0,00 €
Zum Warenkorb
  • Quintessence Publishing Deutschland
Filter
1807 Views

Europäische Konsensuskonferenz (EuCC) aktualisiert Konsensuspapier von 2021 – beim BDIZ EDI erhältlich

(c) ElizabethMottus/Shutterstock.com

Die Europäische Konsensuskonferenz (EuCC) unter Federführung des BDIZ EDI diskutierte Ende Februar online über die Einsatzmöglichkeiten von Keramik in Implantologie und Implantatprothetik: Neben Abutments und Suprakonstruktionen wurden auch ein- und zweiteilige Keramikimplantate unter die Lupe genommen. Nun liegt der abgestimmte Praxisleitfaden 2021 vor, der das Papier aus dem Jahr 2007 aktualisiert: „Update Keramik in der Implantologie“.

Die Teilnehmenden aus Hochschule und Praxis diskutierten auf der Basis eines Arbeitspapiers der Universität Köln und unter Berücksichtigung des Praxisleitfadens aus dem Jahr 2007 zunächst online. Die diskussionswürdigen Punkte wurden in den nachfolgenden Wochen von Moderator Prof. Dr. Jörg Neugebauer, BDIZ EDI-Vorstandsmitglied, abgestimmt. Inhalt des Konsensuspapiers sind Abutments, Suprakonstruktionen und ein- sowie zweiteilige Implantate aus Keramik.

Der neue Praxisleitfaden kann beim BDIZ EDI bestellt werden, für Mitglieder ist er kostenlos.
Der neue Praxisleitfaden kann beim BDIZ EDI bestellt werden, für Mitglieder ist er kostenlos.
Quelle: BDIZ EDI
Aus immunologischer und biologischer Sicht stellt die EuCC fest, dass handelsübliche Titanimplantate, die entsprechend Herstellerangaben (Gebrauchsanweisung) inseriert werden, eine gute Osseointegration und Weichteil-Biokompatibilität sowie gute klinische Erfolge erzielen.

Risiko von Implantatfrakturen gering

Für die einteiligen Keramikimplantate räumt die EuCC frühere Bedenken aus. So sei das Risiko von Implantatfrakturen bei den derzeit im Handel erhältlichen Implantaten gering. Eine Überlastung in der frühen Einheilphase könne durch Schienen oder durch eine provisorische Versorgung ohne funktionelle Belastung vermieden werden.

Wenig wissenschaftliche Belege für zweiteilige Keramikimplantate

Bei den zweiteiligen Keramikimplantaten hält die EuCC fest, dass verschiedene Konstruktionen von Abutmentverbindungen zur Verfügung stehen, davon einige mit Metallkern. Das Konzept der metallfreien Implantatkonstruktionen werde indes aufgegeben. Die EuCC weist darauf hin, dass die Fixierung der Abutments ein spezielles Protokoll gemäß Herstellerangaben erfordere. Die EuCC stellt fest: „Wissenschaftliche Belege für zweiteilige Implantate sind selten.“

Nicht Material entscheidend für Biofilm

Bei der Ästhetik punkten laut EuCC die keramischen Abutments gegenüber den metallischen, vor allem bei Patienten mit dünnem Gewebephänotyp. Die verringerte Biofilmadhäsion im Vergleich zu Titan wird zwar, basierend auf experimentellen Studien, hervorgehoben, jedoch, so das Papier, scheint die Oberflächentopographie die primäre Determinante bei der Akkumulation von Biofilm zu sein, nicht die Wahl des Materials.

Suprakonstruktionen aus Zirkonoxid sind inzwischen gängig. Hier fordert die EuCC bei Gerüsten mit keramischen Verblendungen als Implantat-Suprakonstruktion ein spezielles Design und geschulte Behandler, um Chipping zu vermeiden. Aus Sicht der EuCC gibt es nur wenige mittel- oder langfristige Belege für die Verwendung von monolithischem Zirkonoxid.

Zahnärzte müssen für Keramik geschult sein

Die Schlussfolgerung der EuCC: „Für alle Aspekte der Implantatbehandlung sind keramische Lösungen verfügbar. Der implantologisch tätige Zahnarzt/Arzt und der restaurativ tätige Zahnarzt müssen entsprechend geschult sein, um die bestmögliche Therapie für jeden Patienten sicherzustellen.“

Eine Leseprobe ist im Online-Shop der Internetseite erhältlich. Hier kann der Praxisleitfaden 2021 auch bestellt werden. Für Mitglieder des BDIZ EDI steht das Konsensuspapier zum Download im Mitgliederbereich auf der Webseite.

Titelbild: Einteiliges Keramikimplantat (Symbolbild)
Reference: Implantologie Prothetik Implantatprothetik Zahnmedizin Praxis

AdBlocker active! Please take a moment ...

Our systems reports that you are using an active AdBlocker software, which blocks all page content to be loaded.

Fair is fair: Our industry partners provide a major input to the development of this news site with their advertisements. You will find a clear number of these ads at the homepage and on the single article pages.

Please put www.quintessence-publishing.com on your „adblocker whitelist“ or deactivate your ad blocker software. Thanks.

More news

  
30.11.2022

Knochen aufbauen: Welche Alternativen gibt es zum Goldstandard?

Fragen an Prof. Bilal Al-Nawas und Prof. Stefan Fickl im Rahmen des DGI-Kongresses in Hamburg
29.11.2022

Mit einem Paket komplett versorgt

„All-in-one“ von Bredent enthält Software, Hardware, Materialien und Schulungen
21.11.2022

Jedem Gewebe sein Gemüse

DGI Curriculum: Chirurgisches Nähen trainieren ohne Schweinekiefer
18.11.2022

Implantat-prothetische Rehabilitation einer Patientin mit einer WNT10A-Mutation

Bei kongenitalen Nichtanlagen von Zähnen stets auch an ektodermale Dysplasien denken und eine humangenetische Beratung in Betracht ziehen
16.11.2022

Unentbehrlicher Einsatz in der Sofortversorgung

Die Helbo Lasertherapie eignet sich für verschiedene Einsätze in der Implantologie
04.11.2022

24 Stunden lang kostenlose Fortbildung

Neoss Group präsentiert am 15. November 2022 „Integrate 2022 Online 24H“
28.10.2022

Der Einfluss lateraler Augmentationen auf die Prävalenz periimplantärer Infektionen in Parodontalpatienten

Eine Querschnittsuntersuchung an 130 Patienten mit und ohne Augmentation zeigte keine signifikanten Unterschiede in klinischen Parametern
27.10.2022

Standards für die klinische Behandlung von periimplantären Weichgeweben

Gebührenfreies Webinar präsentiert Ergebnisse der Konsensuskonferenz von SEPA, DGI und Osteology Foundation