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Kurznachrichten und Informationen aus der (dentalen) Welt – Oktober 2023

(c) Quintessence News

Neue Protestaktion von Ärzten und Apothekern in NRW

Am 15. November 2023 sollen in Nordrhein-Westfalen wieder Apotheken und Arztpraxen geschlossen bleiben. Geplant ist auch ein Protestzug in Düsseldorf, an dem auch Apotheker aus Hessen, Rheinland-Pfalz und dem Saarland teilnehmen sollen. Auch die Hausärzte wollen an diesem Tag ab 10 Uhr zu einer gemeinsamen Fortbildung aufrufen, die Praxen blieben dann geschlossen. Das berichtet der Ärztenachrichtendienst unter Bezug auf den Apothekerverband Nordrhein und den Hausärzteverband Nordrhein. (Quelle: änd.de)
 

Münsteraner Kreis legt „Memoranden“ zur kritischen Auseinandersetzung mit „Alternativmedizin“ in Buchform vor

Sieben Jahre lang hat sich der Münsteraner Kreis mit kritischen Texten zu Wort gemeldet – mit Texten, die die verschiedenen Probleme der sogenannten Alternativmedizin adressieren. Meinungsstark, kondensiert und allgemeinverständlich argumentierend, sollten sie die interessierte Öffentlichkeit, die Politik und den Journalismus erreichen und aufrütteln.

„Inhaltlich richten diese Memoranden sich gegen das Eindringen esoterischer Pseudomedizin in den akademischen Medizinbetrieb; gegen den patientenschädigenden Lobbyismus der Kügelchen-Welt; gegen unlautere Heilsversprechen und Wirksamkeitsbehauptungen; gegen das Bedienen nicht-aufgeklärter Patientenhoffnungen und die Adelung einer irrationalen Parallelwelt zur wissenschaftsorientierten konventionellen Medizin. Nun liegen alle diese Texte erstmals versammelt in Buchform vor und haben nicht an Aktualität verloren“, heißt es der Meldung des Münsteraner Kreises. (Münsteraner Memoranden – eine kritische Auseinandersetzung mit komplementärer und alternativer Medizin; Bettina Schöne-Seifert (Hrsg.) 172 Seiten; 2023; JMB Verlag, ISBN:978-3-95945-600-5. Preis 20 Euro)

„Das Wesentliche ist gesagt, aber die Resonanz vor allem in der Politik ist flau. Mit einer entsprechenden Mischung aus Stolz und Ernüchterung löst sich das interdisziplinäre Experten-Gremium nun auf. Wohl sind in den vergangenen drei Jahren 15 von insgesamt 17 Landesärztekammern dem Vorstoß Bremens darin gefolgt, endlich die ärztliche Zusatzausbildung für Homöopathie abzuschaffen: ein Relikt aus vorwissenschaftlichen Zeiten, das fast weltweit seinesgleichen gesucht hat“, hießt es weiter. Aber noch immer bestehe etwa die absurde deutsche Konstruktion der „besonderen Therapierichtungen“, mit deren Hilfe Präparate der Homöopathie, Anthroposophischen Medizin und Phytotherapie die etablierten Anforderungen an Wirksamkeitsnachweise umgehen dürfen.

„Noch immer hofieren viele Universitäten, Ärztekammern, Kassenärztliche Vereinigungen und Gesetzliche Krankenkassen die ‚Alternativmedizin‘, die in Wahrheit doch nur ‚Schwurbelmedizin‘ und ‚Quacksalberei‘ ist. Diese gefährliche Toleranz betrifft Forschung, Lehre, Versorgung und Finanzierung.“ Der Ball, so der Münsteraner Kreis, liege nun im Feld der Politik. (Quelle: Münsteraner Kreis)
 

Apotheker protestieren im November

Der November als Protestmonat der knapp 18.000 Apothekenteams gegen die zukunftsfeindliche Gesundheitspolitik der Bundesregierung nimmt immer konkrete Formen an. Nun stehen die Termine und Orte für die vier zentralen Kundgebungen fest, die ab dem 8. November jeweils mittwochs und zeitgleich zu den eintägigen Apothekenschließungen in der jeweiligen Region stattfinden:

  • Norddeutschland (Bremen, Hamburg, Schleswig-Holstein, Mecklenburg-Vorpommern, Niedersachsen) am 8. November ab 12 Uhr auf dem Bahnhofsvorplatz (Ernst-August-Platz) in Hannover
  • Westdeutschland (Nordrhein-Westfalen, Rheinland-Pfalz, Saarland, Hessen) am 15. November ab 12 Uhr im Park der Partnerstädte in Dortmund
  • Süddeutschland (Bayern, Baden-Württemberg) am 22. November ab 12 Uhr auf dem Schlossplatz in Stuttgart
  • Ostdeutschland (Brandenburg, Berlin, Sachsen-Anhalt, Thüringen, Sachsen) am 29. November ab 14 Uhr auf dem Theaterplatz in Dresden

Zudem demonstriert die Apothekerschaft zusammen mit Ärzte- und Zahnärzteschaft am 1. November ab 13 Uhr vor dem Landtag in Erfurt (Thüringen) sowie am 8. November ab 14 Uhr im Alten Garten in Schwerin (Mecklenburg-Vorpommern). An allen Protesttagen sichern Notdienstapotheken die Arzneimittelversorgung ab. (Quelle: ABDA)
 

Zahl der ZFA-Ausbildungen stabil

Die Bundeszahnärztekammer (BZÄK) hat die aktuellen Zahlen zu den neu abgeschlossenen Ausbildungsverträgen bei Zahnarztpraxen veröffentlicht. Zwischen dem 1. Oktober 2022 und 30. September 2023 wurden zum dritten Mal in Folge bundesweit mehr als 14.000 neue Ausbildungsverträge für ZFA abgeschlossen.

In Deutschland (D) gesamt waren es 14.168 Ausbildungsverträge, davon in den alten Bundesländern (ABL) 12.645 und in den neuen Bundesländern (NBL) 1.523. Damit verstetigt sich die hohe Ausbildungsleistung der Praxen mit einem leichten Minus von rund 0,33 Prozent (ABL: minus 0,87 Prozent, NBL: plus 4,39 Prozent).

Außerdem kündigt die BZÄK eine bundesweite ZFA-Azubi-Kampagne an, die im Januar 2024 starten wird.

