843 Aufrufe

KZV Hessen erläutert Stand der elektronischen Patientenakte – „ePA stärkt Patientensouveränität“

(c)KZV Hessen

Seit 1. Januar 2021 sind Krankenkassen gesetzlich dazu verpflichtet, ihren Versicherten eine elektronische Patientenakte (ePA) anzubieten. Patientinnen und Patienten können diese Anwendung freiwillig nutzen. Damit sowohl Versicherte als auch Praxen die ePA sinnvoll nutzen können, ist eine Aufklärung über den Mehrwert der elektronischen Akte wichtig. Die vertrauensvolle Kommunikation mit Patienten kann die ePA allerdings nicht ersetzen. Darauf weist die Kassenzahnärztliche Vereinigung Hessen hin.

Stephan Allroggen, Vorstandsvorsitzender der KZV Hessen
Stephan Allroggen, Vorstandsvorsitzender der KZV Hessen
Foto: Puchmüller/KZV Hessen
Am 1. Januar 2021 ist die elektronische Patientenakte zunächst in eine Testphase gestartet. Im Sommer sollen bundesweit alle gesetzlich Versicherten die ePA nutzen können. „Wir begrüßen die elektronische Patientenakte als ein zukunftsweisendes Projekt, das einen Beitrag für eine moderne medizinische Versorgung leistet und außerdem die Patientensouveränität stärkt. Wichtig dabei ist, dass die Patientinnen und Patienten erkennen, welchen Mehrwert sie von der ePA erwarten können. Eine transparente Aufklärung über mögliche Funktionen der ePA kann bestehende Informationslücken schließen“, sagt Stephan Allroggen, Vorstandsvorsitzender der Kassenzahnärztlichen Vereinigung Hessen.

Ab Januar 2022 mit Bonusheft

Zunächst kann die ePA mit Befunden, Diagnosen und Arztbriefen befüllt werden. Ab dem Jahr 2022 lassen sich dort auch das zahnärztliche Bonusheft, der Impfausweis, der Mutterpass und das „Gelbe Heft“ für die Kinderuntersuchungen speichern. Die Datenhoheit liegt in der Hand der Patientinnen und Patienten: Sie entscheiden darüber, welche medizinischen Inhalte aufgenommen werden und wer – gegebenenfalls temporär – Zugriff auf die ePA erhält.

MIO „Zahnbonusheft“

Ab 2022 soll das zahnärztliche Bonusheft in der ePA genutzt werden können. Dazu haben Kassenzahnärztliche Bundesvereinigung und Kassenärztliche Bundesvereinigung im Juli 2020 das „Zahnbonusheft“ als sogenanntes Medizinisches Informationsobjekt (MIO) abgestimmt. Das elektronische Bonusheft ist das erste zahnärztliche MIO. Damit ist die Voraussetzung dafür geschaffen, dass Versicherte per App Erinnerungen an Vorsorgetermine erhalten oder Praxen ihre Patienten einfacher über den Status der Vorsorge informieren können.

Nacherfassen älterer oder fremder Daten nicht verpflichtend

Es ist Aufgabe der ärztlichen und zahnärztlichen Praxen, Patientinnen und Patienten über die im Zusammenhang mit der ePA bestehenden Ansprüche zu informieren und bei der Befüllung der Akte zu unterstützen. Eine Verpflichtung zur Befüllung mit Daten besteht nur hinsichtlich des aktuellen Behandlungsfalls – eine Nacherfassung älterer beziehungsweise fremder papiergebundener Daten ist nicht verpflichtend. Dazu merkt der Vorstand der KZV Hessen an, dass die Verwendung der ePA keinesfalls zu einem überbordenden bürokratischen und finanziellen Aufwand in den Zahnarztpraxen führen darf. Die Unterstützungsleistung kann im Einzelfall eine kritische medizinische Auseinandersetzung mit den vorliegenden Gesundheitsinformationen erfordern und einen besonderen Beratungsaufwand beim Patienten umfassen.

Nur Daten aus dem PVS und elektronische Arztbriefe

Stephan Allroggen: „Richtigerweise kann sich die Unterstützungsleistung bei der Befüllung der ePA nur in der Übertragung von Daten aus dem Praxisverwaltungssystem und von elektronischen Arztbriefen erschöpfen. Mehr ist im eng getakteten Praxisbetrieb nicht zu leisten, da die Befüllung der Akte weder die originären Dokumentationspflichten entbehrlich macht, noch die direkte Kommunikation zwischen Zahnarzt und Patient ersetzt. Die persönliche Vertrauensbeziehung zwischen Patient und Zahnarzt bleibt auch in Zeiten einer ePA unerlässlich für eine gute Versorgung.“

Titelbild: Nie wieder suchen: Das zahnärztliche Bonusheft wird digitalisiert. Ab 2022 steht es in der ePA zur Verfügung.
Quelle: KZV Hessen Praxis Telematikinfrastruktur Patientenkommunikation Nachrichten

Adblocker aktiv! Bitte nehmen Sie sich einen Moment ...

Unser System meldet, dass Sie eine aktive AdBlocker-Software verwenden, die verhindert dass alle Seiteninhalte geladen werden können.

Fair geht vor: Unsere Partner aus der Industrie tragen durch ihre Anzeigen einen maßgeblichen Teil zum Betreiben dieser Newsseite bei. Diese finden Sie in überschaubarer Anzahl auf der Startseite sowie den einzelnen Artikelseiten.

Bitte setzen Sie www.quintessence-publishing.com auf Ihre „AdBlocker Whitelist“ oder deaktivieren Ihre AdBlocker Software. Danke.

Weitere Nachrichten

  
11.06.2021

PAR-Richtlinie: Zunächst ausfüllbare PDF verfügbar

Implementierung der komplexen Richtlinie und Formulare in die PVS bis Oktober 2021 – KZBV und VDDS informieren PVS-Anbieter und ihre Kunden in gemeinsamem Rundschreiben
11.06.2021

Neue Veranstaltungsserie: Hygiene in der Praxis weiterdenken

Pluradent startet Ende Juni Online-Angebot DEX:Fokus Hygiene
10.06.2021

Mentaltraining: „So stärkst Du Dein emotionales Immunsystem“

Zu Gast in Oldenburg: Jill Baier, Mindset-Coach, Mentaltrainerin Handball-Bundesliga Frauen – „ladies dental talk“ ab Juli 2021 wieder live
10.06.2021

Kurz und knapp

Kurznachrichten und Informationen aus der (dentalen) Welt – Juni 2021
07.06.2021

Dreiteiliges Videoprojekt der KZBV zur neuen PAR-Richtlinie

Systematische Versorgung von Parodontitis ist ein neuer Anfang – 1. Video anlässlich der Jahrestagung der DG Paro am 4. Juni 2021 erschienen
03.06.2021

Kaum noch Infektionen in der zweiten und dritten Welle

Neue Studie unter britischen Zahnärzten zeigt Ausmaß des beruflichen Risikos einer Sars-CoV-2-Infektion – wichtige Aussagen für das Fortschreiten der Pandemie erwartet
31.05.2021

Kurz und knapp

Kurznachrichten und Informationen aus der (dentalen) Welt – Mai 2021
28.05.2021

Mundgesundheit wird globales Ziel

WHO beschließt Resolution – Mitgliedsstaaten sollen Mundgesundheit fest in die Agenden zu nichtübertragbaren Krankheiten und Programme zur Gesundheitsversorgung einbetten