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DGPZM nimmt Stellung zu aktueller Erythrit-Studie

Erythrit wird in der Zahnmedizin als Pulver in Luft-Pulver-Wasser-Strahlgeräten („Air flow“) zur professionellen Zahnreinigung eingesetzt.

(c) anatoliy_glebs/shutterstock.com

Erythrit (auch Erythritol oder E 968 genannt) ist als besonders gut verträglicher Zuckeraustauschstoff bekannt und wird häufig als kalorienfreie Zuckeralternative in energiereduzierten Lebensmitteln verwendet. Eine Studie mit deutscher Beteiligung stellt nun jedoch eine Verbindung zwischen dem Süßungsmittel und einem erhöhten Risko für Herz-Kreislauf-Erkrankungen, sowie einer gesteigerten Blutgerinnung her. Die Ergebnisse sind im Fachjournal „Nature Medicine“ erschienen.
Die DGPZM veröffentlicht dazu folgende Stellungnahme unter Berücksichtigung der Verwendung von Erythrit in der Zahnmedizin:

„Erythrit ist ein Zuckeraustauschstoff, der süß schmeckt, aber weder in der Mundhöhle noch im Magen-Darm-Trakt verstoffwechselt werden kann. Er hat einen glykämischen Index von 0, was für Diabetikerinnen und Diabetiker wichtig ist, leistet einen Beitrag zur Gewichtskontrolle und verursacht keine Karies. Erythrit ist unter anderem in der EU und den USA als Zuckeraustauschstoff zugelassen und gilt als sicher.

Nun hat eine kürzlich in der Zeitschrift Nature Medicine erschienene Studie* einen Zusammenhang zwischen Erythrit und dem Auftreten schwerer kardiovaskulärer Erkrankungen wie Herzinfarkt und Schlaganfall gefunden. Die Forschergruppe um Stanley Hazen von der Cleveland Clinic in Ohio, USA, hatte Blutproben von mehr als 4.000 Personen untersucht, von denen etwa drei Viertel Bluthochdruck oder koronare Erkrankungen aufwiesen. Es handelte sich also um eine Population mit erhöhtem Risiko für Herzinfarkt und Schlaganfall.“

Ziel und Ergebnisse der Studie

„Ziel der Studie war es, im Blut Substanzen zu finden, die dieses erhöhte Risiko erklären könnten. Dabei wurden erhöhte Konzentrationen an Erythrit gefunden. Das adjustierte Risiko (Hazard ratio) für Erythrit lag zwischen 1,8 und 2,2. Das bedeutet zunächst nicht, dass Erythrit die Ursache für das erhöhte Krankheitsrisiko war, denn das Studiendesign war nicht ausgelegt, einen kausalen, also ursächlichen Zusammenhang, nachzuweisen. Allerdings wurde in anschließenden Labor- und Tierversuchen gezeigt, dass Erythrit die Blutplättchen(Thrombozyten)-Aggregation und die Entstehung von Thrombosen fördert, wenn es in erhöhten Konzentrationen im Blut zu finden ist. Eine anschließende prospektive Untersuchung von acht gesunden Patienten zeigte, dass der Konsum von 30 Gramm Erythrit in Form eines Getränks (300 ml) länger als zwei Tage zu einem erhöhten Erythrit-Spiegel im Blutplasma führte und dass dabei die Konzentrations-Schwelle, die für die Entstehung von Thrombosen relevant ist, überschritten wurde. Die konsumierte Getränkemenge entsprach einer Dose eines handelsüblichen mit Erythrit gesüßten Getränks. Die Autoren der Studie ziehen die Schlussfolgerung, dass weitere Studien zu Erythrit und anderen künstlichen Süßungsmitteln mit angemessener Nachbeobachtungsdauer für klinisch relevante Ergebnisse erforderlich sind.“

Erythrit in der Zahnmedizin

„Erythrit wird außer zum Süßen von Getränken und Lebensmitteln auch als Pulver in Luft-Pulver-Wasser-Strahlgeräten („Air flow“) zur professionellen Zahnreinigung eingesetzt. Diese Nutzung ist grundsätzlich anders zu bewerten als die Verwendung von Erythrit als Süßungsmittel. Bei der Nutzung in Luft-Pulver-Wasser-Strahlgeräten kommt es nur selten, in der Regel etwa ein- bis viermal pro Jahr zur Exposition mit Erythrit und nicht wie bei der Verwendung als Süßungsmittel, zu einem dauerhaften täglichen Einsatz. Da Luft-Pulver-Wasser-Strahlgeräte mit Erythrit auch subgingival eingesetzt werden können, ist es denkbar, dass es zu einem gewissen Eintrag von Erythrit in die Blutbahn kommt. Dadurch können jedoch keine Konzentrationen erreicht werden, wie sie in der zitierten Studie als relevant identifiziert wurden. Unabhängig von den Ergebnissen weiterer Studien zu Erythrit als Süßungsmittel kann daher bei der Nutzung in Luft-Pulver-Wasser-Strahlgeräten auch weiterhin von einer sicheren Anwendung ausgegangen werden“, schließt die Stellungnahme der DGPZM.

Quelle: DGPZM Zahnmedizin Interdisziplinär Prävention und Prophylaxe Team Patientenkommunikation

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