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Tipps für die richtigen Checks bei Übernahme einer Zahnarztpraxis

(c)NWD

Eine eigene Praxis ist der Traum vieler Zahnärztinnen und Zahnärzte: 2020 arbeiteten laut KZBV rund 80 Prozent der Zahnmedizinerinnen und -mediziner in Deutschland als niedergelassene Zahnärztin/niedergelassener Zahnarzt.

Ein Großteil der Existenzgründerinnen und Existenzgründer entscheidet sich dabei für die Übernahme einer Zahnarztpraxis. Warum bei der Suche nach der richtigen Praxis auch das Thema Ergonomie eine Rolle spielt, erklärt der folgende Beitrag.

Die passende Praxis finden

2018 haben sieben von zehn Existenzgründern eine Zahnarztpraxis übernommen (ApoBank Existenzgründeranalyse). Im Vergleich zur Neugründung existiert hier bereits eine Praxis mit Ausstattung und Patientenstamm. Auf der anderen Seite hat man bei der Gründung seiner eigenen Zahnarztpraxis mehr Freiheiten, etwa bei der Planung und Einrichtung.

Bei der Suche nach der passenden Übernahmepraxis geht es um den Standort, die Größe und Raumaufteilung, den Patientenstamm, ein gut eingespieltes Team, die Praxisphilosophie, den persönlichen Faktor und natürlich die Einrichtung.

Arbeitsplatz ergonomisch gestalten

Andrea Elsner, Praxisplanerin bei NWD in Münster
Andrea Elsner, Praxisplanerin bei NWD in Münster
Foto: NWD
Die Praxisausstattung wird häufig nach ihrem Alter und der Qualität beurteilt. Eine entscheidende Rolle kommt jedoch auch dem Thema Ergonomie zu. „Ist der Arbeitsplatz nicht optimal auf die Nutzerinnen und Nutzer ausgerichtet, steigt das Risiko für gesundheitliche Beschwerden“, weist Andrea Elsner, Praxisplanerin bei NWD in Münster, auf die Bedeutung einer ergonomischen Arbeitsumgebung hin.

In der Zahnmedizin ist der Arbeitsalltag oftmals geprägt von starren Körperhaltungen, einem eingeschränkten Bewegungsraum an der Behandlungseinheit und einer je nachdem, wie die Patientinnen und Patienten gelagert sind, teilweise schlecht erreichbaren Mundöffnung. Das wiederum kann Rücken-, Kopf- und Nackenschmerzen auslösen. Umso wichtiger ist es, den Arbeitsplatz so ergonomisch wie möglich zu gestalten – und das bereits so früh wie möglich.

Einrichtung frühzeitig ausprobieren

Auch wenn es einem als Existenzgründerin/Existenzgründer noch nicht notwendig erscheint: Eine Zahnarztpraxis von Anfang an ergonomisch zu planen und einzurichten, beugt späteren gesundheitlichen Beschwerden vor und trägt zu mehr Wohlbefinden und Zufriedenheit bei der Arbeit bei. Deshalb sollte bei der Besichtigung einer möglichen Übernahmepraxis auch die Einrichtung, wie Behandlungseinheit und Arztstuhl, ausgiebig getestet werden. Dabei spielen auch die Abstände, etwa zwischen Behandlungseinheit und Möbelzeile, eine Rolle. Hier stehen die erfahrenen Planungsprofis von NWD beratend zur Seite.

Unterschiedliche Modelle testen

Gerade wenn die bisherige Einrichtung einer Übernahmepraxis bereits in die Jahre gekommen ist und eine Investition in neue Geräte und Behandlungseinheiten ansteht, lohnt es sich, unterschiedliche Modelle verschiedener Hersteller auszuprobieren. „Viele Zahnmedizinerinnen und Zahnmediziner haben während ihrer Ausbildung an der Universität an Behandlungseinheiten mit Hängeschläuchen gelernt – hier lohnt sich oft ein Vergleich von Schwebetisch- und Schwingbügelsystemen. Denn letztere entlasten die Handgelenke und tragen dank mittig biegenden Instrumentenarmen zu einem kurzen Aktivierungsweg der Instrumente bei – und schonen so die Schultern“, empfiehlt Andrea Elsner einen Blick über den Tellerrand hinaus.

 

Der Röntgenraum sollte zentral zu den Behandlungszimmern positioniert sein.
Der Röntgenraum sollte zentral zu den Behandlungszimmern positioniert sein.
Foto: NWD

 

Kurze Wege sind das A und O

Der Behandlungsschwerpunkt spielt beim Thema Ergonomie ebenfalls eine zentrale Rolle. „Die Bedürfnisse in Sachen Ergonomie sind je nach Fachrichtung unterschiedlich. Es hat einen großen Einfluss auf die Raumsituation, ob es sich um eine kieferorthopädische Praxis, eine Mund-, Kiefer- und Gesichtschirurgie oder eine allgemein ausgerichtete Zahnarztpraxis handelt“, schildert Praxisplanerin Elsner.

Bei einer Besichtigung sollte auch die Anordnung der Räume innerhalb der Praxis berücksichtigt werden. Denn kurze Wege sorgen für effiziente Arbeitsabläufe. Beispielsweise sollten Röntgen- und Aufbereitungsraum zentral zu den Behandlungsräumen positioniert sein.

Vorgaben für bestimmte Räume beachten

Ergonomie ist nicht nur im Behandlungsraum wichtig, auch in der AEMP, dem Steriraum, gilt es in Sachen Ergonomie einiges zu beachten: „Für die Aufbereitung von Medizinprodukten legt das RKI strenge Vorgaben fest. Um einen ergonomischen Arbeitsablauf zu ermöglichen, wird heute oftmals mehr Platz benötigt als früher. Aufbereitungsräume in länger bestehenden Praxen entsprechen deshalb teilweise nicht mehr den heutigen Ansprüchen. Bei einer Praxisübernahme kann es deshalb dazu kommen, dass der Steri neu geplant und mit einem anderen, zentral gelegenen, Raum getauscht wird. In so einem Fall prüfen wir aber im Vorfeld genau, wo und inwiefern ein solcher Tausch möglich ist.“

Von Anfang an gesund arbeiten

Ist geplant, eine Zahnarztpraxis zu übernehmen, empfiehlt es sich also, auch ergonomische Gesichtspunkte bei der Entscheidung für das passende Objekt zu berücksichtigen, um von Anfang an gesund arbeiten zu können. Es lohnt sich, die Einrichtung vor Ort ausgiebig zu testen und auch die Raumaufteilung zu beachten. Die Expertinnen und Experten von NWD unterstützen hier gern mit einem professionellen Blick.

Zum Thema Ergonomie in der Zahnarztpraxis lesen Sie auch: Gesund Arbeiten in der Zahnarztpraxis und Ergonomie in der Praxis: fit für ein ganzes Berufsleben

 

Quelle: NWD Praxisführung med.dent.magazin Praxis

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