 

Neuer FDI-Präsident Dr. Greg Chadwick kommt aus den USA

Dr. Greg Chadwick ist neuer Präsident der Weltzahnärzteorganisation FDI. Er wurde auf dem World Dental Congress in Sydney (Australien) Ende September 2023 gewählt, seine Amtszeit wird zwei Jahre bis 2025 dauern. Er folgt auf Prof. Ihsane Ben Yahya aus Marokko. Neuer Presidet elect ist Assist. Prof. Nikolai Sharkov aus Bulgarien. Deutsche Vertreterinnen und Vertreter in den FDI-Gremien gibt es derzeit mit Dr. Stefanie Tiede, Kammerpräsidentin Mecklenburg-Vorpommern, im Dental Practice Committee, und Prof. Falk Schwendicke und Prof. Gottfried Schmalz (ISO-Repräsentant) im Scientific Committee, Prof. Schmalz ist auch im Task Team „Dental Materials & Products Surveillance“.

In einem ersten Video spricht Chadwick über seine Ambitionen und wichtigsten Schwerpunkte, mit denen er die Mundgesundheit während seiner Amtszeit fördern will. Zu diesen zentralen Bereichen gehören die FDI-Organisationsstrategie und die FDI-Position zu Zucker, die auf der Generalversammlung 2023 verabschiedet wurden.

2024 soll der World Dental Congress dann in Istanbul stattfinden. (Quelle: FDI)
 

Online-Fragebogen zur Früherkennung von Tumoren in der Mundhöhle

Im Rahmen des nationalen Präventionsprojektes „Verbesserung der Früherkennung von Tumoren der Mundhöhle: Formative Mehrebenen-Evaluation zur Konzeptentwicklung einer nationalen Aufklärungskampagne“ führt das Universitätsklinikum Schleswig-Holstein, Campus Kiel, Klinik für Mund-, Kiefer- und Gesichtschirurgie eine Online-Befragung durch.

Ziel dieses Projektes ist die Durchführung einer nationalen Baseline-Erhebung im Sinne einer umfassenden formativen Mehrebenen-Evaluation, die die Steigerung des Kenntnisstandes der involvierten Berufsgruppen und der älteren Bevölkerung, eine Potentialanalyse zur Weiterentwicklung der Kampagnenmedien sowie eine Baseline-Erhebung der medialen Öffentlichkeit als Zielebenen integriert. Weitere Informationen unter uksh.de/mkg-kiel/NaPrae_Mundkrebs.html

 

Doctolib ist jetzt Founding-Partner der „Grünen Praxis“

Die Grüne Praxis
Es besteht heute kein Zweifel mehr, dass Nachhaltigkeit und Gesundheit untrennbar miteinander verbunden sind. Laut einer Umfrage des Spitzenverbands Fachärzte Deutschlands e. V. (SpiFa) mit Fachärzten räumen knapp 80 Prozent diesem Thema einen hohen Stellenwert ein. Auch Doctolib sieht sich in der Verantwortung, für Folgegenerationen eine bestmöglich intakte Umwelt zu bewahren, und verschreibt sich dem Ziel, nachhaltige Prozesse sowohl innerhalb des eigenen Unternehmens zu realisieren, als auch in zahnärztlichen Praxen zu fördern. Als neuer Founding-Partner der Initiative Die Grüne Praxis engagiert sich Doctolib daher für die Stärkung des Umweltbewusstseins in der Dentalbranche und setzt sich für die Umsetzung nachhaltiger Lösungen ein.

„Einen Beitrag für eine gesündere Welt zu leisten bedeutet auch, Verantwortung gegenüber der Umwelt zu übernehmen”, betont Dr. Ilias Tsimpoulis, Chief Medical Officer bei Doctolib Deutschland. „Als Founding-Partner der Grünen Praxis setzt sich Doctolib dafür ein, möglichst viele Praxen auf die Initiative aufmerksam zu machen und Kunden zum Mitmachen aufzurufen. Nur durch gemeinsame Anstrengungen können wir die Klimawende bewältigen und sicherstellen, dass die Gesundheit der Menschen erhalten bleibt.” (Quelle: Initiative Die Grüne Praxis)
 

Osteoporoses: „Für den Zahnarzt eine ernst zu nehmende Herausforderung“

Mehr als sechs Millionen Menschen leiden in Deutschland an Osteoporose. Die chronische Krankheit wird häufig durch eine Stoffwechselstörung verursacht, die zu einer abnehmenden Knochendichte führt. Die Knochen werden „porös“; es besteht ein erhöhtes Risiko von Knochenbrüchen. Osteoporose kann auch Auswirkungen auf die Mundgesundheit haben, im Besonderen, wenn sie medikamentös behandelt wird. Der veränderte Knochenstoffwechsel erhöht das Risiko für Zahn- und Implantatverlust. Der Welt-Osteoporosetag am 20. Oktober macht auf die Erkrankung aufmerksam, die nur selten frühzeitig diagnostiziert wird.
„Osteoporose stellt für den Zahnarzt eine ernst zu nehmende Herausforderung dar“, sagt der Zahnarzt und Bundesvorsitzende des Freien Verbands Deutscher Zahnärzte (FVDZ), Dr. Christian Öttl. Dies gelte auch für Implantate bei Osteoporosepatienten, vor allem, wenn die Patienten Medikamente erhalten, die den Knochenabbau stoppen sollen.

„Schon kleinste Druckstellen, zum Beispiel durch eine Prothese, können schlimme Folgen nach sich ziehen“, sagt Öttl. Schleimhautverletzungen könnten unter Einnahme von Osteoporose-Medikamenten zu einer Zerstörung des Kieferknochens führen. „Vor einer Therapie mit Bisphosphonaten oder monoklonalen Antikörpern sollten daher dringend der Mundbefund kontrolliert und alle Risikofaktoren beseitigt werden“, betont Öttl. Denn: „Eine unversehrte Mundschleimhaut im Zusammenspiel mit einer guten Mundhygiene sind der beste Schutz.“ Auch weitere mit Osteoporose assoziierte Erkrankungen wie Kiefergelenksdysfunktionen und Parodontitis seien regelmäßig abzuklären, weshalb der engmaschige Kontrolltermin beim Zahnarzt umso wichtiger sei. (Quelle: FVDZ)
 

BVMed-Herbstumfrage: Medizintechnik-Standort Deutschland unter Druck, MDR bleibt Problem

Die Erträge der Medizintechnik-Unternehmen gehen 2023 weiter zurück. Zwar haben sich die Umsätze mit einem Plus von 4,8 Prozent gegenüber dem Krisenjahr 2022 leicht erholt. Dem stehen jedoch stark gestiegene Personal-, Logistik-, Rohstoff- und Energiekosten sowie die hohen Kosten für die MDR-Umsetzung gegenüber. Das zeigen die Ergebnisse der BVMed-Herbstumfrage 2023.

