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Implantate und digitale Lösungen für die Prothetik– die spanische Phibo Gruppe ist europaweit aktiv

(c)Phibo

Die Phibo Gruppe mit Sitz in Spanien gehört zu den führenden Unternehmen nicht nur auf der iberischen Halbinsel in den Bereichen Implantologie, CAD/CAM-gefertigte Prothetik, Digitallösungen und Fräsdienstleistungen. Seit mehr als 30 Jahren aktiv, basieren die Forschung und Entwicklung neuer Produkte im Unternehmen auf wissenschaftlichen Erkenntnissen. Die Gruppe ist derzeit eines der spanischen Unternehmen, das am stärksten auf Digitalisierung und 360°-Lösungen für die orale Rehabilitation setzt, und bietet ihre Dienstleistungen auch europaweit an.

Der Sitz der Phibo-Gruppe in Sentmenat bei Barcelona
Der Sitz der Phibo-Gruppe in Sentmenat bei Barcelona
© Phibo
Phibo unterteilt sein Portfolio nach Implantatsystemen, CAD-CAM Phibo und digitalen Lösungen für Zahnärzte und Zahntechniker. Im Interview berichten Ignacio „Nacho“ Mestre, seit 2017 CEO des Unternehmens, und der Leiter Innovations (CIO) Manuel Villagordo über die Produkte und digitalen Lösungen des Dentalunternehmens mit Sitz im spanischen Sentmenat, 40 Kilometer nördlich von Barcelona.
 

Wie sehen Sie die weitere Entwicklung des Implantologiemarkts?

Nacho Mestre: Der Implantologiemarkt wächst weiter, ist jedoch schon ziemlich gesättigt. Nach einer Phase des exponentiellen Wachstums befindet er sich jetzt in einer Reifephase, was aber nicht als negativ zu betrachten ist.

Manuel Villagordo: Implantate werden seit mehr als 25 Jahren eingesetzt, in den vergangenen zehn Jahren waren es weit mehr als in den Jahren zuvor. Das hat zu diesem Reifepunkt geführt.

Wir glauben an das Implantat, aber wir haben auch immer darüber hinausgeblickt: Im vergangenen Jahr haben wir die Fertigung von Aufbissschienen eingeführt und Ende 2020 haben wir mit digitalen Kunststoffprothesen begonnen. Wir bieten 360°-Lösungen: Implantate, Software, Hardware und Prothetiklösungen, die in industrieller Form mittels CAD-CAM-Technologie gefertigt werden.

Heute werden 45 Prozent der Gerüste, die wir in unseren Fertigungszentren herstellen, noch auf die natürlichen Zähne gesetzt. Im Jahr 2019 haben wir 22.000 herausnehmbare Zahnersatzeinheiten gefertigt, damit stehen wir in Europa an der Spitze bei diesem Produkt.

Mestre: Der Schlüssel zum Erfolg ist, ein Spezialist für Versorgungen mit oder ohne Implantate zu sein. Die Phibo Gruppe setzt auf ganzheitliche Rehabilitation, in digitaler, schneller, effizienter und sicherer Form.
 

Die Phibo Gruppe hat 2019 Sineldent übernommen und jetzt wurde eine Vereinbarung mit Camlog Biohorizons getroffen. Hat sich Ihr Wachstumsplan aufgrund der Pandemie geändert?

Mestre: Sineldent ist ein sehr flexibles Unternehmen und besetzt eine Nische im Markt, in der wir nicht sehr präsent waren. Die Integration verläuft sehr zufriedenstellend und die Anlagen arbeiten störungsfrei. Wir sind zwei Marken, aber ein Unternehmen, und einer lernt vom anderen.

Für den spanischen und portugiesischen Absatzmarkt haben wir auch weitere Vereinbarungen mit anderen Unternehmen der Branche erarbeitet. Vor kurzem haben wir eine Kooperationsvereinbarung mit Camlog Biohorizons unterzeichnet, um mit ihnen zusammenzuarbeiten. Dies war ein langer und anspruchsvoller Prozess, aber wir haben gesehen, dass ein weltweit anerkannter Hersteller von Implantaten sein Vertrauen in die Phibo Gruppe setzt, weil wir alle Anforderungen erfüllen und die Strukturen für deren Implantate garantieren können.
 

