0,00 €
Zum Warenkorb
  • Quintessence Publishing Deutschland
Filter
2005 Aufrufe

Forschung in der Medizindidaktik an der Universität Witten/Herdecke

(c) Rawpixel.com/shutterstock.com

Prof. Dr. Gabriele Lutz ist auf die Professur für Psychosomatische Medizin und Psychotherapie der Universität Witten/Herdecke (UW/H) berufen worden. Sie behandelt als leitende Ärztin am Gemeinschaftskrankenhaus Herdecke täglich Patientinnen und Patienten. Als Forscherin ist ihr Thema in der medizinischen Ausbildung: Was müssen gute Ärztinnen und Ärzte heute können? „Das Studium ist immer noch davon geprägt, dass sie – wie häufig kritisiert wird – Telefonbücher auswendig lernen müssen. Also sich viel Sachwissen aneignen sollen, das aber längst auf jedem Handy an jedem Ort und zu jeder Zeit abrufbar ist. Was zählt also wirklich?“, fragt sie provokant in Richtung Approbationsordnung.

Statt reinem Wissen geht es um personale Kompetenzen

Prof. Gabriele Lutz ist auf die Professur für Psychosomatische Medizin und Psychotherapie der Universität Witten/Herdecke (UW/H) berufen worden.  Bild: privat
Prof. Gabriele Lutz ist auf die Professur für Psychosomatische Medizin und Psychotherapie der Universität Witten/Herdecke (UW/H) berufen worden. Bild: privat
Wenn reines Wissen nicht mehr im Vordergrund steht, was sollte im Rahmen der Kompetenzentwicklung von jungen Ärztinnen und Ärzte dann gefördert werden? Zunehmend wichtig werden personale Kompetenzen: Wie arbeite ich sinnvoll im Team? Wie gehe ich mit Emotionen und Konflikten um? Wie kann ich auf Patientinnen und Patienten empathisch zugehen? Das sind die Fähigkeiten, die heute wichtig sind und zunehmend noch wichtiger werden. Das sagt nicht nur Prof. Lutz, das ist das Ergebnis einer amerikanischen Studie zu den sogenannten 21st century skills. Für die Medizin hat Prof. Lutz Elemente zur Förderung der personalen Kompetenz in den Lehrplan gebracht und die Umsetzung an der UW/H erforscht: „Wir haben ein Ausbildungsformat im Studium eingeführt, das die berufliche Persönlichkeitsentwicklung in den Blick nimmt: In kleinen Gruppen besprechen die Studierenden mit zwei Mentorinnen oder MentorenFragen, Themen, Zweifel, die ihnen in ihrem Studienalltag begegnen.“ So thematisieren sie zum Beispiel die möglichen Differenzen zwischen dem Anspruch an sich selbst und ihren Beruf gegenüber der täglich erlebten Realität oder den Umgang mit dem Sterben.

Reflexion in der Praxis

Ein zweiter Teil ihrer Forschung ist im letzten Studienabschnitt der Studierenden, im praktischen Jahr (PJ) angesiedelt. In einem klinischen Reflexionstraining geht es um praxisorientierte Probleme aus dem klinischen Alltag, zum Beispiel den Umgang mit möglichen Behandlungsfehlern, Konflikte mit Mitarbeitenden oder Patientinnen und Patienten. „Bei diesem Training versetzen wir uns in der Gruppe zusätzlich zur inhaltlichen Klärung in die jeweiligen emotionalen und mentalen Perspektiven der Beteiligten, sodass ein differenzierteres Bild der Situation entsteht, aus dem kreative Ideen für das weitere Vorgehen abgeleitet werden können“, erklärt Lutz. „Wir haben die Hoffnung, dass die Studierenden das in ihr berufliches Leben mitnehmen, es an ihren späteren Stationen umsetzen und alle davon profitieren.“
Die meisten Universitäten, auch die UW/H, bieten in den ersten Semestern eines Medizinstudiums Kurse für die Patientenkommunikation an. Viele Probleme und Fragestellungen entstehen jedoch erst in der Praxis und müssen immer wieder im Alltag reflektiert und mit professionellem Feedback begleitet werden, um die notwendige personale Kompetenz zu erwerben. „Da hat die UW/H nun als ein Ergebnis meiner Arbeit ein Angebot geschaffen.“

Erleben von Sinn zur Gesundheitsförderung

Ein drittes Feld ihrer Forschung eröffnet Lutz aktuell: Wie kann der Umgang mit Sinn im ärztlichen und (psycho)therapeutischen Kontext genutzt werden, um zu einer besseren Heilung beizutragen? „Sinn findet sich für die meisten Menschen in ganz unterschiedlichen Zusammenhängen. Das kann zum Beispiel Sport sein, Natur, Religion, Familie und/oder der Beruf. Es gibt umfangreiche Studien dazu, dass Menschen häufig gesünder sind und schneller gesund werden, wenn sie in einem oder mehreren dieser Felder für sich selbst Sinn erleben können.“ An diesem Thema möchte Lutz in Zukunft mit eigener Forschung anknüpfen und daraus neue Ansätze für die Psychotherapie, aber auch die ärztliche Versorgung entwickeln.

Quelle: Universität Witten/Herdecke Zahnmedizin Patientenkommunikation Menschen

Adblocker aktiv! Bitte nehmen Sie sich einen Moment ...

Unser System meldet, dass Sie eine aktive AdBlocker-Software verwenden, die verhindert dass alle Seiteninhalte geladen werden können.

Fair geht vor: Unsere Partner aus der Industrie tragen durch ihre Anzeigen einen maßgeblichen Teil zum Betreiben dieser Newsseite bei. Diese finden Sie in überschaubarer Anzahl auf der Startseite sowie den einzelnen Artikelseiten.

Bitte setzen Sie www.quintessence-publishing.com auf Ihre „AdBlocker Whitelist“ oder deaktivieren Ihre AdBlocker Software. Danke.

Weitere Nachrichten

  
21. Feb. 2024

Kinderzahnärzte begrüßen Empfehlungen des Bürgerrats „Ernährung im Wandel“

Gesunde Ernährung ist nicht nur für die Zähne, sondern für die gesamte Entwicklung wichtig
20. Feb. 2024

Zähne schützen und erhalten trotz Essstörung

Frankfurter Carolinum bietet neue Ambulanz bei Bulimie und Magersucht
20. Feb. 2024

„Leitlinien sind keine Überzeugungen“

Deutsche Gesellschaft für Implantologie im Zahn-, Mund- und Kieferbereich (DGI) legt international die erste S3-Leitlinie zu Keramikimplantaten vor
19. Feb. 2024

„Die schonende und vorausschauende Zahnentfernung ist eines meiner Herzensthemen“

Chirurgie und mehr für die allgemeinzahnärztliche Praxis – Dr. Dr. Anette Strunz zum Programm des Berliner Zahnärztetags „Cutting-Edge! Chirurgie in der Zahnmedizin“
15. Feb. 2024

25 Jahre Camlog – der Jubiläumskongress

Konsequent teamorientierte Firmenphilosophie – Feier in der Motorworld Village Metzingen
14. Feb. 2024

Antibiotikaverbrauch unter dem Niveau vor der Pandemie – aber immer noch zu hoch

Gefahr von Wirkungsverlust durch Lieferengpässe, Verbrauch in Tierhaltung und Resistenzen
13. Feb. 2024

Leicht zu steuern, ohne den Patienten aus dem Blick zu verlieren

Neue XO-Care-Dentaleinheit – Basisversion kann jederzeit aufgerüstet werden – verschiedene Varianten möglich