BVMed
Die Investitionen am Standort Deutschland gehen danach zurück, und Forschungsinvestitionen werden zunehmen ins Ausland verlagert. Das Innovationsklima ist nach dem BVMed-Index auf dem Tiefpunkt. Hauptgrund für den Abwärtstrend ist die überbürokratische MDR. 53 Prozent der Unternehmen präferieren mittlerweile das FDA-System, nur 12 Prozent das MDR-System. An erster Stelle der gesundheitspolitischen Forderungen der Branche steht daher, die MDR weiterzuentwickeln und zu verbessern.

Der BVMed hat dazu auch ein Forderungspapier erarbeitet und verlangt, endlich eine „MedTech-Strategie 2030“ mit standortfreundlicheren Rahmenbedingungen aufzulegen. Dazu gehören auch die Entbürokratisierung in Deutschland und in der EU, ein besserer Datenzugang und mehr Resilienz im Gesundheitswesen. (Quelle: BVMed)
 

Bundestag beschließt Krankenhaustransparenzgesetz

Am 20. Oktober 2023 hat der Deutschen Bundestag das erste der von Bundesgesundheitsminister Prof. Dr. Karl Lauterbach geplanten Krankenhausreformgesetze verabschiedet. Bevor es an die Strukturreformen geht, sollen die Krankenhäuser am Mai 2024 mehr Daten und Informationen über ihre Strukturen, die angebotenen Behandlungen etc. für die Patienten offenlegen. Die Erwartungen an das Krankenhaustransparenzgesetz sind allerdings unterschiedlich.

Stefanie Stoff-Ahnis, Vorstand beim GKV-Spitzenverband, begrüßte das Gesetz: „Das Krankenhaustransparenzgesetz schafft endlich die Voraussetzung für eine umfassende Information der Patientinnen und Patienten über die Leistungen und die Qualität der Krankenhausversorgung. Wir begrüßen, dass nun mehr Daten in das Transparenzverzeichnis aufgenommen werden. Patientinnen und Patienten müssen wissen können, wie ein Krankenhaus unter anderem mit Personal ausgestattet ist, wie die Notfallversorgung organisiert ist und welche Leistungen dort zukünftig angeboten werden sollten.“

Während Krankenkassen und Unikliniken das Gesetz überwiegend begrüßten, sieht der Marburger Bund der Klinikärzte nur weiteren bürokratischen Mehraufwand ohne relevanten Zusatznutzen, wie das Deutsche Ärzteblatt in seiner Berichterstattung zusammenfasst. (Quelle: GKV-SV/Ärzteblatt)
 

Vmf: Nur geringe ZFA-Tarifsteigerungen erreicht, jetzt Mitgliederentscheid

Bis Anfang November 2023 werden die ZFA-Mitglieder des Verbandes medizinischer Fachberufe e.V. (vmf) jetzt befragt, ob sie das erzielte Tarifergebnis annehmen oder ablehnen. Damit geht die Gewerkschaft erstmals in ihrer jüngeren Geschichte den Weg des Mitgliederentscheids. Hannelore König, vmf-Präsidentin und Verhandlungsführerin bei den Tarifverhandlungen, erklärt dazu: „Vor der zweiten Verhandlungsrunde hat uns die Arbeitgeberseite AAZ ein leicht verbessertes Angebot vorgelegt, das wir in den Gesprächen am 5. Oktober in Hannover nochmals anpassen konnten. Auf dem Tisch liegt jetzt eine Steigerung des Bruttostundenlohns in der ersten Tätigkeitsgruppe um 0,87 Euro auf 14,01 Euro. Für Vollzeitbeschäftigte in der ersten Tätigkeitsgruppe wäre damit eine Erhöhung der monatlichen tariflichen Vergütung um brutto 147 Euro verbunden. Zudem wurde bei den tariflichen Ausbildungsvergütungen eine durchschnittliche Erhöhung um rund 5 Prozent vereinbart. Die AAZ hat dieses Ergebnis als oberste Schmerzgrenze bezeichnet. Wir nutzen die Form des Mitgliedervotums, weil die Tarifkommission mit diesem Ergebnis nicht zufrieden ist“.

Sylvia Gabel betont als vmf-Referatsleitung für die Zahnmedizinischen Fachangestellten: „Uns ist bewusst, dass es aufgrund der wieder eingeführten Budgetierung zu erheblichen Rückforderungen bei den zahnärztlichen Honoraren kommen kann. Wir hatten eine Erhöhung des Stundenlohns in der ersten Tätigkeitsgruppe von 2,50 Euro gefordert, um die gestiegenen Lebenshaltungskosten zu kompensieren und im Fachkräftemangel ein deutliches Zeichen zu setzen. Die ZFA liegen in der aktuellen Fachkräfteengpassanalyse der Agentur für Arbeit zusammen mit den Pflegefachkräften auf dem ersten Platz. Wir hätten uns daher ein besseres Ergebnis für unsere Kolleginnen und Kollegen in den zahnärztlichen Praxen gewünscht, deren qualifizierte Arbeit im Praxisalltag jedem Arbeitgeber mehr wert sein sollte. Die Entscheidung unserer Mitglieder werden wir als Tarifkommission selbstverständlich mittragen.“

Die Erklärungsfrist endet am 14. November um 12.00 Uhr. Wenn keine der beiden Seiten dem Ergebnis bis dahin widersprochen hat, tritt der neue Gehaltstarifvertrag rückwirkend zum 1. Oktober in Kraft. Die Erhöhung der Ausbildungsvergütungen würde ab Januar gelten. Für beide Tarifverträge wurde die Laufzeit bis Ende 2024 geplant. (Quelle: vmf)
 

GKV-Schätzerkreis: Zusatzbeitrag wird 2024 um 0,1 Prozentpunkt steigen

Der GKV-Schätzerkreis – bestehend aus Expertinnen und Experten des Bundesministeriums für Gesundheit, des Bundesamts für Soziale Sicherung und des GKV-Spitzenverbands – hat am 12. Oktober 2023 eine einvernehmliche Prognose der Höhe der Einnahmen, Ausgaben sowie der Zahl der Versicherten und Mitglieder der Gesetzlichen Krankenversicherung für die Jahre 2023 und 2024 abgegeben.

