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Stiftung Warentest untersuchte 20 Produkte – gute Mundspüllösungen gibt es auch für wenig Geld, Mundwässer zum Verdünnen kann man sich sparen

(c)Ju Jae-young/Shutterstock.com

Bürste, Paste und Zahnseide  – so lautet der Dreiklang für gesunde Zähne. Für manche ist eine Mundspülung eine wertvolle Ergänzung zur täglichen Mundhygiene. Die Stiftung Warentest hat 13 gebrauchsfertige Mundspüllösungen und 7 Mundwässer zum Verdünnen untersucht und die Ergebnisse in der Februar-Ausgabe der Zeitschrift test veröffentlicht. Die Noten reichen von Gut bis Mangelhaft. Ganz vorn liegen vier günstige Produkte. Der vollständige Test kann online abgerufen werden. Medizinische Mundspüllösungen wurden nicht geprüft, sie sollten, so die Stiftung, nur nach Rücksprache mit dem Zahnarzt verwendet werden.

Wer sollte eine Mundspüllösung benutzen?

Grundsätzlich werden sie empfohlen, wenn Zähne und Weichgewebe besonders anfällig für Karies oder Zahnfleischentzündungen sind, zum Beispiel bei Trägern festsitzender Zahnspangen oder, wenn das Zähneputzen oder die Verwendung von Zahnseide aus Alters- oder Geschicklichkeitsgründen schwerfällt. Auch wer nach Operationen im Mundraum nur eingeschränkt putzen kann, sollte regelmäßig spülen.

Mundspüllösung und Mundwasser

Mundspüllösungen werden unverdünnt in den Mund genommen, Mundwässer mit Wasser verdünnt, beide werden nach dem Spülen ausgespuckt. Viele Mundspüllösungen enthalten – im Gegensatz zu den meisten Mundwässern – Fluorid zum Schutz vor Karies. Um in verdünnter Form noch wirken zu können, müssten Mundwässer deutlich mehr Fluorid enthalten, als die EU-Kosmetikverordnung erlaubt. Mundwässer können somit nicht vor Karies schützen. Die Anbieter versprechen auch keine derartige Wirkung. Daher wurde der Prüfpunkt Kariesprophylaxe bei Mundwässern nicht benotet. Bei Zahnfleischentzündung und Plaque versprechen die Anbieter oft einen wirksamen Schutz. Es wurde geprüft, ob sie die erforderlichen Wirkstoffe in ausreichender Dosis enthalten.

Nicht alle Mundspüllösungen schützen vor Karies

Um Karies vorzubeugen, muss die Lösung genügend Fluorid enthalten. Es gibt der Zahnoberfläche Mineralien zurück und macht sie widerstandsfähiger gegen Säuren. Optimal wirken im aktuellen Test nur sieben Produkte, darunter vier besonders preisgünstige Mundspüllösungen von Edeka, Kaufland, Lidl und Rossmann. Zwei Lösungen enthalten kein Fluorid. Sie sind mangelhaft.

Auch Produkte ohne Alkohol können mithalten

Fünf der sieben guten Mundspüllösungen aus dem aktuellen Test kommen ohne Alkohol aus. Das heißt: Auch Schwangere und Alkoholabhängige dürfen sie benutzen, Kinder ab sechs Jahren nur die beiden zink­freien Lösungen, sofern sie diese zuverlässig wieder ausspucken. Für alle alkoholhaltigen Produkte gab es beim Prüfpunkt „Deklaration“ Abzüge wegen mangelhafter Warnhinweise auf den Packungen.

Eignung für Kinder und Jugendliche 

Auf zinkhaltige Mittel sollten Heranwachsende verzichten, empfiehlt die Stiftung Warentest. Überdosiert kann Zink langfristig das Immunsystem schwächen. Kinder und Jugendliche nehmen meist schon mit der Nahrung die von der Europäischen Behörde für Lebensmittelsicherheit empfohlene Höchstmenge an Zink auf. Zinkhaltige Mundspüllösungen und auch Zahnpasten sollten sie deshalb nicht zusätzlich verwenden, empfiehlt das Bundesinstitut für Risikobewertung. Daher erwarten die Warentester einen Warnhinweis auf der Verpackung, der bei fünf Produkten fehlte.

So wurde getestet

Im Test waren 20 häufig verkaufte Mundspülungen – 13 Mundspüllösungen und sieben Mundwässer. Drei Produkte sind zertifizierte Naturkosmetik. Die Tester prüften und bewerteten folgende Parameter: Kariesprophylaxe durch Fluoride (35 Prozent), Vorbeugung gegen Plaque, Gingivitis (35 Prozent), Nutzerfreundlichkeit der Verpackung (10 Prozent) und Deklaration und Werbeaussagen (20 Prozent).

Zwei Fachleute beurteilten, ob die Produkte Karies, Plaque und/oder Gingivitis vorbeugen. Dafür zogen sie Messwerte potenziell wirksamer Inhaltsstoffe, Anbieterangaben und die Deklaration auf der Verpackung heran. Die Bewertung erfolgte auf Grundlage aktueller wissenschaftlicher Erkenntnisse, nach Empfehlungen von Fachgesellschaften und auf Basis von wissenschaftlicher Literatur. Zudem berücksichtigten die Fachleute Dokumente, die die Anbieter zur Verfügung gestellt haben.

Bei der Beurteilung der Kariesprophylaxe durch Fluorid berücksichtigten die Experten die ermittelten Konzentrationen und Art der Fluoride, den pH-Wert und, ob weitere unterstützende Wirksubstanzen vorhanden waren. Antimikrobiell wirksame Bestandteile in Mundspülungen wie Alkohole, Cetylpyridiniumchlorid und Zink wurden konzentrationsmäßig erfasst, sofern in der Inhaltsstoffliste genannt.

Fünf Experten bewerteten die Handlichkeit der Verpackungen, wie gut sie sich öffnen und schließen lassen und wie einfach die Flüssigkeiten zu dosieren sind. Weiterhin ging in die Wertung ein, ob eine Kindersicherung vorhanden ist und ob Entsorgungshinweise genannt werden. Anhand von mindestens drei Packungen je Produkt bestimmten die Tester Inhaltsmenge und Füllungsgrad.

Schutz vor Corona-Viren?

Mundspüllösungen, die ätherische Öle oder Cetylpyridiniumchlorid enthalten, können laut Laborstudien die Corona-Viren zum Teil deutlich reduzieren. Die Stiftung Warentest schreibt, die Ergebnisse ließen sich dennoch nicht eins zu eins auf den Menschen übertragen. Auch sei nicht klar, wie lange diese Wirkung anhält. Daher ersetzen diese Mundspüllösungen keine Mund-Nasen-Masken oder Hygieneregeln. Dennoch könnte es zum Beispiel bei zahnärztlichen Behandlungen durchaus sinnvoll sein, die Patienten den Mund mit einem entsprechenden Präparat auszuspülen.

Im Ergebnis konnten wurden sieben von 13 fertigen Mundspüllösungenmit sehr gut und gut bewertet, darunter die günstigen Produkte von Edeka, Kaufland, Lidl und Rossmann. Die geprüften Mundwässer konnten dagegen nicht als sinnvolle Ergänzung zur Zahnpflege überzeugen, da sie weder Karies, noch Zahnbelag, Zahnfleischentzündung oder Mundgeruch vorbeugten.

Ju Jae-young/shutterstock.com

Prävention und Prophylaxe Patientenkommunikation Praxis Zahnmedizin

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