0,00 €
Zum Warenkorb
  • Quintessence Publishing Deutschland
Filter
1622 Aufrufe

Zahnärzte fordern gesetzliche Regelungen – jeder Deutsche konsumiert mehr als 35 Kilo Zucker pro Jahr

Die Bayerische Landeszahnärztekammer (BLZK) und Kassenzahnärztliche Vereinigung Bayerns (KZVB) fordern mehr Engagement des Gesetzgebers im Kampf gegen zuckerhaltige Lebensmittel und Getränke. Durchschnittlich konsumiert jeder Deutsche pro Jahr rund 35 Kilo Zucker. Das ist mehr als das Doppelte dessen, was die Weltgesundheitsorganisation (WHO) empfiehlt.

Die Bundeszahnärztekammer (BZÄK) hat gemeinsam mit dem Berufsverband der Kinder- und Jugendärzte klare Forderungen an die Politik herangetragen. Dazu gehören die Einführung einer verständlichen Lebensmittelkennzeichnung, eine Sonderabgabe auf stark zuckerhaltige Getränke und eine Reduzierung des Zuckergehalts in Nahrungsmitteln für Kleinkinder. Dies wurde bereits im Februar mit Abgeordneten des Deutschen Bundestags diskutiert. Geschehen ist seitdem aber nichts.

Regierung hat seit Februar nichts umgesetzt

Es ist allgemein bekannt, wie schädlich sich zu viel Zucker auf die Allgemein- und Zahngesundheit von Kindern, Jugendlichen, aber auch von Erwachsenen auswirkt. Jetzt ist es an der Zeit, endlich zu handeln, so Christian Berger, Präsident der Bayerischen Landeszahnärztekammer. Die Zahnärzteschaft habe in den vergangenen Jahren zwar enorme Erfolge bei der Verbesserung der Zahngesundheit von Kindern und Jugendlichen erzielt, bestimmte Bevölkerungsgruppen seien aber nur schwer für Prävention und Prophylaxe zugänglich. Die Folge sei eine ausgeprägte „Nischenkaries“. Kinder, die ohne ausreichende Mundhygiene aufwachsen, haben deutlich mehr kariöse Zähne als ihre Altersgenossen. Das ist aus Sicht der Zahnärzte vor allem auf die Ernährung zurückzuführen. „Karies im Kleinkindalter ist weitgehend vermeidbar, wenn es uns gelingt, den Zuckerkonsum weiter zu reduzieren“, so Berger.

Alle müssen an einem Strang ziehen

Deshalb begrüßen die bayerischen Zahnärzte Maßnahmen wie das Ende der Subventionierung von stark gesüßtem Schulkakao. Wichtig sei es aber, auch den Zuckerverbrauch in privaten Haushalten deutlich zu reduzieren.

Einen wichtigen Beitrag für die Verbesserung der Zahngesundheit leistet die Bayerische Landesarbeitsgemeinschaft Zahngesundheit (LAGZ), die seit Jahrzehnten Aufklärungsarbeit in Kindergärten und Schulen betreibt. „Die Zahnärzte, die sich dort ehrenamtlich engagieren, würden sich sehr darüber freuen, wenn der Gesetzgeber ihre Arbeit durch entsprechende Maßnahmen unterstützt“, so Berger. Lebensmittelindustrie, Schulen, Eltern, Politiker, Ärzte und Zahnärzte müssten an einem Strang ziehen, um die Zuckerflut endlich wirksam einzudämmen. Die Erfahrung habe gezeigt, dass sich mit freiwilligen Maßnahmen allein dieses Ziel nicht erreichen lasse.

Titelbild: Shutterstock/Marcos Mesa Sam Wordley
Quelle: BLZK, KZVB Politik Wirtschaft

Adblocker aktiv! Bitte nehmen Sie sich einen Moment ...

Unser System meldet, dass Sie eine aktive AdBlocker-Software verwenden, die verhindert dass alle Seiteninhalte geladen werden können.

Fair geht vor: Unsere Partner aus der Industrie tragen durch ihre Anzeigen einen maßgeblichen Teil zum Betreiben dieser Newsseite bei. Diese finden Sie in überschaubarer Anzahl auf der Startseite sowie den einzelnen Artikelseiten.

Bitte setzen Sie www.quintessence-publishing.com auf Ihre „AdBlocker Whitelist“ oder deaktivieren Ihre AdBlocker Software. Danke.

Weitere Nachrichten

  
1. März 2024

Cannabis-Konsum: Risiken und Nebenwirkungen für Zahnbehandlung

Stellungnahme der KZV Hessen zum Bundestagsbeschluss zur Legalisierung von Cannabis
1. März 2024

Kurz und knapp

Kurznachrichten und Informationen aus der (dentalen) Welt – März 2024
28. Feb. 2024

„Patientinnen und Patienten sind Experten in eigener Sache“

„Erfahrungswissen von Patienten und Ärzten nutzen“, richtig Rahmenbedingungen schaffen – Bundesärztekammer zum „Jahr der Patientenbeteiligung“
27. Feb. 2024

Zeit für Patientinnen und Patienten läuft ab

„Keine Gesundheit ohne Mundgesundheit“: KZBV drängt Lauterbach mit offenem Brief zum Handeln
26. Feb. 2024

„Ein Material allein wird Amalgam nicht ersetzen können“

Amalgam-Verbot auf der Zielgeraden – Antrag auf Ausnahmeregelung offen, Gespräche und Suche nach Lösungen laufen
26. Feb. 2024

Kurz und knapp

Kurznachrichten und Informationen aus der (dentalen) Welt – Februar 2024
23. Feb. 2024

Fluoridlack für alle Kinder unter sechs Jahren hilft, ECC zu vermeiden

Die Deutsche Gesellschaft für Kinderzahnmedizin (DGKiZ) begrüßt erweiterte Fluoridierungsleistung
23. Feb. 2024

Gelten GOÄ und GOZ auch für MVZ – oder nicht?

Rechtsprechung ist uneins bei der Anwendung der GOÄ und GOZ auf juristische Personen – eine Analyse von Dr. K.-H. Schnieder und Ref. Sönke Griebenburg