Für das Jahr 2024 erwartet der Schätzerkreis danach Einnahmen des Gesundheitsfonds in Höhe von 283 Milliarden Euro. Diese beinhalten den regulären Bundeszuschuss in Höhe von 14,5 Milliarden Euro abzüglich des Anteils für die landwirtschaftliche Krankenkasse sowie weitere 150 Millionen Euro für zusätzliche Aufwendungen im Bereich Kinderkrankengeld. Zudem wird bei der Schätzung der Einnahmen des Gesundheitsfonds eine Zuführung aus der Liquiditätsreserve des Gesundheitsfonds in Höhe von 3,1 Milliarden Euro berücksichtigt. Die Ausgaben der Krankenkassen im Jahr 2024 belaufen sich voraussichtlich auf 314 Milliarden Euro.

Aus den Schätzergebnissen für das Jahr 2024 ergibt sich eine Erhöhung des rechnerischen durchschnittlichen Zusatzbeitragssatzes um 0,1 Prozentpunkte auf 1,7 Prozent. Das Bundesministerium für Gesundheit legt nach Auswertung der Ergebnisse des Schätzerkreises den durchschnittlichen Zusatzbeitragssatz für das Jahr 2024 fest und gibt ihn bis zum 1. November 2023 im Bundesanzeiger bekannt. (Quelle: Bundesamt für Soziale Sicherung)
 

BÄK: Apotheken sind keine „Arztpraxen-to-go“

Zu der Ankündigung des Bundesgesundheitsministers, Vorsorgeuntersuchungen in Apotheken zu etablieren, erklärt Bundesärztekammer-Präsident Dr. Klaus Reinhardt: „Die Politik will seit Jahren systematisch medizinische Leistungen aus der ärztlichen Versorgung in die Apotheken verlagern. Impfungen in Apotheken, sogenannte pharmazeutische Dienstleistungen durch Apotheker, assistierte Telemedizin und jetzt ärztliche Vorsorgeuntersuchungen in Apotheken sind nichts anderes als teure Parallelangebote, die einen Besuch beim Arzt und die ärztliche Präventionsberatung niemals ersetzen können. Apotheken sind von großer Bedeutung für die qualifizierte Versorgung mit Arzneimitteln. Sie sind aber keine Arztpraxen-to-go. Das muss die Politik endlich verinnerlichen.“
Der Minister möchte vor allem junge Menschen zur Vorsorgeuntersuchung bewegen. „Das unterstützen wir“, so Reinhardt. „Heute geben fast 40 Prozent der Menschen zwischen 18 bis 24 Jahren an, regelmäßig zur allgemeinen ärztlichen Vorsorgeuntersuchung zu gehen. Noch mehr Menschen lassen sich womöglich durch gezielte Aufklärung und Information erreichen. Hier sollten Politik und Kostenträger ansetzen, statt Geld für Apothekenleistungen aufzuwenden, die keinen Ersatz für die ärztliche Tätigkeit bieten können. Abgesehen davon könnten die knapp 19.000 Apotheken in Deutschland im Vergleich zu rund 150.000 Haus- und Facharztpraxen schon zahlenmäßig nur einen geringen Beitrag zum Vorsorgegeschehen leisten.“ (Quelle: BÄK)
 

KZBV: Keine Hinweise auf Terminprobleme wegen Behandlung von Asylbewerbern

Die Kassenzahnärztliche Bundesvereinigung (KZBV) hat anlässlich der Aussagen des CDU-Parteivorsitzenden Friedrich Merz zu einer angeblichen Terminknappheit bei Zahnärzten wegen der Behandlung von Geflüchteten Ende September 2023 zeitnah eine Information für die Presse abgegeben, die die aktuelle Rechtslage zusammenfasst: „Die Leistungsansprüche für Asylbewerberinnen und Asylbewerber richten sich grundsätzlich nach dem Asylbewerberleistungsgesetz (AsylbLG). Prinzipiell haben Asylsuchende hiernach in den ersten 18 Monaten ihres Aufenthalts Anspruch auf Gesundheitsleistungen, wenn sie akut erkrankt sind oder unter Schmerzen leiden. Dies gilt grundsätzlich auch für abgelehnte Asylsuchende sowie Geduldete. Zur Behandlung akuter Erkrankungen und Schmerzzustände sind die erforderlichen ärztlichen und zahnärztlichen Behandlungen einschließlich der Versorgung mit Arznei- und Verbandmitteln sowie sonstiger zur Genesung, zur Besserung oder zur Linderung von Krankheiten oder Krankheitsfolgen erforderlichen Leistungen zu gewähren.

Für den zahnärztlichen Bereich wird im Gesetz zudem eingeschränkt, dass eine Versorgung mit Zahnersatz nur erfolgt, soweit dies im Einzelfall aus medizinischen Gründen unaufschiebbar ist.

Nach 18 Monaten des Aufenthalts werden Asylbewerberinnen und Asylbewerber dann von den gesetzlichen Krankenkassen betreut und erhalten eine elektronische Gesundheitskarte, mit der sie nahezu dieselben Leistungen erhalten können wie gesetzlich Krankenversicherte.

Grundsätzlich kommen Zahnärztinnen und Zahnärzte ihrer Behandlungspflicht allen Patientinnen und Patienten gegenüber im gleichen Maße nach. Für die Aussage, dass es in den Zahnarztpraxen aufgrund einer erhöhten Inanspruchnahme durch Asylsuchende zu Terminschwierigkeiten kommt, liegen uns zum aktuellen Zeitpunkt keine Hinweise vor. Die Zahnarztpraxen bestellen ihre Patientinnen und Patienten immer unter der Berücksichtigung ein, eine ordentliche Behandlung gewähren zu können. Es liegt in gesamtstaatlicher Verantwortung, dieses Niveau zu halten.“ (Quelle: KZBV)
 

Grippeimpfung für Barmer-Versicherte jetzt auch in der Apotheke

Rechtzeitig zur Grippesaison können sich alle erwachsenen Barmer-Versicherten nun auch in Apotheken gegen die Grippe impfen lassen. Damit erweitert die Krankenkasse ihr Angebot über die medizinische Regelversorgung hinaus. Diese sieht eine Impfung in Apotheken nur für bestimmte Risikogruppen wie zum Beispiel Personen über 60 Jahre oder Pflegende vor. Für die Impfung aller erwachsenen Versicherten in der Apotheke hat die Barmer einen Vertrag mit dem Deutschen Apothekerverband (DAV) geschlossen und ihre Satzung um die neue Leistung ergänzt. „Die Grippeimpfung ist der einfachste und effektivste Schutz gegen die Influenza. Durch die Kooperation mit dem DAV öffnen wir gemeinsam mit den Apotheken einen weiteren Zugang zu einem wirkungsvollen Infektionsschutz“, sagt Prof. Dr. med. Christoph Straub, Vorstandsvorsitzender der Barmer. (Quelle: Barmer)
 

Bayern: bisheriger Gesundheitsminister Holetschek jetzt CSU-Fraktionschef

Klaus Holetschek (CSU), bislang Bayerischer Staatsminister für Gesundheit, ist am 10. Oktober 2023 nach der Landtagswahl auf Vorschlag von CSU-Chef Markus Söder zum neuen Vorsitzenden der CSU-Fraktion im bayerischen Landtag gewählt worden. Wer sein Nachfolger als Gesundheitsminister werden soll, ist aktuell noch offen. Sowohl die CSU als auch die Freien Wähler, die bei den Landtagswahlen Zuwächse erzielen konnten, sollen Interesse an dem Amt haben. Die Verhandlungen über die Besetzung der Ministerien in der Koalition aus CSU und Freien Wählern, die fortgesetzt werden soll, werden noch für diese Woche erwartet, wie der Bayerische Rundfunk berichtet.

