter und kurzer Implantate fallen. Credo des Wiesbadener Kieferchirurgen – Ziel und Schlüssel ist die personalisierte Implantologie!

Der Ärztliche Direktor der Mainzer Kieferchirurgie, Prof. Dr. Bilal Al-Nawas zeigte die immense implantologische Lernkurve der vergangenen fünfzig Jahre auf, was Implantat, Knochen und Weichgewebe betrifft. Sein Fazit: „in der Implantologie ist es wie mit dem Minirock – es kommt alles wieder!“ Und in der Tat, die Literaturrecherchen, die Al-Nawas bezüglich Publikationen aus den siebziger Jahren durchgeführt hatte, belegten, dass es durchaus zum dortigen Zeitpunkt Techniken und Methoden gab, die funktionierten und die Patienten zufrieden stellten. Diese wurden verfeinert und mit neuen Optionen ergänzt, hier war die Konzentration auf Titan als Implantatmaterial ein erster wichtiger Schritt. Die neunziger Jahre waren gekennzeichnet durch die Entwicklung neuer Implantatsysteme, die teilweise bis heute auf dem Markt sind und neue Verfahren mit vorhersagbarem Ergebnis etablierten sich, zum Beispiel der Sinuslift. Die Jahre nach der Jahrtausendwende waren durch die Erkenntnisse über implantologische Spätkomplikationen biologischer und technischer Natur gekennzeichnet. Die Geschwindigkeit der Osseointegration konnte durch Entwicklung neuer Implantatoberflächen wesentlich erhöht werden. Das Handling mit der Gingiva-Manschette wurde durch Entwicklung von Implantaten mit Platform-Switch verbessert. Der jüngste Entwicklungsschritt war, so Al-Nawas, die Etablierung durchmesserreduzierter und extrem kurzer Implantate und solcher aus Zirkondioxid.

Über den Tellerrand hinaus schaut der Hallensische Hochschullehrer Prof. Dr. Christian Gernhart: „Ich bin der Zahnerhalter, der den Implantaten im Wege steht“, war seine Eröffnung. Dass die aktuelle Entscheidungsfindung heute wieder mehr in Richtung Zahnerhalt und Wurzelbehandlung bewegt, ist vor allem neuen Techniken und Verfahren und industriellen Entwicklungen in der Endodontologie zu verdanken. Aber auch die Diskussion um die Periimplantitis war dieser Entwicklung zuträglich. Die Definition einer Wurzelbehandlung im Sinne Gernharts ist die Behandlung einer infektiösen Krankheit. Mit einen Blick auf die Empfehlungen Endodontie und Implantologie schloss Gernhart seine Ausführung mit: „Zahnerhaltung first!!“

Session 2: Neue Konzepte

Prof. Grubeanu sprach nochmals in einem Impulsvortrag zur Bedeutung der Sofortimplantation in der täglichen Praxis. Es komme immer und unabhängig von der Füllung der Alveole zu resorptiven Veränderungen. Die 1 Millimeter subkrestale Positionierung in optimaler dreidimensionaler Position ist eine Grundvoraussetzung für diese Versorgungsform. Ausgehend von den Wolfschen Postulaten aus dem Jahr 1892(!) forderte Grubeanu, den Knochen zu belasten, um ihn zu konservieren – dies war Übergang in die Sofortimplantation und Sofortbelastung. Das Fazit Grubeanus: „Sofortbelastung und Sofortimplantation bedeutet Freude für Patienten und Zahnarzt zugleich.“

Prof. Ralf Smeets definierte Risikofaktoren in der Implantologie und postulierte die Wichtigkeit der Beachtung von Vitaminmangel, Stoffwechselerkrankungen und Medikamenten. Der Hamburger Kieferchirurg wies darauf hin, dass 30 Prozent unserer Patienten einen zu niedrigen Vitamin-D-Spiegel aufweisen und empfahl die Substitution langfristig im Vorfeld großer implantologischer Eingriffe (zum Beispiel vor einem Sinus Lift). Auch die Folgen einer Einnahme von Protonenpumpenhemmern für unser Fachgebiet stieß auf hohes Interesse des Auditoriums.

Mit seiner Paradedisziplin wartete Dr. Dr. Wolfgang Jakobs auf, der BDO-Vorsitzende sprach über Anästhesieverfahren in der Implantologie. Mit der Feststellung, dass psychosomatische Erkrankungen in den vergangenen Jahren um mehr als 30 Prozent zugenommen haben, begann Jakobs seine Ausführungen und gab praxisrelevante Tipps zur zahnärztlichen Lokalanästhesie, aktuellen Sedierungsverfahren und zur Allgemeinnarkose. Die titrierte Gabe von Midazolam hat sich bei der Sedierung als Goldstandard mit hohem Sicherheitsrahmen etabliert.

