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Jahrestagung der DGAZ: Aktuelle Entwicklungen in der Seniorenzahnmedizin im Fokus

Die diesjährige DGAZ-Jahrestagung fand in Kooperation mit der EAZF in München statt.

(c) Heinz von Bülow, DGAZ

Die praktische Umsetzung der PAR-Richtlinie für Senioren, die Folgen des GKV-Finanzstabilisierungsgesetzes, offene Fragen in der Seniorenzahnmedizin – die diesjährige 32. Jahrestagung der Deutschen Gesellschaft für AlterszahnMedizin (DGAZ) beleuchtete am 13. Mai 2023 viele Facetten des Themas AltersZahnmedizin.

Die Tagung fand unter der wissenschaftlichen Leitung von Prof. Dr. Christoph Benz und Dr. Cornelius Haffner in den Räumlichkeiten der Europäischen Akademie für zahnärztliche Fort- und Weiterbildung der Bayrischen Landeszahnärztekammer (EAZF) statt. Die renommierte Veranstaltung stand unter dem Leitthema „Aktuelle Entwicklungen in der Seniorenzahnmedizin mit Schwerpunkten auf der neuen PAR-Richtlinie und verschiedenen Aspekten der aufsuchenden Zahnmedizin“ und wurde in Zusammenarbeit mit der Bayerischen Landeszahnärztekammer durchgeführt.

Kontinuierliche Fortbildung und fachlicher Austausch

Die Präsidentin der DGAZ, Prof. Dr. Ina Nitschke, betonte in ihrem Grußwort zu Tagungsbeginn die Bedeutung der Seniorenzahnmedizin und das Engagement der DGAZ-Mitglieder in diesem Bereich. Sie unterstrich die Herausforderungen, denen Zahnärztinnen und Zahnärzte bei der Versorgung älterer Menschen gegenüberstehen, und betonte die Wichtigkeit des fachlichen Austauschs und kontinuierlicher Fortbildung, um eine bestmögliche Betreuung sicherzustellen.

Im Rahmen des facettenreichen Programms der Tagung stand ein zentrales Thema – die neue PAR-Richtlinie, die bei vielen Fachkolleginnen und -kollegen Fragen zur Umsetzung aufwirft – im Mittelpunkt. In seinem Vortrag „PAR-Richtlinie neu – Eine kritische Analyse der verkürzten Versorgungsstrecke für pflegebedürftige Patienten¡ erläuterte Prof. Dr. Dr. Dr. Matthias Folwaczny die Bedeutung der Richtlinie und diskutierte die Herausforderungen und Chancen, die sie für die Versorgung von Patienten mit Pflegebedarf mit sich bringt.

Behandlungsbedarf wird weiter steigen

Die potenziellen Auswirkungen des GKV-Finanzstabilisierungsgesetzes auf die Seniorenzahnmedizin beleuchtete Martin Hendges, Vorstandsvorsitzender der Kassenzahnärztlichen Bundesvereinigung (KZBV), in seinem Vortrag „Seniorenzahnmedizin und GKV – Auswirkungen des Gesetzes auf die zahnmedizinische Versorgung älterer Menschen“. Er reflektierte die Implikationen des Gesetzes und erörterte mögliche Lösungsansätze. Obwohl die Seniorenzahnmedizin bereits Erfolge verzeichnet, da die Abdeckung durch Kooperationsverträge kontinuierlich zunimmt, ist der Behandlungsbedarf zukünftig weiterhin stark steigend.

Intraorales Mikrobiom bei pflegebedürftigen Menschen

Ein interessanter Aspekt der Tagung war die Betrachtung des intraoralen Mikrobioms bei Menschen mit Pflegebedarf und die mögliche Rolle einer zielgerichteten Ernährung zur Unterstützung einer gesunden Mundflora. Prof. Dr. Yvonne Jockel-Schneider referierte über dieses Thema und präsentierte aktuelle Forschungsergebnisse, die zeigen, wie durch eine nitratreiche Ernährung das Mikrobiom erfolgreich moduliert werden kann.

Ein weiterer Schwerpunkt der Diskussionen war die Prävention in der Seniorenzahnmedizin, welche Prof. Dr. Cornelia Frese in ihrem Vortrag mit dem Titel „Prävention auf Vorrat – Eine kritische Betrachtung der Möglichkeiten und Grenzen präventiver Maßnahmen in der Alterszahnmedizin“ erörterte sowie die neuesten Erkenntnisse und Limitationen präventiver Maßnahmen in diesem Bereich vorstellte.

Wie die mobile Zahnmedizin ausgestattet ist

Die Ergebnisse einer DGAZ-Mitgliederbefragung zum Thema „Mobile Zahnmedizin“ stellte Dr. Julia Jockusch vor. Sie beleuchtete dabei sowohl die verschiedenen Praxiskonzepte im Bereich der aufsuchenden Betreuung als auch die Verbreitung von Kooperationsverträgen innerhalb der Mitglieder der DGAZ. Des Weiteren zeigte sie auf, dass rund die Hälfte aller Befragten eine mobile Behandlungseinheit besitzt beziehungsweise Zugang dazu hat, um nahezu das gesamte Spektrum der Zahnmedizin im Rahmen der aufsuchenden Betreuung anbieten zu können.
 

Foto: Heinz von Bülow, DGAZ

 

LAGP in Bayern

Besondere Aufmerksamkeit erhielt auch die aufsuchende Betreuung und die Rolle der Landesarbeitsgemeinschaft Pflege (LAGP). In seinem Vortrag „Die Rolle der Landesarbeitsgemeinschaft Pflege in der Seniorenzahnmedizin – Anforderungen und Herausforderungen“ erläuterte Sven Tschoepe die wichtige Funktion der LAGP und diskutierte die Anforderungen an deren Tätigkeit in der Seniorenzahnmedizin. Dieses wegweisende Modellprojekt könnte als Vorbild für weitere Landeszahnärztekammern dienen.

Das Team motivieren

Aus der Praxis Dr. Hummel berichteten Vater und Sohn ausführlich über ihr Praxiskonzept zur aufsuchenden Betreuung. Besonders strichen sie heraus, dass es wichtig ist, dass das Team für die aufsuchenden Betreuung zu gewinnen und immer wieder zu motivieren ist.
Die Jahrestagung der DGAZ bot den Teilnehmerinnen und Teilnehmern nicht nur eine umfangreiche Wissensvermittlung, sondern auch eine Plattform für den fachlichen Austausch und die Vernetzung mit Kolleginnen und Kollegen. Im Rahmen der Veranstaltung fand zudem die Mitgliederversammlung der DGAZ statt.

Auch in diesem Jahr wurden im Rahmen der Jahrestagung Preise für herausragende Leistungen in der Seniorenzahnmedizin verliehen. Die Ausschreibung für 2024 ist bereits erfolgt. Mehr dazu im eigenen Beitrag.

Die gewonnenen Erkenntnisse und die geführten Diskussionen tragen maßgeblich zur Weiterentwicklung der Seniorenzahnmedizin bei und werden einen wertvollen Beitrag zur Verbesserung der Versorgung älterer Menschen leisten. Im Rahmen der Jahrestagung konnten zudem eine Spezialistin und drei Spezialisten für Seniorenzahnmedizin zertifiziert werden.

Dominic Jäger, Schriftführer der DGAZ, Warstein

Quelle: DGAZ Alterszahnmedizin Fortbildung aktuell

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