Phibo ist eine Referenzmarke im Bereich der digitalen Zahnmedizin. Welche Botschaft geben Sie den Fachleuten mit, die den Sprung ins Digitale planen?

Villagordo: Die meisten Zahnärzte arbeiten bereits mit digitalen Tools, zum Beispiel einer digitalen Kamera oder einer Managementsoftware. Deshalb ist der Intraoralscanner eine digitale Komponente, die perfekt in diesen Rahmen passt. Nach unseren Berechnungen entstehen bei 25 Prozent aller Rehabilitationen, die auf Grundlage einer analogen Abformung durchgeführt werden, Fehler. Die Abformung muss wiederholt oder die Arbeit neu angefertigt werden. Dies reduziert sich erheblich mit dem Intraoralscanner.

Bei der Investition in einen Intraoralscanner sind sich Zahnmediziner oft nicht sicher, ob sie jede Art von Versorgung, die sie in ihrer täglichen Arbeit ausführen, abdecken können, und wie viel sie investieren müssen, um ihre Teams von der herkömmlichen auf die digitale Praxis umzuschulen. Wir können klar dazu Stellung nehmen: Die Kooperation zwischen Praxis, Labor und Fertigungszentrum ist der Schlüssel. Der Erfolg bei der Digitalisierung einer Zahnarztpraxis liegt darin, mit einem Labor zusammenzuarbeiten, das zuvor von einem Unternehmen wie der Phibo Gruppe geschult wurde und mit allen digitalen Komponenten aus der Praxis und dem Dentallabor vertraut ist.

Ein Unternehmen wie das unsere muss – über das Angebot vielfältiger CAD/CAM-gefertigter Prothetiklösungen hinaus – seinen Beitrag zur Schulung beider Teile leisten. Wir setzen schon seit mehr als zehn Jahren viele Ressourcen für die Ausbildung von Fachleuten ein. Hinter dem Verkauf eines Scanners stehen immer auch ein sehr spezifischer Schulungsplan und eine Begleitung vor Ort oder per Telefon, durch die sich der Kunde in diesem Prozess sehr viel besser aufgehoben fühlen kann.
 

Welche Vorteile sehen Sie in der Digitalisierung und was bieten Sie Ihren Kunden an?

Mestre: Die Digitalisierung kann uns in Zeiten wie diesen sehr helfen. Jetzt, wo die Logistik schwieriger geworden ist, bedeutet der Umstieg auf das Digitale die Beseitigung vieler Schritte und eine Vereinfachung der Arbeit. Wie Manuel sagt, verkaufen wir nicht einen Scanner und vergessen dann alles weitere. Unsere Arbeit besteht immer darin, dafür zu sorgen, dass der Scanner betriebsbereit und für den Fachmann von Nutzen ist und er damit einen Gewinn erzielen kann.

Villagordo: Im Zuge dessen entwickeln wir seit einem Jahr eine digitale Anwendung mit der Bezeichnung Sinergia: Ein sicheres Webportal, das Zahnarztpraxis, Labor und Fertigungszentrum verbindet, um den Austausch der digitalen Dateien für alle so einfach und sicher wie möglich zu machen.


Wie haben Sie sich in den vergangenen Monaten mit der Phibo Group aufgestellt?

Mestre: Wir haben ausreichend Rücklagen gebildet, die jeden Unternehmensbereich betrafen, um unsere Dienstleistungen zu jedem Zeitpunkt aufrecht zu erhalten. Unser großer Wettbewerbsvorteil ist: Wir nutzen nicht nur eine, sondern vier Produktionseinheiten; deshalb können wir, wenn eine dieser Einheiten ernsthaft von der Situation beeinträchtigt sein sollte, mit den restlichen Produktionseinheiten weiterarbeiten. Dies ist ein wichtiger Wettbewerbsvorteil, der uns als Phibo Gruppe zu einem starken und soliden Unternehmen macht.

