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Es gibt genetische Faktoren, entscheidend sind Lebensgewohnheiten und Vorleben

(c) Veronica Louro/Shutterstock.com

Die Frage, ob schlechte Zähne angeboren sind, lässt sich weder mit einem klaren Ja oder Nein beantworten. Denn meist sind es mehrere Faktoren, die Krankheiten im Mund auslösen. So spielen in vielen Fällen zwar unsere Gene eine Rolle, entscheidend sind jedoch vielmehr unsere Lebensgewohnheiten wie Ernährung und die tägliche Mundhygiene. Zudem können regelmäßige Vorsorgeuntersuchungen in der Zahnarztpraxis Krankheiten frühzeitig aufdecken.

Auch schlechte Angewohnheiten werden „vererbt“

„Bereits im Baby- und Kleinkindalter werden die Weichen für gesunde Zähne und Mund gestellt“, erklärt Prof. Dr. Katrin Bekes, Präsidentin der Deutschen Gesellschaft für Kinderzahnmedizin und Leiterin des Fachbereichs Kinderzahnheilkunde der Universitätszahnklinik Wien. „Zahngesunde Ernährung, tägliche gründliche Mundhygiene und regelmäßige Vorsorgen in der Zahnarztpraxis sollten von Anfang an dazugehören.“ Kinder lernen von ihren Eltern, indem sie genau beobachten und nachahmen. Ungünstige Gewohnheiten wie täglich viel Süßes oder schlechte Mundhygiene werden somit ebenfalls „vererbt“.

Karies: Zuckerkonsum und Zahnpflege entscheidend

Karies entsteht durch den Stoffwechsel bestimmter, krankmachender Bakterien im Mund. Zwar bestimmen die Gene, wie widerstandsfähig der Zahnschmelz ist und welche Bakterien im Mund vorkommen. Dennoch spielen der Zuckerkonsum und die tägliche Mundhygiene die entscheidende Rolle, ob Karies entstehen kann: Zahnbelag bildet sich täglich neu. Reicht die tägliche Mundhygiene nicht aus, um ihn zu entfernen, können sich hier Kariesbakterien ansiedeln. Sie wandeln Zucker aus Speisen und Getränken in zahnschädigende Säuren um. Die Säuren lösen Mineralien aus dem Zahnschmelz und entkalken ihn. Dadurch entstehen zunächst weiße Flecken (white spots) als Zeichen einer beginnenden Karies auf der Zahnoberfläche. Nach längerer Zeit kann ein Loch im Zahn entstehen. Karies macht eine Behandlung notwendig.

Frühkindliche Karies häufig ein Problem

„Obwohl sich die Zahngesundheit von Kindern und Jugendlichen in den vergangenen Jahren stark verbessert hat, ist Karies bei Kindern unter drei Jahren nach wie vor ein Problem“, erklärt Bekes. Sind die oberen Schneidezähne betroffen, sprechen Zahnmediziner von der Frühkindlichen Karies, früher als Nuckelflaschenkaries bezeichnet. Häufig ist die Nuckelflasche als ständiger Begleiter mit Milch, süßem Tee, Saft oder auch Saftschorlen gefüllt. Die zuckerhaltigen Getränke umspülen die Zähne beim Saugen. Karies kann schnell entstehen und bedarf einer Behandlung. Der beste Durstlöscher ist Wasser – und stundenlanges Nuckeln am Sauger sollte gar nicht erst etabliert werden.
Frühkindliche Karies ist nicht nur ein ästhetisches Problem, sondern kann das Kauen und die Sprachentwicklung der Kinder erheblich beeinträchtigen. Zudem erleben Kinder mit stark kariösen Zähnen nicht selten eine soziale Ausgrenzung. Und: Kinder mit Karies an den Milchzähnen haben auch häufiger Karies an den bleibenden Zähnen!

Ab dem ersten Zahn zur Vorsorge

Sobald der erste Milchzahn durchgebrochen ist, sollten Eltern mit ihrem Baby einen Vorsorgetermin bei ihrer Zahnärztin oder ihrem Zahnarzt wahrnehmen. Dabei geht es zunächst darum, die Eltern zum richtigen Zähneputzen, zu zahngesunder Ernährung und dem richtigen Einsatz von Fluoriden zu beraten. Bei den Terminen wird gleichzeitig durch einen kindgerechten Umgang eine angstfreie Beziehung zur Zahnarztpraxis und zwischen Kind und Zahnärztin oder Zahnarzt aufgebaut. Kinder, die von Anfang an regelmäßig zu zahnärztlichen Vorsorgeuntersuchungen gehen, haben weniger kariöse Zähne als Kinder, die Vorsorgeuntersuchungen nicht wahrnehmen. Für Säuglinge und Kleinkinder übernehmen die gesetzlichen Krankenkassen regelmäßige zahnärztliche Vorsorgen – ähnlich der kinderärztlichen Vorsorgeuntersuchungen.

Gene und Zähne

So wie unsere Gene Haar- oder Augenfarbe bestimmen, haben sie auch einen Einfluss auf die Struktur, Form und Stellung der Zähne. Ebenso ist erblich bedingt, wann sich welche Zähne entwickeln und wieviel Platz sie im Kiefer haben. Manche Fehlstellungen kommen somit in Familien gehäuft vor und machen eine Behandlung in der kieferorthopädischen Praxis notwendig. Die individuelle Zahnfarbe ist hingegen ein Zusammenspiel aus Erbanlagen und Umwelteinflüssen. So ist die Dicke und Zusammensetzung des Zahnschmelzes individuell verschieden und der Zahnschmelz wird im Laufe des Lebens dünner. Die Zähne erscheinen gelber. Ursache gelber Zähne können aber auch Rauchen oder der Konsum von Kaffee und Rotwein sein. Ebenso kommen bei einer Parodontitis, einer Entzündung des zahnumgebenden Gewebes, mehrere Faktoren zusammen. Ursache der Entzündung zunächst im Zahnfleisch sind bestimmte Bakterien. Ob und wie schnell sich die Entzündung über das Zahnfleisch hinaus ausbreiten kann, hängt wiederum individuell vom Immunsystem ab, das durch Gene beeinflusst wird.

Fazit für die Praxis: Die eigene Mundgesundheit haben die meisten Menschen selbst in der Hand. Je früher man die tägliche Zahnpflege durchführt und beibehält, umso größer ist die Chance auf den langen Komfort eigener, gesunder Zähne.

Reference: Prävention und Prophylaxe Patientenkommunikation Team Zahnmedizin

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