Holetschek (58) hatte sich in Land und Bund mit Blick auf die Sicherstellung der Versorgung immer wieder für die Interessen der Ärzte- und Zahnärzteschaft stark gemacht. So war er einer der Initiatoren der Bundesratsinitiative zur Beschränkung von Fremdinvestoren in der ambulanten Versorgung. Auch die Stärkung des medizinischen und zahnmedizinischen Fachpersonals und der Vernetzung in der Pflege stand auf seiner Agenda, es gab dazu verschiedene Initiativen im Freistaat.

Holetschek war mehrfach auf zahnärztlichen Veranstaltungen als Redner zu Gast, so bei KZBV und BZÄK, und gehörte zu den Rednern der Protestaktion des Verbands medizinischer Fachberufe am 8. September 2023 in Berlin. (Quelle: BR/QN)
 

Defizit der Krankenkassen 2024 geringer als erwartet

Das Defizit der Gesetzlichen Krankenkassen dürfte auch 2024 geringer ausfallen als erwartet. Das berichtet das RedaktionsNetzWerk Deutschland im Vorfeld der Tagung des Schätzerkreises, der am Donnerstag seine Zahlen und daraus abgeleiteten Empfehlungen zum Beitragssatz in der Sozialversicherung veröffentlichen wird. Wie das RND berichtet, werden die Einnahmen höher und die Ausgaben geringer ausfallen, als ursprünglich erwartet. Ein Grund sind die hohen Tarifabschlüsse in vielen Wirtschaftsbereichen, die dann auch zu höheren Einnahmen der Krankenkassen führen.

Damit könnte der Anstieg der Krankenkassenbeiträge nur 0,2 Prozentpunkte auf dann maximal 16,3 Prozent (Orientierungswert) betragen, erwartet worden waren bis zu 0,4 Prozentpunkte. Aktuell liegt der Gesamtbeitrag (Orientierungswert) bei 16,1 Prozent ((14,6 Prozent allgemeiner Beitragssatz, 1,5 Prozent durchschnittlicher Zusatzbeitrag).

Problematisch sei aus Sicht der Schätzer die Kostenentwicklung bei den Krankenhäusern, dem größten Block bei den Ausgaben. Sie hänge auch von der weiteren Entwicklung bei der Inanspruchnahme von Leistungen im Krankenhaus durch die Versicherten ab.

Im ambulanten Bereich werden nur moderate Ausgabenanstiege erwartet, hier wirke sich die gestrichene Neupatientenregelung für die Kosten positiv aus. Der Bundesrechnungshof hatte alle extrabudgetären Vergütungen für schneller Arzttermine (eingeführt mit dem TSVG durch den CDU-Gesundheitsminister Jens Spahn) kritisiert und deren Streichung gefordert (Quelle: RND)
 

Gebührenordnungen veraltet – Union stellt Antrag im Bundestag

Der Gesundheitspolitischer Arbeitskreis (GPA) der Mittelstands- und Wirtschaftsunion Schleswig-Holstein (MIT) in der CDU hat einen Report zur Lage der Gebührenordnungen für Ärzte (GOÄ) und Zahnärzte (GOZ) zusammengestellt. Beide Gebührenordnungen seien nicht mehr zeitgemäß und stammten in ihren wesentlichen Teilen und beim Punktwert aus den 1980er-Jahren. Hintergrund ist eine Initiative der oppositionellen Unionsfraktion im Deutschen Bundestag, die Bundesgesundheitsminister Prof. Dr. Karl Lauterbach zum Handeln bei den Gebührenordnungen auffordert. Der GPA zitiert dazu den CSU-Gesundheitspolitiker und Arzt Dr. Stephan Pilsinger: „Arzte, Zahnärzte und MFAs auf Basis von Abrechnungsmodalitäten aus den 1980er Jahren arbeiten zu lassen, ist absurd und ineffizient.“

Die CDU/CSU-Unionsfraktion im Deutschen Bundestag fordert eine Anpassung der Gebührenordnungen für Ärzte und Zahnärzte im Antrag 20/7586 vom 7. Juli 2023. Dort heißt es: „Die Bundesregierung wird aufgefordert, unverzüglich eine Novellierung der GOÄ und der GOZ in Form einer Rechtsverordnung auf den Weg zu bringen. Zudem soll für die Zukunft ein Mechanismus geschaffen werden, der eine regelmäßige Anpassung der beiden Gebührenordnungen an den medizinischen Fortschritt und die Kostenentwicklung ermöglicht.“ Der Antrag ist noch nicht im Bundestag behandelt worden.

Die Forderung, die Gebührenordnungen endlich zu novellieren und den Punktwert anzupassen, wird von Ärzte- und Zahnärzteschaft schon seit Jahrzehnten erhoben. Für die Hängepartie bei der GOÄ gibt es inzwischen einen von Ärzten, PKV und Beihilfe konsentierten neuen Leistungskatalog, an einem konsentierten Vergütungsrahmen wird aktuell gearbeitet. Der Gesundheitsminister weigert sich, die GOÄ-Novellierung anzugehen – auch, weil im Koalitionsvertrag der Ampel-Regierung eine Novellierung durch die Maßgabe, die Vergütungssysteme nicht zu verändern, ausgeschlossen ist. Die SPD verfolgt nach wie vor ihre Idee einer Bürgerversicherung, auch Bündnis 90/Die Grünen wollen das bisherige duale System aus gesetzlicher und privater Krankenversicherung verändern. (Quelle: GPA/QN)
 

Patienten an Bonusheft erinnern

Das Informationszentrum Zahngesundheit Sachsen erinnert Patienten daran, ihre Vorsorgetermine beim Zahnarzt wahrzunehmen und dabei ihr Bonusheft abstempeln zu lassen. „In einer Zeit ständig wachsender finanzieller Belastungen suchen viele nach Wegen, um den Geldbeutel zu schonen. Hier kommt eine Möglichkeit: Ihr Zahnarztbesuch! Ihr regelmäßig gestempeltes Bonusheft kann tatsächlich den Unterschied machen, wenn es um Kostenersparnisse beim Zahnersatz geht“, heißt es.