Darüber hinaus haben wir die laufenden Projekte nicht gestoppt. Im Bereich Innovation und Entwicklung haben wir – trotz der Beschränkungen, die wir hatten, und dank der starken Ausrichtung der Gruppe auf die Digitalisierung und Innovation – immer weitergearbeitet und beschlossen, alle geplanten Projekte durchzuführen. Markteinführungen wurden neu geplant und dann durchgeführt.

Wir haben unsere 3-D-Produktionsfähigkeiten eingesetzt, um Zubehör für Beatmungsgeräte herzustellen, die von Krankenhäusern gebraucht wurden, und haben gleichermaßen 50 Prozent unserer Server bereitgestellt, um in der aktuellen die Pandemieentwicklung zu untersuchen.
 

Was können Zahntechniker und Zahnärzte 2021 von Ihnen erwarten?

Mestre: Es ist schwierig, für die nächsten Monate Prognosen abzugeben. Wir wissen, dass ein erneutes Zurückfahren der Wirtschaft keine gangbare Alternative ist und gehen von einer Erholung für 2021 aus. Die Phibo Gruppe arbeitet an einem effizienten, soliden, nachhaltigen Unternehmen, das flexibel auf Änderungen reagieren kann. Wir sind optimistisch und denken, dass unser Unternehmen weiterhin eine Referenz im digitalen Rahmen bleiben und dem Markt mit innovativen Produkten, die Spitzenleistungen in der Zahnarztpraxis ermöglichen, einen Mehrwert bieten wird. Wir sind vorsichtig, aber auch voller Hoffnung.

 

Über Phibo

Das Unternehmen unterteilt das Portfolio nach Implantatsystemen, CAD-CAM Phibo und digitalen Lösungen für die Zielgruppen Zahnärzte und Zahntechniker. Das Implantatsystem „AureaEvo“ wurde geschaffen zum Schutz des Weichgewebemanagements und zur Erhaltung der natürlichen Ästhetik auf lange Zeit. Das exklusive konische hexalobulare Verbindungsdesign ist vor allem für die Kombination Implantat und Prothetik entwickelt worden. Der klinische Erfolg beruht auf der patentierten Avantblast-Oberfläche. Mit dieser garantiert Phibo eine kurz-, mittel- und langfristige Rehabilitation.

Unter der Marke „CAD-CAM Phibo“ werden europaweit Fräsdienstleistungen für Dentallabore und Zahnarztpraxen angeboten. Dank der modernen Technologie und dem einfachen Datentransfer entwerfen und produzieren die Mitarbeiter Gerüste, mit denen so perfekte Zähne entstehen, als sei die Natur am Werk gewesen. „Adhoc“ ist das Top-Produkt für verschraubte Versorgungen für Metall-Keramik, das unterschiedliche Technologien für herausragende Ergebnisse kombiniert. Dank des innovativen Herstellungsprozesses wird eine hervorragende Haftung der Keramik durch deren raue Oberfläche sowie ein passgenauer Einsatz im Verbindungsbereich erzielt. Das verschraubte Kobalt-Chrom wird für alle Gerüsttypen hergestellt: von Abutments bis hin zu kompletten anatomischen Gerüsten. Und all dies auf einer Vielzahl von Implantatsystemen dank der Phibo Library, der umfassendsten Bibliothek auf dem Dentalmarkt (alle Produkte sind eingetragene Warenzeichen der Phibo Gruppe.) Eindrücke und weitere Informationen vermitteln auch die Videos im YouTube-Channel des Unternehmens. In Deutschland ist Phibo mit einer Niederlassung in Bensheim vertreten, Kontakt per E-Mail info.germany@phibo.com.


Titelbild: „Die Phibo Gruppe arbeitet an einem effizienten, soliden, nachhaltigen Unternehmen, das flexibel auf Änderungen reagieren kann” – CEO Nacho Mestre (links) und CIO Manuel Villagordo.
Quelle: Phibo Gruppe Digitale Zahntechnik Implantatprothetik Zahntechnik Digitale Zahnmedizin Wirtschaft Nachrichten

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