Session 3: Weichgewebe und Management

Die „Materialfrage“ stellte Prof. Florian Beuer, der über entsprechende Materialoptionen für die Implantatprothetik sprach. „Sehr oft sehe ich implantatprothetische Versorgungen mit exzellenter Chirurgie, aber nur mäßiger Prothetik, so der Berliner Hochschullehrer, „das ist doch eigentlich schade!“. Abhilfe sieht der in der konsequenten Ausnutzung materialspezifischer Potenziale. Hier nehmen die zahnfarbenen Materialien und unter diesen das Zirkonoxid eine ganz besondere Rolle ein, die sich bezüglich Ästhetik und Biokompatibilität als vorteilhaft erwiesen haben. Der Versuch immer transluszentere Zirkonoxidmaterialien zu entwickeln, mussten allerdings auch Einbußen an Festigkeit akzeptiert werden, so dass im Seitenzahngebiet nur ZNO-Materialien der ersten und der zweiten Generation zum Einsatz kommen sollen. Aber auch die moderne Generation von Kunststoffen, so Beuer, ist aus der modernen Implantatprothetik nicht mehr wegzudenken, vor allem seit per CAD/CAM Restaurationen hergestellt werden könnten. Bei komplexen Restaurationen, bei auszutestenden Situationen können diese neuen Hochleistungskunststoffe erfolgreich eingesetzt werden.

„Wie erzeuge ich optimale Gewebeverhältnisse?“, dies das Thema von Prof. Thorsten Auschill, er ist an der Marburger Universität in der Abteilung für Parodontologie und periimplantäre Erkrankungen als Hochschullehrer tätig und wandte sich sofort den Weichgewebsdefiziten zu. Gleich zu Beginn stellte Auschill klar, dass Parodontitis und Periimplantitis unbehandelt zu Weichteilverlusten führen. Er fokussierte seine Ausführungen auf Rezessionen und die Optionen zu deren Deckung.

DGZI-Past-Präsident Prof. Friedhelm Heinemann von der Uni Greifswald referierte über implantatprothetische Versorgungen und deren Potenziale. Er widmete seine Ausführungen der Knochenstabilität um das Implantat herum. Dem Platform-Switch kommt seiner Ansicht nach eine zentrale Rolle zu. Auf der anderen Seite wird der Effekt der Stabilitität durch einen Konus verstärkt. Heinemann postulierte – „wir müssen weg vom Knochen!“ Da der Konus eine höhere Frakturgefahr birgt und gegebenenfalls in der OK-Front ästhetische Nachteile birgt, versuchte Heinemann bei einem Implantat beide Optionen verwirklichen zu können – sowohl Konus, als auch Platform-switch. Unterstützung für dieses Vorhaben erfuhr er durch die Arbeitsgruppe um Bouraul. Die Ergebnisse dieser Arbeitsgruppe führten zur Entwicklung einer Produktlinie.

Den Abschlussvortrag des 50. DGZI Jahreskongresses steuerte ein weiterer DGZI-Past-Präsident bei – Prof. Frank Palm beantwortete die Frage, wie man alveolären Knochen nach Extraktion erhalten kann. Palm leitet in Konstanz am Bodensee eine Hauptabteilung für Mund-, Kiefer- und Gesichtschirurgie und dort auch ein großes Ambulatorium. Er ist seit Jahren als eloquenter und engagierter Befürworter von Knochenersatzmaterialien bekannt und stellte das von ihm mitentwickelte Cerasorb Foam Produkt vor, einen TCP-Schaum, der zum Erhalt des lamellären Knochens führen soll. Zu den klinischen Ergebnissen: Neben dem Erhalt der bukkalen Lamelle zeigt das neue Material vor allem bezüglich des Volumenerhalts vielversprechende Ergebnisse. Sollte in einem derart vorbehandelten Knochenareal implantiert werden, so sei ein Bohrprotokoll für weichen Knochen erforderlich. Kleine, noch nicht organisierte TCP-Reste können hier belassen werden.

Fazit

Mit dem Kölner „50+1-Kongress“ erlebten alle Beteiligten ein herausragendes und innovatives Fortbildungsereignis und ein würdiges Jubiläumsfest der ältesten europäischen implantologischen Gesellschaft. Aber nicht nur das: Aus verschiedenen Blickwinkeln von Wissenschaft, Praxis, Politik und Industrie wurde eine neue Ebene der Interaktion erreicht. „Wir sind sehr froh, dankbar und glücklich über diesen schönen Jubiläumskongress, aber auch darüber, dass wir den Weg des Zukunftskongresses beschritten haben!“, so DGZI Präsident Dr. Bach.

Im Hinblick auf die implantologische Praxis der Zukunft geht es neben wissenschaftlichen und technologischen Gesichtspunkten vor allem um strategische Fragen und deren Beantwortung. Die DGZI wird an diesem Thema und an diesem Anspruch weiter aktiv bearbeiten und so die Bedeutung und Anziehungskraft dieser Fachgesellschaft auch in den kommenden 50 (+1) Jahren unter Beweis stellen.

Dr. Georg Bach, Freiburg im Breisgau

Das Titelbild zeigt die DGZI-Vorstandsmitglieder (von links) Dr. Rainer Valentin, Alt-Präsident Gyula Takacs, Dr. Rolf Vollmer, Dr. Elisabeth Jacobi-Gresser, Dr. Georg Bach und Dr. Arzu Tuna.
Quelle: DGZI Fortbildung aktuell Implantologie Interdisziplinär

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