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Vertragsärzte: Freie Berufsausübung zunehmend gefährdet – Web-Angebot #WieGehts zeigt Wert der Freiberuflichkeit für politische Entscheidungsträger

„Scrollytelling“ zur Freiberuflichkeit bietet das Web-Angebot #WieGehts der KBV.

(c) Screenshot: Quintessence News

Mit einer neuen Aktion will die Kassenärztliche Bundesvereinigung darüber informieren, was Freiberuflichkeit ist und warum sie für Ärztinnen und Ärzte und die Selbstverwaltung im Gesundheitswesen grundlegend wichtig und schützenswert ist. Sie hat dazu das Web-Angebot #WieGehts etabliert. Zielgruppe sind politische Entscheidungsträger, die für das Thema stärker sensibilisiert werden sollen.

„Die Freiheit der ärztlichen Berufsausübung wird seit Jahren zunehmend eingeschränkt“, sagt KBV-Chef Dr. Andreas Gassen. Überbordende Bürokratie, eine unzureichende Finanzierung und immer mehr staatliche Regelungen gefährdeten die freie Berufsausübung von Ärztinnen und Ärzten sowie Psychotherapeutinnen und Psychotherapeuten, die ausschließlich dem Wohl ihrer Patienten verpflichtet seien. Hinzu käme, dass die Politik zunehmend versuche, die Selbstverwaltung durch staatsdirigistische Eingriffe zu schwächen, heißt es im Infodienst „KBV Praxisnachrichten“.

Welche Folgen die Beschneidung von Freiberuflichkeit und Selbstverwaltung haben und was beide Werte ausmachen, will die KBV mit dem Web-Angebot #WieGehts deutlich machen. Dazu enthält das sogenannte Scrollytelling – ein Web-Format, bei dem bewusst erzählerisch informiert wird – exemplarisch mehrere Fragen und Szenarien. Diese führen vor Augen, welche Auswirkungen bestimmte Entwicklungen und Entscheidungen im Gesundheitswesen haben können.

Szenarien zeigen, was Entscheidungen bedeuten können

Gestartet wird mit der Frage: Wer entscheidet über Gesundheit? Hintergrund hierbei ist, dass Ärzte und Psychotherapeuten ihre Patienten fachlich versiert und vertrauensvoll sowie ohne Einfluss von Konzernen oder Politik versorgen können. Denn genau dafür sorgen Freiberuflichkeit und Selbstverwaltung. Gefahr besteht beispielsweise durch überbordende Bürokratie oder weil Akteure mitentscheiden wollen, die keine Expertise haben oder nicht unabhängig tätig sind.

Gefragt wird beispielhaft: Was wäre, wenn zum Beispiel eine Ärztin nicht mehr frei beurteilen dürfte, welche Patientenbehandlung am besten passt. Insgesamt werden fünf Szenarien aufgezeigt und erläutert, was sie für die Versorgung bedeuten.

Neu ist außerdem ein Video „Freiberuflichkeit in Zeiten digitaler Mitsprache“. Darin erläutert die Ärztin Dr. Anke Diehl, die am Universitätsklinikum Essen als Chief Transformation Officer tätig ist, unter dem Aspekt Freiberuflichkeit, welche Vorteile die Digitalisierung auch für die Praxen bringen kann. So könnte eine funktionierende elektronische Patientenakte (ePA) die ärztliche Arbeit erleichtern, weil Vorbefunde leichter abrufbar seien und entsprechend freigegeben werden könnten.

Keine Absprachen mit anderen Heilberuflern zum Web-Angebot

Ergänzt wird das Informationsangebot rund um Freiberuflichkeit und Selbstverwaltung durch eine Themenseite auf kbv.de. Wie der Pressesprecher der KBV, Dr. Roland Stahl, auf Nachfrage von Quintessence News (QN) erklärte, handelt es sich bei dem neuen Web-Format um eine aktuelle Aufbereitung eines bereits existierenden Informationsangebots. Die anderen Heilberufler – die KBV war ja gemeinsam mit der Kassenzahnärztlichen Bundesvereinigung (KZBV) und der Apothekervereinigung ABDA im Oktober 2023 Gast in der Bundespressekonferenz und man hat Ende Oktober gemeinsam einen Brandbrief an den Bundeskanzler Olaf Scholz geschickt – sind in diese Aktion offensichtlich nicht einbezogen worden. Über den Bundesverband der Freien Berufe (BfB) am beschäftige man sich mit der Thematik branchenübergreifend, hieß es dazu vonseiten der KBV.

KZBV-Vorstand im engen Austausch mit der KBV

Vonseiten der KZBV hieß es auf Nachfrage der QN-Redaktion, man sei über dieses konkrete neue Angebot nicht informiert worden, stehe aber im engen Austausch mit der KBV und dem KBV-Vorstand. So werde der KZBV-Vorstand auch auf der nächsten Vertreterversammlung der KBV am 8. Dezember 2023 zu Gast sein. Die Inhalte des neuen Webangebots unterstützt man vollumfänglich.

Die KZBV selbst wird am Montag dieser Woche über die Fortführung und Weiterentwicklung ihrer Kampagne „Zähne zeigen“ beraten. Ein entsprechender Beschluss war auf der Vertreterversammlung der KZBV Anfang November 2023 in Bonn gefasst worden.

Quelle: Quintessence News Politik Nachrichten

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