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S. aureus und E. coli als Hauptpathogene – Autoren des ersten AMR-Reports fordern rasches Handeln

E. coli gehört zu den Pathogenen, auf die die meisten Todesfälle wegen Antibiotikaresistenzen zurückgehen.

(c) Kateryna Kon/Shutterstock.com

Der aktuelle sogenannte GRAM-Report zu den Auswirkungen von Antibiotikaresistenzen (AMR) mit den Daten für 2019 ist jetzt in The Lancet erschienen. Danach liegt der Tod durch antibiotikaresistente Erreger als Todesursache inzwischen weltweit vor HIV/Aids und Malaria.

In der online veröffentlichten Studie, die Daten aus 204 Ländern zu 23 Erregern und 88 Kombinationen aus Erregern und Substanzklassen ausgewertet hat, wurde festgestellt, dass im Jahr 2019 4,95 Millionen Menschen im Zusammenhang mit einer antibiotikaresistenten Infektion gestorben sind, davon 1,27 Millionen Menschen direkt an der Folge der Resistenz.

Antibiotikaresistenzen sind vor allem in westafrikanischen Ländern in der Subsahara-Region und in Südasien eine Bedrohung, hier gehen bis zu 27 Todesfälle auf 100.000 Einwohner auf Resistenzen zurück. In den entwickelten Industriestaaten sind es etwa 13 auf 100.000 Einwohner. Besonders häufig sind Menschen bei Infektionen der unteren Atemwege, Infektionen des Blutes und des Bauchraums an Antibiotikaresistenzen gestorben. Diese Infektionen führten zu 78,8 Prozent der mit Antibiotikaresistenzen assoziierten Todesfälle im Jahr 2019.

Sechs Pathogene für die meisten Todesfälle verantwortlich

Sechs Pathogene waren 2019 für insgesamt 929.000 oder 95 Prozent der 1,27 Millionen direkt auf Antibiotikaresistenzen zurückzuführenden Todesfälle verantwortlich: E. coli, Staphylococcus aureus, K. pneumoniae, S. pneumoniae, Acinetobacter baumannii und Pseudomonas aeruginosa. Sechs weitere Pathogene waren für mehr als 100.000 bis 250.000 mit AMR assoziierten Todesfälle ursächlich: M. tuberculosis, Enterococcus faecium, Enterobacter spp, Streptococcus agalactiae (Gruppe B Streptococcus), S. Typhi und Enterococcus faecalis.

Dabei gibt es regionale Unterschiede – in den entwickelten Industrienationen sind S. aureus und E. coli besonders häufig ursächlich, in den Subsahara-Regionen Afrikas waren es mehrere Pathogene, unter anderem S. pneumoniea und K. pneumoniae. Bei den Staphylokokken ist es vor allem der Meticillin-resistente S. aureus (MRSA), der – regional unterschiedlich – für Todesfälle verantwortlich ist. Immer mehr Todesfälle gehen auch auf Pathogene zurück, die gegen Fluorchinolone und Beta-Laktam-Antibiotika resistent sind.

Bislang umfangreichste Datenanalyse

Die Studie ist die bislang umfangreichste Datenanalyse zum Problem der antibiotikaresistenten Pathogene weltweit, auch wenn die Autoren darauf verweisen, dass es vor allem in Ländern mit einem wenig entwickelten Gesundheitssystem zu wenig Daten gibt und auch die Laborstandards nicht überall vergleichbar sind. Dennoch könnten die Daten wichtige Informationen für die globalen Gesundheitsorganisationen und die Länderregierungen geben, um AMR jetzt gezielt einzudämmen.

Denn bleibe die Ausbreitung von AMR unkontrolliert, könnten viele bakterielle Krankheitserreger in Zukunft viel tödlicher sein als heute, so die Autoren des großen, weltweiten Forscherteams, das die Studie erarbeitet hat. Es müsse jetzt gehandelt werden, mit einem Mix aus Maßnahmen wie Impfungen, Infektionsprophylaxe, weniger Antibiotika in der Tiermast, sparsamer und gezielter Einsatz von Antibiotika und Neuentwicklungen von wirksamen Antibiotika.

Antimicrobial Resistance Collaborators: Global burden of bacterial antimicrobial resistance in 2019: a systematic analysis, The Lancet online first, published January 19, 2022, DOI: https://doi.org/10.1016/S0140-6736(21)02724-0

Interdisziplinär Zahnmedizin med.dent.magazin

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