Aktuelle Studie: bruXane reduziert signifikant die Knirsch-Aktivität, erhöht das Wohlbefinden der Patienten und beugt Folgesymptomen vor

Der Einsatz einer Zahnschiene mit Biofeedback kann die Dauer und Anzahl der Knirsch-Ereignisse bei Bruxismus-Patienten signifikant reduzieren. Zu diesem Ergebnis kommt eine aktuell publizierte, randomisierte kontrollierte Studie der Ludwig-Maximilians-Universität München (LMU). Das Autorenteam um Alexander Bergmann untersuchte bei 41 Patienten den Effekt einer Behandlung mit einer Biofeedback-Aufbissschiene (bruXane) auf Schlafbruxismus und Schmerzen durch Temporomandibuläre Dysfunktion (TMD) im Vergleich zu einer Behandlung mit einer gängigen angepassten (Michigan) Aufbissschiene.

Lerneffekt schon nach kurzer Tragedauer

Für die Studie wurden die Teilnehmer randomisiert in eine Test- und eine Kontrollgruppe aufgeteilt. Die Studienautoren untersuchten über drei Monate den Effekt der Biofeedback-Schiene (Testgruppe) und der okklusalen Aufbissschiene (Kontrollgruppe) auf die Anzahl und Dauer von nächtlichen Knirsch-Episoden sowie verschiedene Schmerzsymptome (TMD). Die Teilnehmer bewerteten anhand von Fragebögen verschiedene spezifische Schmerzen und funktionelle Symptome auf einer Schmerzskala von 0 bis 10 unmittelbar vor Studienbeginn, nach einem Monat Behandlung und nach der zweiten Behandlungsphase von weiteren zwei Monaten.

Die Testgruppe (bruXane) zeigte eine statistisch signifikante Reduktion der Anzahl und Dauer der Knirsch-Ereignisse und eine ebenfalls statistisch signifikante Verbesserung des allgemeinen Wohlbefindens im Vergleich zur Kontrollgruppe (Michigan). Auch nach Beendigung der Therapie mit der Biofeedback-Schiene reduzierte sich die durchschnittliche und maximale Knirsch-Dauer der Probanden. Daraus lässt sich ableiten, dass bereits nach einer kurzen Tragedauer ein Lerneffekt einsetzt.

Spätfolgen von Bruxismus vorbeugen

Die Studienautoren stellten fest, dass die Therapie mit der Biofeedback-Schiene effektiv auf das Unterbewusstsein der Patienten wirkt, ohne sie dabei zu wecken. Die Ergebnisse der Untersuchung deuten darauf hin, dass diese Behandlungsmethode das stomatognathe System weniger stark belastet und somit weiteren Folge-Symptomen von Bruxismus vorbeugen kann. So kann die Beschädigung des Kiefergelenks langfristig verhindert werden. Die Autoren schlussfolgern daher, dass die Biofeedback-Schiene eine bessere Behandlungsoption für die durch Bruxismus verursachten Symptome ist als die gängige okklusale Aufbissschiene. Die Biofeedback-Behandlung wird ebenfalls in der S3-Leitline zum Bruxismus empfohlen.

Originalpublikation:
Bergmann Alexander, Edelhoff Daniel, Schubert Oliver, erdelt Kurt-Jürgen, Jean-Marc Pho Duc: Effect of treatment with a full-occlusion biofeedback splint on sleep bruxism and TMD pain: a randomized controlled clinical trail, Clinical Oral Investigations (2020) 24: 4005-4018. https://doi.org/10.1007/s00784-020-03270-z

Die Biofeedback-Schiene bruXane weist ihren Träger über einen integrierten Drucksensor unterbewusst auf sein Zähneknirschen hin. Sie beginnt zu vibrieren und sendet einen Summton, sobald der Träger zubeißt. So erfolgt gleichzeitig ein haptischer und akustischer Hinweis auf die Fehlfunkton. Sobald der Kaudruck nachlässt, stoppen die Signale, so dass der Träger der Oberkieferschiene unterbewusst darauf konditioniert wird, weniger und kürzer zu Knirschen. Der Schlaf wird dadurch nicht gestört und der Patient wacht erholter auf, wie die Studie belegt.

Zwei Varianten

BruXane personal ist individuell für den Patienten hergestellt und mit einem Vibrationsmodul und optional einem Microcontroller für die Aufzeichnung der Knirsch-Aktivität ausgestattet. Die Datenauslesung kann wahlweise erfolgen. Der induktiv aufladbare Akku hat eine Lebensdauer von ca. zwei Jahren. 

bruXane2go
bruXane2go
BruXane 2go ist in einer Einheitsgröße erhältlich und kann daher sofort zur möglichen Schmerzlinderung eingesetzt werden. Die Tragedauer beträgt je nach Knirsch-Aktivität ca. zwei Monate. Sie kann eine schnelle Schmerzlinderung bieten und eignet sich sehr gut, um das Biofeedback und den Einfluss auf die Folgesymptome zu testen. Damit ermöglicht sie eine Entscheidungshilfe für die BruXane personal. Seit Juli gibt es die neue, im Tragekomfort verbesserte Version in einer praktischen Aufbewahrungsbox f. Sie kann beidseitig für Ober- und Unterkiefer eingesetzt werden. Behandlern werden attraktive Staffelpreise angeboten. Mehr Informationen unter https://bruxane.com.

Quelle: bruXane Funktionsdiagnostik & -therapie Zahnmedizin

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