„Für einen Stempel im Bonusheft genügt eine jährliche Vorsorgeuntersuchung bei Ihrem Zahnarzt. Ab fünf Jahren kontinuierlicher Pflege erhöht sich im folgenden Jahr Ihr Festzuschuss. Dieser Zuschuss, den die Krankenkassen für Zahnersatz bieten, steigt von 60 Prozent auf 70 Prozent. Mit zehn Jahren regelmäßiger Kontrolle erhalten Sie sogar 75 Prozent der Kosten der Regelversorgung.“ (Quelle: IZZ Sachsen)
 

Höhere Ausgabenvolumina für Arzneimittel für 2024

Die Verhandlungen über die Rahmenvorgaben Arzneimittel nach Paragraf 84 Fünftes Buch Sozialgesetzbuch (SGB V) für das Jahr 2024 wurden erfolgreich abgeschlossen. Die Kassenärztliche Bundesvereinigung (KBV) und der GKV-Spitzenverband haben sich auf steigende Ausgabenvolumina verständigt. Das teilten beide am 10. Oktober 2023 mit. Die regionalen Ausgabenvolumina für Arzneimittel erhöhen sich auf Basis der bundesweiten Anpassungsfaktoren ab dem nächsten Jahr um 7,95 Prozent. Dies kann rechnerisch zu Mehrausgaben von etwa 3,8 Milliarden Euro führen.

Verantwortlich für diese Steigerung sind vorrangig gesetzgeberische Maßnahmen, die höhere Arzneimittelausgaben zur Folge haben werden. So verringert sich ab dem 1. Januar 2024 der gesetzliche Herstellerabschlag um 5 Prozentpunkte. Der Herstellerabschlag wurde im Rahmen des GKV-Finanzstabilisierungsgesetzes auf 12 Prozent angehoben, was wesentlich für das eher moderate Wachstum der Arzneimittelausgaben im Jahr 2023 war. Zudem werden mit dem Arzneimittel-Lieferengpassbekämpfungs- und Versorgungsverbesserungsgesetz (ALBVVG) Maßnahmen getroffen, die größere Preiserhöhungen bei Arzneimitteln ermöglichen.

Stefanie Stoff-Ahnis, Vorstand beim GKV-Spitzenverband: „Vor dem Hintergrund der gesetzlichen Maßnahmen ist klar, dass die Ausgaben im Arzneimittelbereich erheblich wachsen werden. Deshalb ist eine deutliche Anpassung der Ausgabenvolumina nach oben trotz der schwierigen Finanzsituation unumgänglich.“ Dr. Sibylle Steiner, Mitglied des Vorstands der Kassenärztlichen Bundesvereinigung (KBV): „Der Einsatz innovativer Arzneimittel schlägt ebenfalls zu Buche, was im Sinne einer besseren Versorgung der Patientinnen und Patienten grundsätzlich zu begrüßen ist.“

Bei der vereinbarten Steigerungsrate handelt es sich nicht um eine abschließend definierte feste Größe. Vielmehr werden weitere Anpassungsfaktoren wie Alter und Anzahl der Versicherten regional zwischen den Kassenärztlichen Vereinigungen und den Krankenkassen verhandelt und damit regional zu veränderten Beträgen führen. (Quelle: Gemeinsame PM von KBV und GKV-SV)
 

Neuwahl des Bundesvorstands: FVDZ trifft sich in Lübeck

Es wird ein neuer Bundesvorstand gewählt – der Freie Verband Deutscher Zahnärzte (FVDZ) trifft sich vom 12. bis 14. Oktober 2023 in der Musik- und Kongresshalle Lübeck zu seiner jährlichen Hauptversammlung. Dem zweijährigen Turnus folgend, wird dann – voraussichtlich am Samstag – der neue Bundesvorstand gewählt. Wie im Vorfeld zu hören war, wird sich der bisherige Bundesvorsitzende ZA Harald Schrader erneut zur Wahl stellen, allerdings mit einem verjüngten Vorstandsteam, wie es heißt. Er werde mindestens einen Gegenkandidaten haben.

Die Hauptversammlung beginnt am Donnerstagmittag mit einem Festvortrag von Prof. Dr. Thomas Drabinski zum Thema „Gesundheitsökonomische Perspektiven der Zahnmedizin mit einem Fokus auf Resilienz und Vulnerabilität“, an den sich eine Podiumsdiskussion mit Martin Hendges, Vorstandsvorsitzender der Kassenzahnärztlichen Bundesvereinigung (KZBV), dem IKK-Vorstand Ralf Hermes (er hatte gefordert, die Zahnmedizin aus der GKV herauszunehmen), Drabinski und Schrader anschließen wird.

Auf der Agenda der Hauptversammlung stehen als Kernthemen die neue Kampagne des FVDZ und die Betriebswirtschaft in der Praxis, außerdem Änderungen der Geschäftsordnung der HV und des Bundesvorstands, Satzungsänderungen und die Wahlen des Bundesvorstands, der Versammlungsleiter und der Kassenprüfer. (Quelle: FVDZ/QN)
 

Stimmung bei den Zahnärzten stark verschlechtert

Die wirtschaftliche Stimmung in der Ärzte- und Zahnärzteschaft hat sich weiter verschlechtert. Das zeigt das Stimmungsbarometer der Stiftung Gesundheit für das 3. Quartal 2023. Die deutlichste Verschlechterung gab es bei den Zahnärztinnen und Zahnärzte mit -14,7 sie haben von den Gruppen Fachärztinnen/-ärzte Hausärzte/-ärztinnen, psychologische Psychotherapeuten und Zahnärztinnen/-ärzte den schlechtesten Wert.

