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Junge Zahnärztinnen und Zahnärzte ließen sich inspirieren – „dent.talents. Gründer Camp“ in Mainz machte Lust auf Gründung

Die Referentinnen und Referenten und das Team hinter dem diesjährigen „dent.talents. Gründer Camp“ in Mainz.

(c) Henry Schein

Nach der Pause wegen der Corona-Pandemie fand Anfang Oktober 2022 die Neuauflage des Gründer Camps von dent.talents. by Henry Schein statt. Rund 80 Teilnehmerinnen und Teilnehmer kamen für anderthalb Tage in der urbanen Mainzer Halle 45 zusammen, um die Gründungsgeschichten ihrer Kolleginnen und Kollegen und die fachlichen Impulse der Experten zu hören.

Neben den Vorträgen, Workshops und Breakout-Sessions gab es viel Raum für den persönlichen Austausch – denn genau das macht das Gründer-Camp-Veranstaltungskonzept bereits seit der Premiere im Jahr 2017 aus, so die Veranstalter. Stefan Heine, Geschäftsführer der Henry Schein Dental Deutschland GmbH, eröffnete die Veranstaltung am Freitagmittag, und auch er weiß: „Früher oder später stellt sich jede junge Zahnmedizinerin, jeder junge Zahnmediziner die Frage ‚Soll ich es wagen oder nicht?‘“.

In den Breakout-Sessions gab es Infos zu vielen Bereichen der Praxis.
In den Breakout-Sessions gab es Infos zu vielen Bereichen der Praxis.
Foto: Henry Schein

Lernen aus den Gründergeschichten

Dass es zahlreiche gute Gründe für den Weg in die Niederlassung gibt und welch unbeschreibliches Gefühl es ist, am Ende in den eigenen Praxisräumen zu stehen, machten die acht Gründerinnen und Gründer deutlich, die auf der Bühne von ihren Erfahrungen berichteten.

Carlotta Behrens und Pirmin Schwarz nahmen 2019 vom Gründer Camp so viel Motivation mit, dass sie kurze Zeit später selbst gründeten. Nun teilten sie auf der Bühne selbst ihre Erfahrungen.

Auch Beispiele für Praxisplanungen wurden präsentiert.
Auch Beispiele für Praxisplanungen wurden präsentiert.
Foto: Henry Schein
Als Ricarda Richter als angestellte Zahnärztin während des Lockdowns in Kurzarbeit geschickt wurde, verstand sie, dass die vermeintlich sichere Anstellung doch gar nicht mehr so sicher ist. Warum also nicht den Schritt in die Niederlassung wagen? Auf der Bühne zeigte sie, wie sie mit ganz klaren Vorstellungen von Größe und Struktur im Oktober 2021 ihre Praxis in Hanau fand und riet den diesjährigen Teilnehmerinnen und Teilnehmern: „Fasst Euch ein Herz, Euren Traum zu verwirklichen.“

Dr. Stefanie Beyer gab Tipps, wie sie es nach ihrer Praxisübernahme im Jahr 2019 dank Anstellung der Praxisabgeberin und Delegation an Praxismanagerin und Team schaffte, eine gute Work-Life-Balance für sich selbst herzustellen und die Praxis nach zwei Jahren räumlich zu verdoppeln.

Ungewöhnlicher Weg in die eigene Praxis

Seinen eher ungewöhnlichen Weg in die eigene Praxis präsentierte Dr. Dieter Börner. Der Zahnmediziner arbeitete bereits mehrere Jahre angestellt, dann als Teilhaber einer Gemeinschaftspraxis und später als Leiter der KfO-Abteilung eines Fortbildungsinstituts, bevor er sich mit Ende 40 aus Leidenschaft zum Beruf doch für die Selbstständigkeit entschied.

„Es gibt nix Geileres, als in Eurer eigenen Praxis zu stehen. Also haltet durch, um Euren Traum zu verwirklichen“, war der Rat von Dr. Katharina Kemper. Sie selbst musste viel Durchhaltevermögen beweisen nachdem erst der Architekt ihre Pläne durcheinanderbrachte und sich dann die Fertigstellung aufgrund der Pandemie verzögerte.

Wie er eine Praxis, die er zunächst überhaupt nicht in Betracht gezogen hatte, in seine Traumpraxis verwandelte und kurze Zeit später gleich noch eine zweite Praxis übernahm, erzählte Dr. Conrad Niklas Bauer aus Berlin. „Ich habe die Praxis, die ich haben wollte, nicht gefunden, also habe ich die Praxis einfach erschaffen“, fasste er seine Übernahme zusammen und appellierte daran, für alle Möglichkeiten offen zu bleiben.

Gründen 3.0

Dr. Ingmar Rusch ist drei Wege in die eigene Praxis gegangen.
Dr. Ingmar Rusch ist drei Wege in die eigene Praxis gegangen.
Foto: Henry Schein
Dass man in seiner beruflichen Laufbahn durchaus mehrmals gründen kann, zeigte Dr. Ingmar Rusch eindrucksvoll an seiner Geschichte. Sein Weg führte ihn vom nicht ganz einfachen Einstieg in der Praxis seines Vaters über die Umfirmierung zur Einzelpraxis bis hin zur Gründung 3.0 einer gänzlichen neuen Praxis, in der er ab Mitte 2024 sein erfolgreiches Behandlungskonzept weiterentwickeln möchte.

„In der Assistenzzeit war es nie so, wie ich es wollte“, erinnerte sich Britta Tils auf der Bühne an die Zeit vor ihrer Gründung zurück. Deshalb fasste sie 2018 den Entschluss zu gründen und schuf für ihre Patienten mitten in der Münchner Altstadt eine Praxis mit „Wellness-Tempel-Gefühl“.

Expertenvorträge zu Einzelthemen

Neben den eindrucksvollen und zugleich völlig unterschiedlichen Gründer-Storys halfen am Freitag kompakte Expertenvorträge den Teilnehmenden bei der Beantwortung wichtiger unternehmerischer Fragestellungen zu Standort, Finanzierung und Praxiskonzept. Am zweiten Tag der Veranstaltung erhielten die Nachwuchszahnärzte während praxisnaher Workshops und Breakout-Sessions vertiefende Einblicke in Themen wie Abrechnung, CAD/CAM, Ergonomie, Personalführung, Steuern, Business-Plan, Hygiene und Prophylaxe-Konzepte.

„Wir sind stolz, dass wir trotz der Zwangspause im vergangenen Jahr wieder so viele junge Zahnärztinnen und Zahnärzte für das Event begeistern konnten.“, freut sich Theresa Reuter, Senior Marketing Managerin und Erfinderin des Gründer Camps, über den Erfolg der Veranstaltung. Besonderer Dank gelte dabei den Gründerinnen und Gründer, die den Mut gefasst haben, sich auf die große Bühne zu trauen und damit die Veranstaltung zu etwas Einzigartigem gemacht haben.

Reference: med.dent.magazin Praxis

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