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Einsatz von Studierenden in engeren Grenzen – Handreichung zu ethisch-rechtlichen Gesichtspunkten bei zahnärztlichen Hilfseinsätzen im Ausland

(c)DIANO/Tobias Bauer

Oft finden zahnärztliche Hilfseinsätze im Ausland unter schwierigen Rahmenbedingungen statt. Mitunter sind sie rein privat initiiert. Dies kann zu spezifischen ethischen und unter Umständen auch rechtlichen Konflikten führen.

Auch der konkrete Aufgaben- und Einsatzbereich von Studierenden bei Hilfseinsätzen im Ausland wirft Fragen auf. Das war auch auf einer Online-Konferenz der Hilfsprojekte im März dieses Jahres diskutiert worden. Daraus resultierte der Wunsch, zu diesem Thema eine Handreichung für die Einsätze zu erstellen.
 
Diese Handreichung liegt jetzt vor und bietet sowohl zu rechtlichen als auch zu ethischen Fragen der Hilfseinsätze Orientierung. Sie wurde unter Federführung von Uni. Prof. Dr. mult. Dominik Groß, Direktor des Instituts für Geschichte, Theorie und Ethik der Medizin, Aachen, in Kooperation mit der BZÄK, des AK Ethik der Deutschen Gesellschaft für Zahn-, Mund- und Kieferheilkunde (DGZMK) und Hilfsorganisationen aus dem BZÄK-Netzwerk verfasst.

Für noch studierende Teilnehmerinnen und Teilnehmer wird empfohlen, sie schwerpunktmäßig in den Bereichen Anamneseerhebung, Befundung, Mundhygieneinstruktion, (vorbereitende) Aufklärung, (vorläufige) Therapieplanung, Vorbehandlung, Prophylaxe und (Stuhl-)Assistenz einzusetzen. Daneben kommen sie – bei entsprechenden Vorkenntnissen – für nichtinvasive Tätigkeiten in Frage, die üblicherweise an ZFA delegiert werden.

Potenzieller Nutzen vs. Schadenpotenzial

„In allen genannten Bereichen steht einem großen potenziellen Nutzen ein geringes Schadenspotential gegenüber. Invasive therapeutische Maßnahmen sollten Studierende dagegen allenfalls zusammen mit geschulten Zahnärztinnen oder Zahnärzten vornehmen. Überdies sollten Studierende für den Bedarfsfall grundsätzlich auf einen organisierten zahnärztlichen Hintergrunddienst zurückgreifen können“, so die Empfehlung in der Handreichung.

Die derzeitige Situation der Hilfsprojekte und der zahnärztlichen Hilfseinsätze insgesamt – auch mit Blick auf Trends zur Professionalisierung und Kommerzialisierung zum Beispiel aus den USA – hat Tobias Bauer, DIANO, in einem eigenen Beitrag kritisch unter die Lupe genommen.

Titelbild: Einweisung in die Mundhygiene gehört zu den wichtigsten Aufgaben bei einem zahnärztlichen Hilfsprojekt – hier DIANO in Jamaika.

 

Quelle: BZÄK/Quintessence News med.dent.magazin Bunte Welt Nachrichten

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