Als Hauptursachen werden die Folgen der politischen Entscheidungen auf die Praxis und die Finanzsituation der eigenen Praxis genannt. Vor allem die Zahnärzte beurteilen die wirtschaftlichen Erwartungen für die kommenden sechs Monate zu 70,6 Prozent als ungünstiger, das ist der schlechteste Wert aller Gruppen. (Quelle: Stiftung Gesundheit)
 

ladies dental talk in Darmstadt am 11. Oktober 2023 zum Thema Wohnen

Ob zu Hause, bei der Arbeit, in der Öffentlichkeit: Wir bewegen uns immer in einem definierten Raum. Und dieser Raum hat Einfluss auf uns – ob wir uns beispielsweise wohl fühlen, Sicherheit empfinden, Privatsphäre haben, ob er finanzierbar, schnell zu erreichen, ansprechend gestaltet ist, der Gesundheit nutzt oder schadet.

Dr. Monia Meyer ist Gast beim ldt am 10. Oktober in Darmstadt.
Dr. Monia Meyer ist Gast beim ldt am 10. Oktober in Darmstadt.
Fotostudio Hirch
Wie kann Architektur dazu beitragen, dass uns dieser Raum möglichst guttut? Was braucht es, damit wir Raumgestaltung ökonomisch leistbar und klimazuträglich hinbekommen? Mit welchen Fragen befasst sich die Stadtentwicklung? Wie sieht das konkret für Darmstadt aus? All dies diskutiert Initiatorin Dr. Karin Uphoff mit Dr. Monika Meyer beim 5. ladies dental talk Darmstadt am 11. Oktober 2023. Die promovierte Architektin war unter anderem im Bundesbauministerium und als Leiterin der Abteilung Stadtentwicklung und Stadtökologie und des Forschungsbereiches Strategische Fragen und Perspektiven im Leibniz-Institut für ökologische Raumentwicklung Dresden tätig. Seit 2012 ist sie Geschäftsführerin des Instituts Wohnen und Umwelt GmbH (IWU). Dieses Forschungsinstitut verbindet Themen aus den Bereichen Wohnen und Stadtentwicklung sowie Energieeffizienz und Klimaschutz, um einen Beitrag für eine nachhaltige Gesellschaft zu leisten.

Mit Rat und Tat für die Zahnärztinnen sind an dem Abend außerdem dabei: Mit-Initiatorin ZTM Julia Nemec (Geschäftsführerin von A&S Zahntechnik), Finanzierungsexpertin Nicole Schlechta (ApoBank), die Kassenzahnärztliche Vereinigung Hessen und Steuerberaterin Dominique-Chantal Pontani.

Termin: ladies dental talk Darmstadt, 11. Oktober 2023, von 17 bis 21.30 Uhr, im Institut Wohnen und Umwelt GmbH. Für die Teilnahme gibt es 6 Fortbildungspunkte. Anmeldung auf der Internetseite des ladies dental talk. (Quelle: ldt)
 

ZFA-Tarifvertrag – vmf-Mitglieder stimmen über Verhandlungsergebnis ab

Am 5. Oktober 2023 hat in Hannover die zweite Runde der Tarifverhandlung für Zahnärztliche Fachangestellte (ZFA) stattgefunden. Es ging dabei um die Sondierung des leicht verbesserten Angebots der Arbeitgeberseite. Die zuständige Tarifkommission des Verbands medizinischer Fachberufe (vmf) wird am Montagabend (09.10.2023) über die weitere Vorgehensweise beraten.

Geplant ist eine Befragung der ZFA-Mitglieder im vmf zur Annahme des Verhandlungsergebnisses (Vergütungen der ZFA und der im Beruf Fortgebildeten) in Hamburg, Hessen, Niedersachsen, im Saarland und im Landesteil Westfalen-Lippe. Weitere Informationen kündigt der vmf für die komme Woche (KW 41) an.

Der aktuelle Vergütungstarifvertrag für ZFA war am 1. Juli 2022 in Kraft getreten und zum 30. Juni 2023 gekündigt worden. Er behält weiterhin seine Gültigkeit.
 

Viele Arztpraxen am 2. Oktober geschlossen

Der Virchowbund und viele weitere Ärzteverbände rufen für den 2. Oktober zu Praxisschließungen auf. Tausende Arztpraxen sollen geschlossen bleiben, es sind Demonstrationen auch in Berlin geplant. Sie wollen mit der Aktion auf die schwierige Situation der ambulanten Versorgung aufmerksam machen, die höhere Kosten durch Inflation und Energiekosten nicht kompensieren könnten. Der Protest findet ein breites Echo in den Medien. Bundesgesundheitsminister Prof. Karl Lauterbach reagierte auf die Forderung nach höheren Honoraren auf „X“ mit einem Verweis auf die „hohen Einkommen“ der Ärzte und der rhetorischen Frage, ob deswegen die Kassenbeiträge weiter steigen sollen. Der für die Kampagne „Praxis in Not“ federführende Virchowbund konterte mit eigenen, deutlich niedrigeren Zahlen zur Einkommenssituation der Ärzte. (Quelle: Virchowbund/„X“/QN)
 

ZFA auf Platz 1 der knappen Berufe – ZäPP mit Sonderfragebogen

Auf Platz 1 der Berufe mit der höchsten Knappheit unter allen Fachberufen liegt der Beruf der Zahnmedizinischen Fachangestellten (ZFA). Diese zweifelhafte Ehre teilt sich der Beruf der ZFA mit weiteren vier Fachberufen. Dies ist das Ergebnis der Engpassanalyse der Agentur für Arbeit, in der für 234 Berufe mit dem Anforderungsniveau „Fachkraft“ anhand von sechs messbaren und quantifizierbaren Indikatoren ein Punktwert für jeden Fachberuf berechnet wird.
Die kritische Entwicklung der letzten Jahre war Anlass für den Sonderfragebogen zum Fachkräftemangel, der in diesem Jahr im Rahmen des Zahnärzte-Praxis-Panel (ZäPP), zusätzlich zum bisher bekannten Fragebogen, an die Zahnarztpraxen versendet worden ist. Eine Teilnahme am ZäPP unterstützt die gesamte Zahnärzteschaft sowie eine flächendeckende, wohnortnahe und qualitativ hochwertige Versorgung! Weitere Informationen bei der KZBV. (Quellen: Agentur für Arbeit;KZBV)
 

Ärger um Äußerungen von CDU-Parteivorsitzendem Friedrich Merz

Der CDU-Parteivorsitzende und Vorsitzende der CDU/CSU-Fraktion im Deutschen Bundestag, Friedrich Merz, hat mit einer Äußerung über fehlende Termine bei Zahnärzten und Ärzten und die Inanspruchnahme von Leistungen wie Zahnersatz durch Flüchtlinge für Ärger auch in der Zahnärzteschaft gesorgt. Der Präsident der Bundeszahnärztekammer, Prof. Christoph Benz, hatte Merz‘ Aussagen zurückgewiesen. Er verwies auf das Asylbewerberleistungsgesetz und auch darauf, dass Schmerzpatienten immer bevorzugt behandelt würden. Wartezeiten auf Termine seien eher auf die in einigen Regionen abnehmende Zahl von Zahnarztpraxen zurückzuführen. Entsprechende Informationen sind auch auf der BZÄK-Homepage verlinkt.

