0,00 €
Zum Warenkorb
  • Quintessence Publishing Deutschland
Filter
182 Aufrufe

Bundeszahnärztekammer informiert zum Tag der Parodontologie am 12. Mai

(c) Dirk Kropp/proDente e.V.

Parodontitis ist eine Volkskrankheit, die in ihrer Wirkung und ihrem Ausmaß oft unterschätzt wird, so die Bundeszahnärztekammer (BZÄK) anlässlich des europäischen Tags der Parodontologie am 12. Mai. Die Krankheitsfolgen dieser chronischen Entzündung reichen weit über den Mund hinaus. Medizinische Studien zeigen, dass Parodontitis in Wechselwirkung mit anderen Krankheiten steht. Dazu gehören Diabetes mellitus, Rheuma, chronische Atemwegserkrankungen, Herzinfarkt oder Schlaganfall.

Wie Parodontitis entsteht

Der Anfang einer Parodontitis ist eine Zahnfleischentzündung (Gingivitis), mit Symptomen wie Zahnfleischbluten, Schwellung und Rötungen. Verantwortlich sind Bakterien, die oberflächlich auf den Zähnen, am Zahnfleischrand und in den Zahnzwischenräumen als Beläge (Plaque) anhaften. Besteht die Zahnfleischentzündung länger, kann sie in eine Parodontitis übergehen. Ohne Behandlung löst sich das Zahnfleisch von der Zahnoberfläche, es bildet sich ein Spalt zwischen Zahnfleisch und Zahn. Die Entzündung dringt tiefer und baut das Gewebe ab, das den Zahn hält (Zahnhalteapparat wie Zahnhaltefasern und Knochen). Das Zahnfleisch kann weiter anschwellen und zunehmend liegen die Zahnhälse frei.

Durch den Knochenabbau verliert der Zahn an Halt, er kann ausfallen oder muss entfernt werden. Die entzündeten Zahnfleischtaschen werden zu einem Reservoir für Bakterien und können Abszesse auslösen. Die Erreger können in die Blutbahn des Körpers gelangen.

Entzündung nicht unterschätzen

Dr. Romy Ermler, Vizepräsidentin der BZÄK: „Parodontitis sollte man nicht auf die leichte Schulter nehmen. Die Wundfläche bei einer mittelschweren Parodontitis ist fast so groß wie eine Handinnenfläche! Bei einer derart großen Entzündung würde man auch reagieren. Mundgeruch, Zahnfleischbluten, Schwellung des Zahnfleischs sind typische Frühsignale und sollten in der Praxis angesprochen werden. Denn je früher eine Parodontitis behandelt wird, desto besser. Eine Parodontitis mit Ausbildung von Zahnfleischtaschen bedarf immer einer Behandlung.“

Wer ist besonders gefährdet?

