0,00 €
Zum Warenkorb
  • Quintessence Publishing Deutschland
Filter
312 Aufrufe

BMG will Finanzierung ändern – massiver Ärger der KZBV über Vorgehen des BMG und geplante künftige Finanzierung von TI-Komponenten

(c) luchunyu/Shutterstock.com

Die Finanzierung der Kosten für die Telematikinfrastruktur soll geändert werden, so die Absicht des Bundesministeriums für Gesundheit (BMG). Die Kassenzahnärztliche Bundesvereinigung (KZBV) übt jetzt massive Kritik an dem gänzlich unabgestimmten Vorgehen des Ministeriums.

Dr. Karl-Georg Pochhammer, stellv. Vorstandsvorsitzender der KZBV
Dr. Karl-Georg Pochhammer, stellv. Vorstandsvorsitzender der KZBV
Foto: KZBV/Knoff
„Einmal mehr handelt das BMG in Sachen TI im Alleingang, ohne jegliche vorherige Abstimmung oder Einbeziehung der Vertragszahnärzteschaft. Wir werden – leider wie so häufig – vor vollendete Tatsachen gestellt. Zugleich besteht die dreiste Erwartungshaltung der Politik, dass wir die Zeche schon zahlen werden“, sagte Karl-Georg Pochhammer, stellvertretender Vorstandsvorsitzender der KZBV, zu jetzt bekannt gewordenen Änderungsanträgen für das Krankenhauspflegeentlastungsgesetz (KHPflEG).

Einseitig dem Wunsch der Kassen gefolgt

Demnach ist vorgesehen, dass Zahnarzt- und Arztpraxen künftig die kostenintensiven TI-Komponenten vorfinanzieren und damit den Krankenkassen praktisch eine gesetzlich verordnete Ratenzahlung gewähren. „Der Gesetzgeber erfüllt damit willfährig einen einseitigen Wunsch der Kassen zu Lasten von Zahnärztinnen und Zahnärzten“, kritisierte Pochhammer. „Die im Rahmen der Digitalisierungsstrategie vollmundig angekündigte und auch dringend notwendige Partizipation des Berufsstands ist bislang nicht nur ausgeblieben, sie wird mit den jetzt vorliegenden Änderungsanträgen vom BMG wissentlich und rücksichtslos ad absurdum geführt!“

Kassen und Ministerium wollen Anpassungen selbst festlegen

Ein festgeschriebenes Budget ohne Berücksichtigung der Neueinführung und Weiterentwicklung von Diensten und Komponenten oder gar Inflationsentwicklung sei zudem völlig ungeeignet, um die wachsenden Kosten in Praxen adäquat auszugleichen. Der vom BMG rechtlich gesetzte „Anreiz“, möglichst den günstigsten Anbieter am Markt zu wählen, laufe ins Leere, da weiterhin die hohen Hürden für den Wechsel von einem zum anderen Anbieter bestehen bleiben. Auch ist in dem Änderungsantrag vorgesehen, dass die Kostenträger und das BMG künftig mögliche Anpassungen der Erstattung in Eigenregie alleine bestimmen – ohne die KZBV als Interessenvertretung der Zahnarztpraxen zu beteiligen!

Antrag mit handwerklichen Mängeln

Pochhammer wies zudem auf handwerkliche Mängel im Änderungsantrag hin, welche die Umsetzbarkeit der vorgesehenen Regelung erheblich erschwere, zumal mit der Vorgabe rechtlich unbegründet tief in Details einer bestehenden Vereinbarung der Selbstverwaltung eingegriffen werde.

 

Quelle: KZBV Politik Nachrichten Telematikinfrastruktur

Adblocker aktiv! Bitte nehmen Sie sich einen Moment ...

Unser System meldet, dass Sie eine aktive AdBlocker-Software verwenden, die verhindert dass alle Seiteninhalte geladen werden können.

Fair geht vor: Unsere Partner aus der Industrie tragen durch ihre Anzeigen einen maßgeblichen Teil zum Betreiben dieser Newsseite bei. Diese finden Sie in überschaubarer Anzahl auf der Startseite sowie den einzelnen Artikelseiten.

Bitte setzen Sie www.quintessence-publishing.com auf Ihre „AdBlocker Whitelist“ oder deaktivieren Ihre AdBlocker Software. Danke.

Weitere Nachrichten

  
01.12.2022

Ehrliche Gesundheitspolitik macht keine leeren Zukunftsversprechen

Junge Ärztinnen und Ärzte im Hartmannbund fordern Dialog über künftige Leistungsfähigkeit des Gesundheitssystems
01.12.2022

Kurz und knapp

Kurznachrichten und Informationen aus der (dentalen) Welt – Dezember 2022
28.11.2022

Praxen beklagen hohe Bürokratielast durch TI

Nachholeffekt bei Leistungen ist weitgehend ausgeblieben – Berichte, Resolutionen und Beschlüsse der KZBV-Vertreterversammlung in München
28.11.2022

Energiekosten: Einmalzahlung für Labore gefordert

VDZI-Mitgliedsinnungen verabschieden einstimmig Resolution an die Bundesregierung
28.11.2022

Kurz und knapp

Kurznachrichten und Informationen aus der (dentalen) Welt – November 2022
24.11.2022

Wo bitte ist die Zahnmedizin?

Call for Action für „Oral Health Worldwide“ – Bericht zum World Health Summit in Berlin
24.11.2022

Scharfe Kritik an Lauterbach: „Das Maß ist voll, Herr Minister!“

Vertreterversammlung der KZBV in München zieht Bilanz und positioniert sich
21.11.2022

Eine klare Antwort auf das GKV-FinStG geben

Vertreterversammlung der KZBV tagt diese Woche in München – Bilanz des scheidenden Vorstands