Der Verband der ZahnÄrztinnen Plus wies die Aussagen von Merz ebenfalls zurück: Der Verband setze sich für eine inklusive und faire zahnärztliche Versorgung ein und „distanziert sich hiermit klar von einer kürzlich getroffenen kontroversen Äußerung zu Asylbewerbern und ihrem Zugang zur zahnärztlichen Versorgung.“
Man vertrete die Auffassung, „dass der Zugang zur zahnärztlichen Gesundheitsversorgung ein grundlegendes Menschenrecht ist, erst Recht im Schmerzfall, das für alle Menschen, unabhängig von ihrem rechtlichen Status oder ihrer Herkunft, gewährt werden sollte. Eine pauschale Verurteilung oder Vorverurteilung von Asylbewerbern oder Flüchtlingen in Bezug auf eine übermäßge Inanspruchnahme zahnärztlicher Leistungen ist unangebracht und unethisch.“

„Wir möchten betonen, dass wir ZahnÄrztInnen weiterhin für die Bereitstellung qualitativ hochwertiger zahnärztlicher Versorgung für alle Bürgerinnen und Bürger eintreten. Unsere Mitglieder setzen sich dafür ein, die Mundgesundheit der Gemeinschaft zu fördern und die bestmögliche Versorgung bereitzustellen.“ Es obliege der Politik, Fragen und Aspekte der Einwanderungspolitik zu regeln und durchzusetzen. „Die Zahnärzteschaft kann eine wichtige Rolle spielen, indem sie auf die Gesundheitsbedürfnisse der Patienten hinweist, sollte jedoch nicht für politische Zwecke instrumentalisiert werden“, so das von der Präsidentin Dr. Anke Klas gezeichnete Papier des Verbands, das auch auf Social Media verbreitet wurde. (Quelle: BZÄK/VZÄ+/QN)
 

Björn Kersten wechselt zu Modern Dental Europe

Björn Kersten
Björn Kersten
Foto: privat
Björn Kersten wechselt zum 1. Oktober 2023 von Renfert/Hilzingen zu Modern Dental Europe in Alphen aan den Rijn in den Niederlanden. Von dort aus wird er für die Marketingaktivitäten und -strategien innerhalb der europäischen Region verantwortlich sein. „Ich freue mich darauf, mich dem motivierten Team anzuschließen, um die Markenbekanntheit zu steigern, Marketingkampagnen und digitale Dienste zu entwickeln und durchzuführen und den Marktanteil in Europa zu erhöhen“, so Kersten.

Torsten Schwafert, CEO von Modern Dental Europe, erklärt: „Wir freuen uns sehr, dass wir Björn Kersten als Marketing Manager Europe gewinnen konnten. Er verfügt über umfangreiche Erfahrungen sowohl im Marketing als auch im Dentalbereich. Björn wird sich auf die weitere Ausrichtung der Marketingstrategien und die Koordinierung der Unternehmenspositionierung, des Markenmanagements (Lösungen), der Websites, des Inhaltsmanagements usw. konzentrieren.“

MDE hat seinen Hauptsitz in Alphen (NL) und ist Teil der Modern Dental Group Limited, die an der Main Board Stock Exchange in Hongkong notiert ist. Die Gruppe ist ein weltweit führender Anbieter, Vertreiber und Berater im Bereich der Zahnprothetik und bietet Dienstleistungen aus einer Hand für mehr als 30.000 Kunden in über 20 Ländern. Das Produktportfolio gliedert sich im Wesentlichen in drei Produktlinien: festsitzende prothetische Geräte wie Kronen und Brücken, herausnehmbare prothetische Geräte wie herausnehmbarer Zahnersatz und andere Geräte wie kieferorthopädische Geräte, Clear Aligner, Sportschützer und Anti-Schnarch-Geräte. Modern Dental Europe besitzt Tochtergesellschaften in Belgien, Deutschland, Dänemark, Finnland, Frankreich, Irland, die Niederlande, Norwegen, Spanien, das Vereinigte Königreich und Schweden mit insgesamt rund 700 Mitarbeitern. (Quelle: MDE)
 

PKV: Barmenia und Gothaer wollen fusionieren

Die beiden großen privaten Krankenversicherungen Barmenia (Wuppertal) und Gothaer (Köln) wollen fusionieren. Das teilten beide in einer Meldung am 29. September 2023 mit. Man plane einen Zusammenschluss auf Augenhöhe, heißt es. „Die Barmenia und die Gothaer ergänzen sich perfekt. Durch einen Zusammenschluss können wir unsere Wettbewerbs- und Marktposition deutlich ausbauen und rücken unter die Top10 der deutschen Versicherungsbranche auf,“ erklärt Oliver Schoeller, Vorstandsvorsitzender der Gothaer Finanzholding AG. „Die Barmenia hat ihre besondere Stärke in der Krankenversicherung, die Gothaer ist sehr stark im Bereich Komposit. Die Gothaer wächst insbesondere im Firmenkundenbereich über alle Sparten, die Barmenia zeigt eine sehr dynamische Entwicklung im Privatkundengeschäft“, ergänzt Dr. Andreas Eurich, Vorstandsvorsitzender der Barmenia, zu den gemeinsamen strategischen Überlegungen. (Quelle: Gothaer)
 

Neue Initiative zur GOÄ Anfang 2024

Der Direktor des Verbands der Privaten Krankenversicherungen, Dr. Florian Reuther, hat einen neuen Aufschlag zur neuen Gebührenordnung für Ärzte (GOÄ) für Anfang 2024 angekündigt. Die Reform der GOÄ hängt seit Jahren in der Luft. Obwohl sich Bundesärztekammer und PKV-Verband wie von der Politik beauftragt schon einen konsentierten Leistungskatalog erarbeitet, die BÄK hat einen arzteigenen Katalog hinsichtlich der Preise vorgelegt und an den Bundesgesundheitsminister überreicht. Aktuell arbeiten PKV-Verband, Beihilfe und BÄK an einem gemeinsamen Entwurf für die Preise, wie die Ärzte Zeitung von einer Veranstaltung des PKV-Verbands Ende September in Frankfurt (Main) berichtet. (Quelle: Ärzte Zeitung)

 

 

Reference: Nachrichten Politik Wirtschaft Menschen Praxis

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