  • Alter und erbliche Veranlagung: Das Risiko steigt mit dem Alter. Bei 34- bis 44-Jährigen haben gut die Hälfte eine moderate oder schwere Parodontitis, bei 65- bis 74-Jährigen zwei Drittel. Bei jüngeren Menschen ist das Risiko geringer, es sei denn, es liegt eine erbliche Veranlagung vor. Gerade bei Jüngeren mit schnell voranschreitender Parodontitis spielen genetische Faktoren eine wichtige Rolle.
  • Rauchen: Die Wahrscheinlichkeit, an Parodontitis zu erkranken, liegt bei Rauchern bis zu siebenmal höher als bei Nichtrauchern. Tabak enthält Inhaltsstoffe, die die Abwehrkräfte schwächen. Tabakrauch greift das Gewebe an, das den Zahn umgibt. Studien haben gezeigt, dass es einen Zusammenhang zwischen einem schweren Parodontitis-Verlauf und einem hohen Tabakkonsum gibt. Hinzu kommt, dass Rauchen ein Symptom verschleiert: Rauchen verengt die Blutgefäße und unterdrückt dadurch das Zahnfleischbluten, ein Alarmzeichen.
  • Vorerkrankungen: Parodontitis steht in Wechselwirkungen mit anderen Erkrankungen, darunter Diabetes. Parodontitis kann eine Diabeteserkrankung verschlimmern, umgekehrt haben Diabetikerinnen und Diabetiker ein deutlich erhöhtes Risiko für eine Parodontitis. Grund sind hohe Blutzuckerwerte, die die Abwehrkräfte schwächen: Entzündungen treten häufiger auf und heilen schlechter. Eine Parodontitis begünstigt Folgeerkrankungen des Diabetes und kann die Sterblichkeit erhöhen. Diabetiker mit schwerer Parodontitis haben ein bis zu 8,5-fach erhöhtes Risiko für Nierenerkrankungen. Das Risiko, an einer Erkrankung der Herzkranzgefäße zu sterben, ist um den Faktor 2,3 erhöht gegenüber Diabetespatientinnen und -patienten ohne oder mit nur schwach ausgeprägter Parodontitis.
  • Auch AIDS birgt ein erhöhtes Parodontitis-Risiko. Menschen, die an schwerer Parodontitis leiden, haben ein erhöhtes Risiko für Herz-Kreislauf-Erkrankungen wie zum Beispiel Schlaganfall.
  • Psychischer Stress, Schwangerschaft und Medikamente: Stress kann eine Parodontitis verschlimmern. Gleiches gilt für hormonelle Umstellungen, durch die das Zahnfleisch anfälliger für Entzündungen werden kann. Der erhöhte Hormonspiegel in der Schwangerschaft zum Beispiel kann dazu führen, dass bestehende Entzündungen in der Mundhöhle verstärkt werden. Schwere Parodontitis kann zu Komplikationen während der Schwangerschaft führen.
  • Auch Medikamente können eine Parodontitis begünstigen, zum Beispiel Blutdrucksenker oder Arzneimittel, die eine Abstoßungsreaktion nach einer Organtransplantation verhindern.

Selbsttest und Informationen

Die Bundeszahnärztekammer will die Aufklärung über Parodontitis erhöhen und Menschen sensibilisieren, die ein besonderes Risiko haben. Unter www.paro-Check.de/#check kann unkompliziert getestet werden, ob ein Verdacht auf Parodontitis besteht. Weitere Informationen unter www.paro-check.de.

Quelle: BZÄK Parodontologie Zahnmedizin Praxis

Adblocker aktiv! Bitte nehmen Sie sich einen Moment ...

Unser System meldet, dass Sie eine aktive AdBlocker-Software verwenden, die verhindert dass alle Seiteninhalte geladen werden können.

Fair geht vor: Unsere Partner aus der Industrie tragen durch ihre Anzeigen einen maßgeblichen Teil zum Betreiben dieser Newsseite bei. Diese finden Sie in überschaubarer Anzahl auf der Startseite sowie den einzelnen Artikelseiten.

Bitte setzen Sie www.quintessence-publishing.com auf Ihre „AdBlocker Whitelist“ oder deaktivieren Ihre AdBlocker Software. Danke.

Weitere Nachrichten

  
17.05.2022

Prominenter Auftakt der Fortbildungsreihe „Up to date @Home“ von Oral-B

Mehr als 500 Zuschauerinnen und Zuschauer informierten sich über „Whole Body Health“ und „Parodontitis und Schwangerschaft“
12.05.2022

Neue PAR-Richtlinie ist im Versorgungsalltag angekommen

KZBV: Parodontitisbehandlungen seit Oktober 2021 deutlich angestiegen
09.05.2022

Am 12. Mai ist wieder europäischer Tag der Parodontologie

Die DG Paro begleitet Aufklärung und Kommunikation in der zahnärztlichen Praxis
28.04.2022

Die EuroPerio10 setzt auf Nachhaltigkeit – und alle können mitmachen!

Mit unterschiedlichen Maßnahmen an vielen Ansätzen wollen die Veranstalter den ökologischen Fußabdruck verringern
22.04.2022

Paro-Check: Unterlagen für die Praxis

Bundeszahnärztekammer fordert Zahnarztpraxen auf, die Aufklärungskampagne zur Parodontitis zu unterstützen
21.04.2022

Parodontitis: grundlegend aktualisierte Patienteninformation der KZBV

Gute Behandlung und Information gleichermaßen wichtig – Sonderwebsite für die Praxis
21.04.2022

Andreas Stavropoulos ist neuer Präsident der EFP

Nachfolger von Lior Shapira an der Spitze der EFP kommt aus Griechenland und lebt in Schweden